Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Vierter Band (Gestüt - Hufzange)
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lieh 50 g schwer. Es verlangt wie alle fleissi-
gen Sucher freien Auslauf.
e) Böhmisches Landhuhn, in Körper
form und Gefieder dem vorigen Huhn sehr
ähnlich.
f) Bergische Hühner. Aus Herzog
thum Berg in Westfalen. Sie erinnern in
Körperform an die Spanier, werden beson
ders in Westfalen und Rheinprovinz ge
züchtet und lassen vier Farbenschläge unter
scheiden: Bergische Kräher, berühmt als
Krähvirtuosen. Gefieder auf dunkelgelbem
Grunde dunkelbraun und schwarz getupft,
Kopf u. s. w. wie bei den übrigen Land
schlägen. Ziemlich gutes Lege- und Fleisch
huhn. — Bergische Schlotterkämmer,
den Vorigen verwandt. Henne einen Schlotter
kamm; als Wirthschaftshuhn den echten
Krähern vorzuziehen. Eiergewicht 60—70 g.
— Bergische Kukukshühner. Nur eine
Farbenvarietät der vorigen und fast gänz
lich verschollen. — Holthäuserhühner.
Diese weichen ebenfalls eigentlich nur in der
Färbung von den schwarzen Schlotterkäm
mern ab.
g) Thüringer Barthuhn, Bausbäck
chen oder Waldhuhn, eine Hühnerart mit
starkem Federbart unter dem Kinn
und an den Backen, welcher Ohr- und
Kehllappen fast gänzlich verdrängt. Kamm
gross und einfach; Körper mittelgross. Fleissig
im Suchen und Legen von 50—60 g schweren,
sehr schmackhaften Eiern. Heimat Thüringen.
Neun Farbenschläge: Schwarze, Silber-,
Gold- und Chamoisgetupfte, Sperber, gelbe,
weisse, hlaugraue und Sprenkel. Mohren
köpfe (Kopf, Bart und Schwanz schwarz)
sind selten.
h) Dänisches Landhuhn. Mittel
grosses Huhn, auf welches im Allgemeinen
die oben genannten Eigenschaften des deut
schen Landhuhnes passen. Gefieder variirt
stark. Gutes Leghuhn, welches abgehärtet ist
und sein Futter möglichst selbst sucht. Der
Verein zur Förderung der Federviehzucht in
Aarbus strebt dahin, dieses Huhn weiter zu
erhalten.
i) Schottische Kukukssperber oder
graue Schotten. In Schottland sehr beliebt.
Grosse, bis 3% kg schwere Thiere mit
Sperberfarbe. Gutes Leg- und Fleischhuhn.
Eier 65—70 g schwer. Sollen verwandt mit
den Dorkings sein.
Die hieher zählenden Dominiks haben
wir nach der Eintheilung von Baldamus schon
oben besprochen.
Ueber Kreuzungspro ducte entnehmen
wir dem Buche von M. Schuster, „Das
Huhn“, Folgendes:
1. Andalusierhahn und Landhuhn.
Die Nachzucht liefert vorzügliche Thiere,
welche schnell wachsen, sehr ausdauernde
und lobenswerthe Eierleger sind; sie zählen,
obwohl sie etwas später legen als die Italiener
kreuzung, zu den Winterlegern und sind als
Eierhühner Jedem zu empfehlen.
2. Houdanhahn und Landhuhn. Die
Nachzucht liefert fleischige, gewichtige Thiere,

die also zu den Eier- und Fleischhühnern
zählen. Sie wachsen ebenfalls rasch, trotzen
dem Klima und legen etwa so früh als die
vorigen. Die grosse Haube des Houdanhuhnes
erscheint nur noch als Halbhaube oder Büsch-
chen, und so können also diese Kreuzungs
thiere auch Jedermann als Lege-und Fleisch
hühner empfohlen werden.
3. Langshan-, Brahma-, Gochinhuhn
und Landhahn. Die Nachzucht dieser drei
Kreuzungen liefert gewichtige, stattliche
Thiere, die sich in alle Verhältnisse fügen,
besonders in der Ausdauer alle anderen
Kreuzungen übertreffen. Ihr Wachsthum ist
etwas langsam, und beginnen sie deshalb
auch etwas später zu legen; dennoch sind
sie unter die Winterleger zu stellen.
Mit Beginn des Frühjahres werden sie
brütig und geben uns die schönste und beste
Gelegenheit zu Frühbruten für Hühner, Gänse
und Enten. Die Brutlust lässt sich vermin
dern durch weitere Kreuzung mit einer nicht-
brütigen guten Rasse, wie Italiener und An
dalusien
4. Brahmahuhn und Dorkinghahn.
Die Nachzucht liefert schöne, gewichtige
Thiere, die als Fleischhühner in erster Linie
stehen, dagegen als Eierleger in zweiter
Linie.
5. Brahmahuhn und Andalusier
hahn. Die Nachzucht liefert tüchtige Fleisch
hühner, den vorigen an Gewicht nachstehend,
dagegen an Eierproduction vorstehend. Brut
lust der Brahmahenne etwas gemindert.
6. Houdanhuhn und Andalusier
hahn. Die Nachzucht dieser Kreuzung hat
sich bei mir vorzüglich gehalten; sie war so
gut, dass ich sie nicht ausgehen liess und
sie öfters empfohlen habe. Sämmtliche Züchter
sind heute damit zufrieden und haben keinen
anderen Versuch gemacht, bessere Hühner
zu züchten oder anzuschaffen. Die jungen
Hühner legen vorzüglich, den ganzen Winter,
und die Eier sind sehr gross.
7. Brahmahuhn und Houdanhahn.
Diese Kreuzung habe ich vor 10 Jahren in
grossem Masse betrieben und war sehr zu
frieden damit. Die Nachzucht liefert schöne,
schwere Fleischhühner und gute Leger; auch
waren die Thiere recht dauerhaft.
Um Eierhühner zu erzielen, empfiehlt
es sich nach vielfachen Erfahrungen, unsere
Landhennen mit einem vorzüglichen
Italienerhahn, um Fleischhühner zu
züchten, dieselben mit Creve-Coeur, Dor-
king und anderen Fleischrassen zu kreuzen.
Dr. Klemm empfiehlt eine Kreuzung von
Creve-Coeur-Hahn mit Brahmahenne.
Die Producte sind fast ohne Haube und fast
ohne Befiederung der Füsse, sehr widerstands
fähig, legen früh und fast den ganzen Winter
schwere Eier, brüten nur einmal, mästen sich
leicht, sind ebenso wohlschmeckend als Creve-
Coeur, aber schwerer. Klemm will, dass man
bei Kreuzungen stets den Hahn aus
einer kleineren, lebhafteren Rasse,
das Huhn dagegen aus einer grös
seren Rasse wähle und nicht umge-
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