Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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läge des späteren Knochengerüstes, welches
zum Theil bereits während der fötalen Ent
wicklung verknöchert. Die einzelnen Bestand-
theile desselben, die temporären oder transito
rischen Knorpel, besitzen im Allgemeinen die
Form der später daraus hervorgehenden
Knochen und bestehen aus hyalinem Knorpel.
Reste dieses Knorpelskeletts bleiben bis zum
Abschluss des Längenwachsthums der Knochen
in Form von zwischen Dia- und Epiphysen
gelagerten Scheiben bestehen (vgl. Knochen
bildung und Knochen Wachsthum). Em.
Knorpeltang. Isländisches Moos oder
Perlmoos von Algen aus der Familie der
Florideen, besonders Sphaerococcos crispus
und Chondrus crispus der Küsten des atlan
tischen Oceans; er enthält viel Schleim (Car-
ragin) und etwas Jod mit Brom (s. Carra-
gheenmoos). Vogel.
Knospen. An den Seiten des Stengels
treten bei dem Wachsthum der Pflanzen all
jährlich neue Vegetation spunkte auf, welche
aus den jüngsten Zellen, dem Meristem, be
stehen und wodurch bei ihrer Vermehrung
der Fortbau des Stengels geschieht. In dieser
Weise geschieht auch die Verzweigung des
letzteren in Form von Nebenzweigen (Rami).
Die noch unentwickelte Spitze eines Stengels
oder die der Zweige am Hauptstengel heisst
Auge oder Knospe (gemma), sie enthält
zugleich die embryonalen, noch geschlossen
übereinander gelegten, jungen Blättchen
(Sprossen, Turiones), es gibt daher Gipfel
oder End-, bezw. Terminalknospen und
Seiten- oder Achselknospen; erstere be
sorgen das Wachsthum in die Länge, letztere
das zur Seite (Zweigbildung). Ganz so ver
hält es sich auch bei jenen Pflanzen, welche
statt der Blätter Nadeln aussprossen lassen,
besonders deutlich sind aber die Knospen an
den Sträuchern, weil sie hier schon im Sommer
entstehen und als solche bis zum nächsten
Frühjahr bleiben, wo sie sich dann wie an
den Bäumen zu neuen Zweigen oder Sprossen
entwickeln. An älteren Theilen von Aesten,
Stämmen oder auch an Wurzeln entstehende
Knospen heissen Adventivknospen, es
haben dieselben aber keine gesetzmäßige
Stellung, sie entstehen in der Cambium-
schicht, durch die der Stengel oder Stamm
allmälig an Umfang zunimmt, sie müssen
also erst durch die Rinde hervorbrechen.
Pharmaceutisch kommen nur die Knospen
dicotyler und gymnospermer Bäume in Be
tracht, nämlich die Laubknospen der Pappel
(Populus nigra, Gemmae Populi), welche
aber nicht in thierärztlichem Gebrauch stehen,
und die Sprossen der Kiefer (Turiones Pini),
d. h. die jungen Triebe von Pinus silvestris
(s. d.). Vogel.
Knowle, in England, liegt 2 5 miles —
4'02 km von Sidmouth in Devonshire. Es ist
ein dem Mr. John Dashwood Lang gehöriges
Gut. Dasselbe enthält einen Flächenraum
von 600 acres = 242 85 ha, von dem ein
Theil eingesäetes Weideland ist. Der Boden
ist mässig fruchtbar.

Das hier von dem Besitzer im Jahre 1880
gegründete Gestüt besteht aus Shirepferden.
Der erste Stamm wurde angekauft, und um
das beste und bedeutendste Shireblut zu
erlangen, wurden keine Kosten gescheut.
Ende des Jahres 1887 zählte das Gestüt im
Ganzen 38 Pferde, u. zw. 15 Stuten und Stut-
fohlen über zwei Jahre, 7 Fohlen, 1 Haupt
beschäler und 15 Hengste verschiedenen
Alters. Diese Zahlen, besonders die der jün
geren Pferde, sind in Folge des später erwähn
ten Verkaufes und des Abfohlens der Stuten
einem stetigen Wechsel unterworfen. Als
Hauptbeschäler wird gegenwärtig der roth
braune Naughty Tom (2853 des Shirehorse
Stud-Book)— es ist gebräuchlich, dem Namen
des Shirehengstes die betreffende Nummer
des Stud-Book, unter welcher er in demselben
aufgeführt ist, beizusetzen — v. Major (1470)
a. d. Cottenham Diamond v. King of the
Fens (1237) benützt. Derselbe, 1880 geboren,
ist väterlicherseits Enkel, mütterlicherseits
Grossenkel des berühmten Honest Tom (1105),
welcher von Mr. Wm. Welcher zu Walton,
Norfolk, gezogen und ausser zahlreichen
Ehrenpreisen auf den bedeutendsten Schauen
Englands über 500 Guineas (— 10.000 Mark)
an Preisen erhielt. Naughty Tom selbst wurde
mit 12 ersten und 2 zweiten Preisen aus
gezeichnet. Neben diesem werden einige
Stuten aber auch anderen bedeutenden Be
schälern zugeführt. Die übrigen im Gestüt
befindlichen Hengste sind 1—3 Jahre alt.
Die Stuten stammen aus den geachtetsten
Zuchten und führen theils unmittelbares,
theils entfernteres Lincoln, gewöhnlich als
Miller’s Lincoln bekannt, Champion-, Hannibal-,
Bold Ben-, Honest Tom- u. s.w. -Blut in ihren
Adern. Die vorherrschende Farbe ist rothbraun
und braun, dieselbe ist mit einigen Roth
schimmeln untermischt.
Im Sommer gehen die Stuten zeitweilig
mit den Fohlen auf die Weide. An Futter
wird ihnen gequetschter Hafer und Kleie
gereicht. Die Hengste erhalten im Sommer
geschnittenes Gras und hinreichendes Korn,
so dass sie in gutem Futterzustande ver
bleiben, keineswegs aber ein gemästetes Aus
sehen haben, wie dies häufig bei gleichen
Verkaufshengsten der Fall ist. Im Winter
empfangen alle Pferde Stroh undHeuhäckerling
mit einigen Wurzeln und Rüben untermengt,
dazu gequetschten Hafer und Kleie sowie von
Zeit zu Zeit gedämpfte Bohnen oder Erbsen.
Wicken und Rothklee wird den Pferden, be
sonders den Stuten, niemals verabreicht, da es
nach den Erfahrungen des Besitzers bei sol
chem Futter sehr schwierig wird, die Stuten
zur Empfängniss zu bringen.
Die Ausnützung des Gestüts besteht in
dem Verkauf der Aufzucht, namentlich als
Zuchtpferde, da sich die Pferde eines guten
Rufes weit über die Landesgrenzen erfreuen.
So wurden seit dem kurzen Bestehen des Gestüts
Zuchtthiere nach Australien und Amerika,
z. B. Ende des Jahres 1887 wieder einige
Hengste nach den Vereinigten Staaten Ame
rikas verkauft.

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