Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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HAKENZÄHNE. — HALALI.

zum Zerstückeln des Jungen innerhalb des
Tragsackes, dessen Construction Tafel XXVI,
Figur 24 erläutert.

Hakenpincetten besitzen am vorderen
Ende einen hakenförmigen spitzen Fortsatz,
welcher in den zwischen den beiden Haken-
enden des zweiten Endes bestehenden Zwischen-
raum hineinpasst (Taf. XXVI, Fig. 18,19). Br.

Hakenzähne, Hundszähne, Hauer,
Fangzähne, Eckzähne der Zoologen (dentes
canini) kommen nur bei den männlichen Ein-
hufern (Pferde, Esel, Maulthiere, Maulesel,
Halbesel oder Dschiggetais, Zebras), den
Schweinsebern und Hunden vor, u. zw. zwei
im Vorder- und zwei im Hinterkiefer, die
rechts und links im Zwischenzahnrande ihren
Stand haben. Sie bestehen von innen nach
aussen aus einer hornartigen Elfenbeinsub-
stanz, Schmelz und Rindensubstanz, welch
letztere bei Schweinen stärker ist als bei
Pferden. Die Krone der Hakenzähne ist kegel-
förmig, aufwärts gekrümmt, gewöhnlich von
der Länge eines Schneidezahnes und nur selten
rein milchweiss. Ein junger Hakenzahn be-
sitzt zwei scharfe, nach innen gebogene
Ränder, welche früher oder später durch Ab-
schleifen verloren gehen; ältere Hakenzähne
sind auch an der Spitze mehr oder minder
abgestumpft (Fig. 694 a a). Ein eigentlicher

Fig. 694. a a Hakenzähne des männlichen Pferdes mit
9 his lö Jahren.

Hals fehlt, und die kegelförmige, starkge-
krümmte, dicke und stumpfe Wurzel ist sehr
fest eingekeilt. Oesters findet man auch ganz
kleine Milchhakenzähne entweder im Ober-
oder Unterkiefer, selten in beiden zugleich.
Bei Hengsten nnd Wallachen fallen sie beim
Ausbruch der Hakenzähne aus, bei Stuten
hingegen sind sie noch lange nach vollendetem
Zahnwechsel vorhanden, erleiden aber keine
merkliche Veränderung. Erst mit den 4. bis
ö. Jahre kommen beim männlichen Einhufer
die Hakenzähne vollständig zum Vorscheine
(Fig. 698 a und Fig. 696 a). Beim Schweins-
eber ragen die langen und sehr starken Haken-
zähne (Hauer) weit aus dem Maule hervor,
die unteren mehr wie die oberen, jene sind

dreikantig, laufen in eine Spitze aus und sind
härter wie die oberen, welche frühzeitig ab-
gestumpft werden. Nur beim Schweine und
Hunde wechseln die Hakenzähne stets. Beim
Schweine sind die Milchhakenzähne bereits
vor der Geburt vorhanden und werden nach
neun Monaten durch die Ersatzzähne ersetzt.
Beim Hunde kommen erst in der 4. Woche
die Milchhakenzähne zum Vorschein und
werden in 8—6 Monaten gewechselt. Der
Nachschub der Hakenzähne der Einhufer wird

Fig. 695. a ausgebrocliener Hakenzahn des Pferdes mit
4 Jahren.

Fig. 696. a vollständig herausgetretener Hakenzahn im
fünften Lebensjahre.

mehr durch die Zunge als durch Futter,
meist aber durch die angelegten Gebisse ab-
genützt; hingegen bei den Schweinen über-
wiegt der Nachschub regelmässig die Abnützung,
besonders beim wilden Eber. Die Hakenzähne
werden als Waffen der sie tragenden Thiere
angesehen. Ableitner.

Halali, franz. hallali, ist ein Ausruf, welcher
bei den Parforce- oder französischen Jagden
(s. Parforcejagd) gebräuchlich ist und den
Schluss einer solchen bei Erlegung des be-
treffenden Wildes anzeigt. Dieser von sämmt-
lichen Jägern gethane Ausruf wird gewöhnlich
von der Halali-Fanfare begleitet. Letztere, ein
Hornsignal, ist je nach der parforce gejagten
Wildart verschieden. Das Halali wie auch die
betreffende Fanfare lässt man in dem Augen-
blicke erschallen, in welchem dem gedeckten
Wilde der Fang, d. i. der Todesstoss mit dem
Hirschfänger oder, wie bei starken Sauen, die
tödtliche Kugel gegeben wird. Es ist Sitte,
dass bei dem Halali von sämmtlichen Jägern
und Theilnehmern der Jagd der Hirschfänger
gelüftet und der Handschuh der rechten Hand
abgestreift wird. Das „Halali machen“ bedeutet
daher den erfolgreichen Ausgang der Jagd,

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