Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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fiihrung nach Japan niemals grosse Schwierig
keiten bereitet haben.
Die Zugleistungen der Rinder sind weit
grösser als die der kleinen Pferde; die
Ochsen sind andauernd fleissig und zeigen
dabei grosse Genügsamkeit. Von altersher
benützt man die Bullen zum Ziehen von
Lastwägen sowohl in den Städten wie auf
dem Lande. — Ueber die Mastfähigkeit der
Rasse weiss Nagai nichts Bestimmtes anzu
geben, ebensowenig über die Milchergiebigkeit
der Kühe. „Da dieselben früher niemals ge
molken wurden und ihre Milch lediglich dem
Kalbe gehörte, so wurden ihre Organe nicht
darauf hingewiesen, mehrere Monate Milch
zu geben. Hatten die Kühe gekalbt, so gaben
sie nur wenige Wochen Milch in gerade aus
reichender Menge, um das Kalb kräftig da
mit aufzuziehen.“ Wahrscheinlich würden die
Kälber nicht, nur einige Wochen, sondern
monatelang hinreichende Milchnahrung bei
ihren Mutterthieren finden. Die Haltung,
Fütterung und Pflege der Rinder soll viel
schlechter sein als die der Pferde. Die Rin
derställe sind nicht gedielt, ihr Boden besteht
aus Lehmschlag und Steingerölle. Der Mist
bleibt so lange unter dem Vieh liegen, bis
ein gewisses Quantum beisammen ist oder man
denselben im Felde zur Düngung gebraucht.
Als Einstreu wird das Stroh der verschiedenen
Getreidearten verwendet. „Das Rind wird täg
lich geputzt, aber Auswaschen und Haarab-
brennen, wie beim Pferde, fällt hier weg.“
Die Stallfütterung scheint überall ge
bräuchlich zu sein; im Sommer erhalten die
Thiere die grünen Gräser und Kräuter, welche
an den Bergabhängen und Gräbenrändern
wachsen, und im Winter bilden Reisstroh
häcksel und Kleie das Hauptfutter. Als Trank
dient reines Wasser. In der Bestell- und
Erntezeit werden dem Vieh gekochte Bohnen
und Gerste vorgelegt. Salz darf niemals im
Rinderstalle fehlen.
Vor Jahren wurden versuchsweise eng
lische Shorthorns nach Japan eingeführt, die
aber — nach Nagai — durch Ungeziefer und
vor Hunger umgekommen sind.
Die Schweinezucht hatte in früherer
Zeit gar keine Bedeutung: es fehlte überall
die Nachfrage nach Schweinefleisch. Erst seit
Freigabe des Fremdenverkehrs wurde dieselbe
in Japan eingeführt und ziemlich rasch über
das Land verbreitet. „Da man diese Zucht
aber ohne jede Kenntniss und nur sozusagen
aus Neugierde betrieb, war sie natürlich nicht
rentabel und musste bald wieder aufgegeben
werden. Die für grosse Summen Geldes an
geschafften Schweine konnten beim Verkauf
kaum den zehnten Theil der Kosten decken.
Jetzt wird dieselbe nur in der Nähe der ver
kehrsreichsten Städte betrieben und auch
hier nur in ganz beschränktem Masse.“ Durch
die deutsche landwirthschaftliche Literatur
lief schon vor langer Zeit die Nachricht, dass
Japan im Besitze einer eigenthümlichen
Schweinerasse sei, die Maskenschweine (Sus
pliciceps Gray) genannt wurde, und von der

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