Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Kobaltolösungen einen gelben Niederschlag
von Kaliumkob altonitrit. 4. Sehwefelammonium
erzeugt in den Kabaltolösungen einen schwar
zen Niederschlag von Kobaltsulfid, welcher
in verdünnten Säuren in der Kälte unlöslich
ist. 3. Mit Borax zusammengeschmolzen geben
die Kobaltverbindungen ein schön blauge
färbtes Glas (Kobaltperle), Loebisch.
Kobaltsalze. Kobalt, Co, kommt in der
Natur hauptsächlich in Verbindung von
Schwefel und Arsen (Realgar, Auripigment,
Kobaltblüthe) vor und muss ausserdem erst
von den weiteren Vermengungen mit Nickel,
Eisen und Mangan gereinigt werden. Von den
Salzen ist keines in ärztlichem Gebrauch: sie
sind insgesammt giftig und rufen bei Thie
ren, wie die Nickelsalze, schwere Ernährungs
störungen hervor, welche besonders im Zer
fall der rothen Blutkörperchen bestehen. Der
Scherbenkobalt ist eine amorphe,schwarze,
glasglänzende Masse, welche gediegen vor
kommt und, weil hauptsächlich aus Arsen
bestehend, fast so giftig ist, wie dieses
(Pliegenstein). Er wird häufig von Pferde
händlern gepulvert (zu 1 Messerspitze voll
jeden zweiten Tag im Futter) gegeben, um
mageren Thieren rasch ein besseres volleres
Ansehen und ein glänzendes Haarkleid zu
verleihen, ebenso wenden in manchen Gegen
den die Landleute Scherbenkobalt mit Wasser
und Essig gekocht (0'5%) als Waschmittel
gegen Ungeziefer und Räude bei allen Haus
thieren an, thierärztlich wird er aber jetzt
nur mehr in Form des weissen Arseniks ver
wendet (s. Acidum arsenicosum). Vogel.
Kobande, früher Kuh an dt, unweit Crivitz,
im Grossherzogthum Mecklenburg-Schwerin,
War unter der Regierung des Herzogs Johann
Albrecht I. (in Schwerin 1582—1576) eine
Abtheilung des von demselben gegründeten
Gestüts zu Settin (s. d.), in der im Jahre 1569
im Ganzen 21 Pferde, darunter einschliesslich
4 Wilden 8 Mutterstuten, standen. Gn.
Kobbelbude, in Preussen, Regirungsbezirk
Und Landkreis Königsberg, liegt 17 km süd
westlich Königsbergs und ist eine königl, Do
mäne. Hier hatte schon zur Zeit der deutschen
Ordensritter die Comthurei Brandenburg eine
Stuterei mit edlen Pferden, aus der wie aus
den übrigen zu Balga, Beeslack, Georgenburg,
Grünhof, Ragnit, Lochstedt, Insterburg, Ta-
piau u. s. w. bestehenden Gestüten die Hoch
meister schöne und edle Pferde verschenkten.
Anfangs des XVIII. Jahrhunderts befand sich
zu Kobbelbude ein Staatsgestüt, das mit wei
teren in der Provinz belegenen Staatsstute
reien aufgehoben und im Jahre 1732 in das
heu errichtete Stutamt Trakehnen zusammen
gezogen wurde. Seitdem wird in Kobbelbude
namhaftere Pferdezucht nicht betrieben. Gn.
Kobeyshe, eine Pferderasse Arabiens,
soll nach Einigen zu den el-Khoms, u. zw.
an Stelle der Rasse Dscholfe oder Djolfe ge
hören (s. Khoms). Grassmann.
Koch Julius, gab 1850 eine Abhandlung
über die Heilung des Milzbrandes mit ho
möopathischen Mitteln heraus. Koch.

Kochen ist im physikalischen Sinne gleich
bedeutend mit Sieden (s. d.). Im engeren
Sinne versteht man unter Kochen jene Zube
reitungsart der Speisen, bei welcher diese,
ganz von Wasserdampf umgeben, längere Zeit
der Temperatur des siedenden Wassers ausge
setzt werden. Der Zweck des Kochens ist, die
einzelnen Nahrungsmittel in eine solche Form
und Beschaffenheit zu bringen, dass die in
denselben enthaltenen Nährstoffe den Ver
dauungssäften leichter zugänglich werden, wo
durch einerseits die Verdauungsarbeit und die
Aufsaugungsfähigkeit des Darmcanals erleich
tert, andererseits die Ausnützung des Nah
rungsmittels für den Körper gesteigert wird.
Die Veränderungen, welche die Nahrungsmittel
beim Kochen erleiden, sind mechanische und
chemische. Die mechanische Einwirkung des
Kochens (Dämpfens) kommt hauptsächlich für
die vegetabilischen Nahrungsmittel in Betracht.
Unter dem Einfluss des Wassers bei höherer
Temperatur wird das Gefüge der Pflanzen
zerstört, der Zusammenhang der Zellen ge
lockert, die resistenten Cellulosehüllen werden
gesprengt und hiedurch der die eigentlichen
Nährstoffe enthaltende Zellinhalt freigelegt.
Das an sich schwer verdauliche rohe Stärke
mehl geht hiebei in .einen gallertigen, klei
sterartigen Zustand über, in welchem es von
den diastatischen Fermenten der Verdauungs
säfte leicht angegriffen wird. Bei den anima
lischen Nahrungsmitteln, namentlich beim
Fleisch, kommt die mechanische Zerkleinerung
nur dann in Betracht, wenn das Thierindivi
duum wegen Mangel oder Defect der Zähne
die Speisen zu kauen nicht im Stande ist,
da erfahrungsmässig ein kle(n zerhacktes, fein
gewiegtes rohes Fleisch eben so gut vertragen
und im Darm verwerthet wird als gekochtes
oder gebratenes. Das Kochen beeinflusst in
chemischer Beziehung zunächst den Wasser
gehalt der Nahrungsmittel, u. zw. büsst Fleisch
beim Kochen ebenso wie beim Braten etwa
15 — 20 Procent seines Wassergehaltes ein,
während dieVegetabilien sämmtlich — Legumi
nosen, Cerealien, selbst die Kartoffeln — durch
das Kochen viel wasserreicher werden. Dem
gemäss werden die Vegetabilien durch das
Kochen auch viel voluminöser, ein Umstand,
der in praktischer Beziehung von grosser
Wichtigkeit ist, da bei einer rationellen Er
nährung eine Erweiterung und Belastung des
Magens mit dem Futter zu vermeiden ist.
Auch ist festgestellt, dass die procentische
Ausnützung der Nährstoffe im Darm bei
mittlerem Volumen der Speisen sich günstiger
gestaltet als bei grossem Volumen.
Die weiteren Veränderungen, welche die
wichtigsten Nahrungsmittel durch das Kochen
erfahren, sind folgende: Auf das Fleisch
wirkt das kochende Wasser, indem es das
Bindegewebe, welches die einzelnen Muskel
bündel umhüllt, in Leim überführt, die Ei
weisskörper gerinnen; ausserdem laugt das
Wasser lösliche Leimstoffe, Extractivstoffe
und Salze, auch Eiweissstoffe aus, auch etwas
geschmolzenes Fett wird mechanisch mitge
rissen oder von dem schrumpfenden Fleisch

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