Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN67099801X/228/
medicin in Kopenhagen, ging 1823 nach
Russland, wo er erst Thierarzt in den Militär-
colonien in Nowgorod, dann beim Leibgarde-
cavallerieregiment in Petersburg war, wurde
1849 Professor und Director am Dorpater
Veterinärinstitut, fungirte als Director bis
1758, wo er auf besonderen Wunsch seines
Nachfolgers F. Unterberger zu dessen Gunsten
abtrat und als Professor bis zu seinem
Tode 1875 fungirte. Jessen veröffentlichte zahl
reiche Artikel im Magazin von Gurlt und Hert-
wig und in der Wiener Vierteljahresschrist,
widmete sich aber vorzugsweise der Rinderpest
und der Rinderpestimpfungsfrage, über welche
von ihm zahlreiche Schriften erschienen sind.
Jessen trug wesentlich zur Förderung der
Veterinärmedicin in Russland und zur Hebung
des Veterinärinstitutes in Dorpat bei. Sr.
Jeverländer Rind, Rindviehschlag des
Amtsbezirkes Jever im Grossherzogthume
Oldenburg, dem ihm verwandten Holländer
und ostfriesischen Vieh sehr ähnlich, dessen
Körperformen sind dem Niederungstypus ent
sprechend. Es ist ein leicht ernährbares
schweres Milchvieh, mastfähig und frühreif.
Literatur: H. v. Mendel, Die Kind-, Schaf- und
Schweinezucht im Grossherzogthume Oldenburg. Koch.
Joch, s. Geschirr.
Jochberger Vieh, ungehörntes Vieh in
Tirol (s. Tiroler Viehzucht). Koch.
Jochdrüse, s. Augenhöhlendrüse.
Jochmuskel, s. Lippenmuskeln.
Jockey heisst jeder professionelle Rennen
reiter. Er ist also ein solcher Reiter, der für
seine Leistungen bezahlt wird, daher bedeutet
das englische Jockey, deutsch auch Jockei,
eigentlich nur Rennknecht, Reitknecht, Reit
bursche. Gewöhnlich aber versteht man unter
Jockey eben nur den Rennenreiter, dessen
Broterwerb das Rennenreiten ist. Ihm gegen
über steht der Gentlemen-jockey, gewöhnlich
aber Gentleman rider oder kurz Gentleman
genannt, deutsch Herrnreiter, welcher zur
Gesellschaft gehört und aus Liebhaberei
(Passion) sein eigenes oder aus Gefälligkeit
das Pferd eines Anderen steuert. In Deutsch
land, Oesterreich-Ungarn gehören ohneweiters
zu den Gentlemen-riders die Mitglieder der
Jockey-Clubs zu Wien, Pest, London, Paris,
des Union-Club zu Berlin, des internationalen
Club in Baden-Baden, des Wiener Adelsca
sino, der Adels-Ressource in Prag, des Press
burger Club, der Lemberger Adelsgesellschaft,
sowie dieOfficiere der stehenden Heere Deutsch
lands, Oesterreich-Ungarns, Englands, Frank
reichs. Andere Personen haben, um die Eigen
schaft als Gentlemen-rider zu erlangen, sich
der Prüfung und Bestimmung der resp. Clubs
zu unterwerfen. Jockeys und Gentlemen-riders
reiten in demselben Rennen nicht mit einander.
Ein in einem Rennstall fest angestellter Jockey
darf ohne Erlaubniss seines Herrn für eine
andere Person nicht reiten. Auch kann ein
Jockey auf Grund bestehender Bestimmungen
der resp. Clubs sogar durch hohe Geldstrafen
zur Erfüllung seiner eingegangenen Verpflich
tungen angehalten und zeitweilig vom Reiten
ausgeschlossen werden. Unter gewissen Um

ständen kann ein Jockey sogar ganz oder nur
für eine bestimmte Zeit als unfähig seines
Berufes bezeichnet, disqualiflcirt werden. Gn.
Jockey-Club ist eine Bezeichnung, welche
verschiedene geschlossene Gesellschaften an
genommen haben, deren Mitglieder Förderer
oder Liebhaber der Pferderennen sind. Solche
Jockey-Clubs bestehen zu Budapest, Wien,
Paris und London. Ihr vernehmlichster Zweck
ist für die resp. Staaten die Förderung
der Rennen und die daraus folgende Hebung
der Landespferdezucht. Die Mitglieder dieser
Gesellschaften zählen ohneweiters zu den
Gentlemen-riders (im Gegensatz zu den Pro
fessionals oder Jockeys) und bedürfen hiezu
keines anderen Ausweises als den ihrer Mit
gliedschaft. Die Aufnahme in die Clubs ist den
Vorrechten, welche sie ihren Mitgliedern ge
währen, daher eine entsprechend sorgliche.
Die Einrichtung der Clubs ist verschieden.
Ihre Mitglieder sind entweder Ehrenmitglieder,
lebenslängliche oder Mitglieder auf Zeit oder
werden in solche I. oder II. Classe unter
schieden. Grassmann.
Jockey-tricks heissen die feinen Kniffe,
Ränke und Pfiffe, welche die Jockeys beim
Rennenreiten anwenden, um dadurch leichter
zu gewinnen. Grassmann.
Jod und dessen Verbindungen. Jod,
Jodum, J. Atomegew. 127. Entdeckt von Courtois
1811. Der Name Jod rührt vom griechischen
’uuSrjs, violett, her, entsprechend der Farbe
der Dämpfe des Jod. Es zählt mit Chlor,
Brom, Fluor zur Gruppe der Halogene (s. d.).
In der Natur kommt das Jod im freien Zu
stande nicht vor, sondern stets an die Metalle
Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium gebun
den, namentlich im Meerwasser, ferner in ge
wissen Mineralquellen, in Seepflanzen und
Seethieren, der Leberthran enthält in 10.000
Gewichtstheilen 3 7 Gewichtstheile Jod; in ge
ringerer Menge kommt es auch in den Süss
wasser- und Landpflanzen vor, überdies in
einigen Mineralien mit Zink, Blei, Quecksilber
und Silber. Es wird aus der Asche der See
pflanzen, namentlich der Tange (fucus vesicu-
losus) gewonnen. Diese Asche heisst bei der
schottischen Küstenbevölkerung Kelp, in der
Normandie Var ec, sie wird mit Wasser aus
gelaugt, die wässerige Flüssigkeit durch Ein
dampfen concentrirt, wobei sich die übrigen
Salze krystallinisch ausscheiden, während die
Jodide in der Mutterlauge bleiben. Diese
Mutterlauge wird mit Schwefelsäure und
Braunstein in einer Retorte erhitzt, wobei
das Jod frei wird und sich in der Vorlage
ansammelt. Das Jod lässt sich auch aus einer
Lösung von Natriumjodid durch Einleiten von
Chlorgas abscheiden, dabei scheidet es sich
pulverförmig ab.
Das Jod ist bei gewöhnlicher Temperatur
ein fester Körper und krystallisirt in grau
blauen metallglänzenden rhombischen Tafeln,
es schmilzt bei 113° C., siedet bei 150° C.,
ist aber auch schon bei einer niedrigeren
Temperatur leicht in violetten Dämpfen flüch
tig, der Geruch ist dem des Chlor ähnlich. Es
ist im Wasser kaum löslich, nur wenn es

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66