Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Die sämmtlichen Gestütsangelegenheiten
leitet der Besitzer selbst. Zur Ausführung
derselben sind ein Stud groom und Hilfsleute
je nach Bedürfniss vorhanden.
Ausser dem Gestüt hat Knowle noch
eine Devon- und Jerseyrinderheerde, eine
Shropshire Schaf-und Berkshireschweineheerde.
Alle Thiere sind reinblütig und berechtigt,
in die bezüglichen Heerdbücher eingetragen
zu werden. Auch diese Heerden werden durch
den Verkauf von Zuchtvieh ausgenützt, so
wurde z. B. Ende des Jahres 1887 ein Devon-
shirebulle nach Brasilien ausgeführt. — Auch
an Federvieh werden in Knowle mehrere reine
Bassen gezüchtet. Grassmann.
Knowlson gab 1843 in London heraus
ein Buch über Behandlung der Krankheiten
der Binder und Pferde. Semmer.
Knurren. Eigenthümliche Darmgeräusche.
Deren diagnostische Bedeutung s. Gluckgluck-
geräusche und Untersuchung des Hinter
leibes. Vogel.
Koaltar, Steinkohlentheer, Oleum Lithan-
thracis, s. Pix liquida. Vogel.
Kobalt und dessen Verbindungen. Das
Kobalt Co, Atomgewicht 59, ist ein Metall,
der Gruppe des Eisens zugehörig. Der Name
rührt von Kobold, Berggeist, her, weil man
mit den Kobalterzen lange Zeit hindurch
nichts zu beginnen wusste; fand man diese
Erze, so hielt man sich von dem Kobold
geneckt. Erst in der ersten Hälfte des
XVI. Jahrhunderts wurden die Erze des Ko
balts zur Bereitung der 8malte — blaues
Kobaltglas — benützt. Das Metall wurde zu
erst 1733 von Br.andt dargestellt, es kommt
in der Natur nicht gediegen vor, sondern
mit Schwefel vereinigt als Kobaltkies
Co a S 3 , mit Nickeleisen und Arsen als Speis
kob alt (CoNiFe) As a , mit Schwefel und Arsen
als Glanzkobalt CoAs a CoS a , in Verbindung
mit Arsensäure als Kobaltblüthe
Co(AsO t ), -f- 8H,0,
mit Mangan und Sauerstoff als Kobalt
manganerz. Die Kobalterze enthalten nebst
den erwähnten Bestandtheilen beinahe stets
noch Nickel, überdies auch noch Wismuth-,
Kupfer- und Bleiverbindungen. Das Kobalt
metall erhält man durch Beduction des Kobalt
oxyds mit Kohle oder im Wasserstoffstrom.
Geschmolzen zeigt es die Farbe des polirten
Eisens, bei gewöhnlicher Temperatur ist es
ein weisses, dehnbares Metall vom specifischen
Gewicht 8'9, welches magnetisch jedoch viel
schwächer als Eisen ist. Es verändert sich
bei gewöhnlicher Temperatur weder an der
Luft noch in Berührung mit Wasser; bei
höherer Temperatur oxydirt es sich; es wird
von Salzsäure und Schwefelsäure langsam,
von Salpetersäure leicht gelöst; es verbindet
sich direct mit Chlor, Brom und Jod. Das
Kobaltmetall wird zum Ueberziehen von Eisen
mit Hilfe der Galvanoplastik verwerthet.
Das Kobalt bildet gleich dem Eisen
zwei Verbindungsreihen, nämlich: Oxydul-
Kobalto- und Oxyd-KobaltiVerbindungen,
von grösserer Wichtigkeit sind die ersteren.

Kobaltchlorür, Kobaltochlorid CoCl,,
bildet sich beim Auflösen von Kobaltoxydul
oder Kobaltocarbonat in Salzsäure in rothen
monoklinen Krystallen CoCl a -|-6H a O. Diese
schmelzen beim Erwärmen und verlieren
beim Erhitzen allmälig ihr Krystallwasser
und werden dabei blau. Auf dieser Eigen
thümlichkeit beruht die Verwendung der
Kobaltchlorürlösung als sog. sympathe
tische Tinte. Schreibt man mit einer wäs
serigen Lösung des Salzes auf Papier, so
sind nach dem Eintrocknen die blassrothen
Schriftzüge kaum lesbar, erwärmt man aber das
Papier, so wird die Schrift nun blau und
leicht lesbar; beim Erkalten zieht das blaue
wasserfreie Salz wieder Feuchtigkeit von der
Luft an und dementsprechend verschwindet die
Schrift wieder. Auch die sog. Barometer
blumen, welche aus feiner mit Kobaltchlorür
befeuchteter Leinwand angefertigt werden,
beruhen darauf, dass die Blumen in trockener
Luft blau und in feuchter roth erscheinen.
Kobaltoxydul CeO erhält man als
grünes Pulver, wenn man das Kobaltoxy
dulhydrat Co(OH) a bei Luftabschluss glüht.
Letzteres gewinnt man durch Fällen einer
heissen Kobaltosalzlösung mittelst Kali oder
Natronlauge als einen rosenrothen, an der
Luft sich schnell oxydirenden und dadurch
missfarbig werdenden Niederschlag. Erhitzt
man Thonerdehydrat mit Kobaltoxydulhydrat,
so entsteht ein Kobaltaluminat, welches
dem Ultramarin ähnlich ist, als Kobaltblau
in den Handel kommt und als Wasser-, Oel-
und Porzellanfarbe benützt wird. Von den
Salzen des Kobaltoxyduls mit den Sauerstoff
säuren verdient Erwähnung das Kobalt
silicat. Es entsteht, wenn eine Kobaltver
bindung mit einem farblosen Glas geschmol
zen wird, und stellt ein tiefblau gefärbtes
Glas dar, welches zu feinem Pulver gemahlen
unter dem Namen Smalte in der Glas- und
Porzellanmalerei, auch zum Bläuen von Papier
verwendet wird.
Kobaltoxyd Co a 0 3 erhält man durch
schwaches Glühen des Kobaltnitrats als
schwarzbraunes Pulver. Bei stärkerem Glühen
geht es unter Sauerstoffabgabe in Kobalt
oxyduloxyd Co a 0 4 und in der Weissgluth in
Kobaltoxydul über. Die übrigen zahlreichen
Verbindungen des Kobalts bieten nur theore
tisch-chemisches und farbentechnisches In
teresse.
Sämmtliche Salze des Kobalts sind ge
färbt, u. zw. sind sie zumeist in wasserhal
tigem Zustand roth, in wasserfreiem Zustand
blau. In seinen Verbindungen wird das Ko
balt durch folgende Beactionen erkannt:
1. Durch Kali- oder Natronlauge, auch durch
die Carbonate des Kaliums oder Natriums
wird das Kobalt aus allen seinen Verbin
dungen als ein auch im Ueberschuss des
Fällungsmittels unlöslicher Niederschlag —
Hydrat, bezw. Carbonat — abgeschieden.
2. Auch Ammoniak und Ammoniumcarbonat
fällen das Kobalt aus seinen Lösungen, lösen
es jedoch im Ueberschuss zugesetzt wieder
auf. 3. Kaliumnitrit bewirkt in concentrirten

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