Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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Heydekrug, in Preussen, Regierungsbezirk
Gumbinnen. Die ganze Gegend ist flach
und sandig und wechselt mit grossen Torf
und Moorbrüchen ab.
Das hier liegende Gut „Adlig Heyde
krug“ ist ungefähr 6000 Morgen = 1831'9 h
gross und wird von dem Szieszeflusse durch
zogen. Es ist sehr reich an Wiesen. Schon
seit mehreren Generationen steht Heydekrug
in dem Besitze der Familie Badke, welche
hier von jeher bedeutende Vieh- und Pferde
zucht trieb. Letztere ist heute jedoch nicht
mehr von Belang, es werden alljährlich nur
unter Benützung königlicher Landbeschäler
aus einigen eigenen Stuten Fohlen gezogen.
Früher jedoch wurde auf die Pferdezucht
weit mehr Gewicht gelegt, und aus dieser
Zeit, etwa dem dritten Jahrzehnt dieses Jahr
hunderts, stammt auch
die Anwendung des
nebenstehenden Gestüt
brandzeichens (Fig.752),
das der Amtmann Radke
einführte. Noch anfangs
der Sechzigerjahre hatte
Heydekrug seine eigenen
Hengste, unter ihnen den
Sergeant, welcher aus
dem Georgenburger Ge- Fig. 762. Gestutbrand-
stüt erkauft war. Amt- zeichen von Heydekrug.
mann Radke starb im
Jahre 1840. Er hatte sehr bedeutenden Grund
besitz, namentlich Wiesen hinterlassen, wel
chen sich nach seinem Tode die drei Söhne
theilten. Nur das Hauptgut Adlig Heydekrug
mit einigen Vorwerken ist Eigenthum der
Familie geblieben, dessen gegenwärtiger Be
sitzer Eduard Radke ist. Dieser treibt, wie
bereits erwähnt, nur geringe Pferdezucht, da
gegen ist die Rindviehheerde um so bedeu
tender. Dieselbe zählt einschliesslich des
Jungviehes einige hundert Köpfe. Gn.
Hg., Abkürzung für das chemische Ele
ment Hydrargyrum (Quecksilber). Scklampp.
Hialtelin veröffentlichte 1883 einen Ar
tikel über eine Seuche unter den Schafen in
Irland, die er typhöses Fieber nennt. Semmer.
Hiatus (von hiare, sich öffnen, offen
sein), die Oeffnung. Scklampp.
Hibernia, s. Spanner.
hibridus (von oßpi?, Frechheit, Unzucht),
von zweierlei Abkunft, von dunkler unbe
kannter Abstammung. Scklampp.
Hidropedesis (v. iSpu>?, der Schweiss, und
irvjSTjO!;, Springen), der hochgradige Schweiss
ausbruch, das übermässige Schwitzen. Sp.
Hidrorrhoea (von i8pu>?, Schweiss, und
poiQ, Fluss), der Schweissfluss, die erhöhte
Schweisssecretion. Scklampp.
Hidrosis (v. T8pu>a:?), das Schwitzen. Sp.
Hidrotica, Mittel, welche auf die Secre-
tion der Haut und insbesondere auf den
Schweiss vermehrend einwirken, sie fallen
daher mit den als Diaphoretica bezeichneten
zusammen. Die Hidrotica werden vielfach ver
wechselt mit Arzneimitteln, welche den Namen
Hydragoga führen, die aber eine diuretische
Wirkung haben und besonders bei Kranken

wirksam sind, welche an hydropischen Zu
ständen leiden. Vogel.
Hidrotopoetica (von ;8pu>;, der Schweiss,
und rcoisTv, hervorrufen), sc.remedia, schweiß
treibende Mittel = Diaphoretica. Scklampp.
Hiebwunden, s. Wunden.
Hiemen oder Giemen, eines jener Ath-
mungsgeräusche, welches namentlich dadurch
entsteht, dass in Folge einseitiger Lähmung
des Stiiümbandes, wie es besonders bei laryn-
gitisehen Schwellungen, Angina und bei Kehl
kopfspfeifern vorzukommen pflegt, oder bei
Druck auf die Luftwege am Halse durch In
filtrationen, subparotideale Drüsen, Abscesse,
bei Druck durch das Kummet, Verengerungen
der Luftröhre, wenn die Respiration während
des Einathmens nur unter Anstrengung aus
geführt werden kann. Man nennt dieses eigen
thümliche Giemen auch Pfeifenoder Rohren,
und entsteht es nicht selten auch im Momente
der Exspiration und selbst bei Lungenkatarrhen,
wenn einzelne grössere oder kleinere Bronchien
theilweise [mit Krankheitsproducten verlegt
sind, es muss somit als ein vorwiegend ste-
notisches Auscultationsphänomen bezeichnet
werden, das zu genauer Untersuchung des Ent
stehungsortes auffordert. Vogel.
Hieover Harry, Engländer, 1846—1881,
schrieb über Pferdezucht, Jagd und Rennen,
gab 1831 eine neue Auflage von Blaine's
Encyclopaedia opural Sports heraus. Kk.
Hieracium, Habichtskraut. Von dieser
krautartigen, gelbblühenden, öfters im Sommer
milchenden Composite (Zungenblüther, Liguli-
florae oder Cicboraceae L. XIX) kommen über
28 Arten vor, welche besonders auf Wiesen,
Triften und Wegen wachsen und das Wiesen
oder Weidegras, obwohl ihnen eine Schädlich
keit nicht innewohnt, erheblich im Nährwerth
herabsetzen, wenn sie in grösseren Mengen
verbreitet sind, und zwar hauptsächlich, weil
sie besseren Pflanzen den Platz wegnehmen.
Aehnlich verhält es sich auf den Wiesen mit
dem Lab-, Ferkel- und Kreuzkraut, dem
Gänsefuss und Kälberkropf, dem Bärenklau,
der Ochsenzunge etc., obwohl man einzelne
derselben in manchen Gegenden eigens an
gebaut hat. Die beste Sorte des Habichts
krautes ist das Hieracium alpinum, wel
ches jedoch nur auf hohen Gebirgen und
Alpen vorkommt. Vogel.
Das Habichtskraut ist eine Wiesenpflanze
von geringem Futterwerth. Pott.
Hiero Siculus, griechischer Thierarzt in
Sicilien im letzten Jahrhundert v. Chr., be
arbeitete die landwirtschaftliche Thierheil
kunde; von ihm findet sich in der Hippiatrica
eine Abhandlung über die Elephantiasis der
Pferde vor. Semmer.
Hierocles, griechischer thierärztlicher
Schriftsteller aus dein Ende des IV. und An
fang des V. Jahrhunderts, gibt ausführliche
und gute Beschreibungen, die er aber zum
Theil dem Apsyrtus entlehnt hat. Semmer.
Hieronymus aus Lybien, wird von Hirokles
als Thierarzt citirt. Koch.

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