Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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englischen Halbblutes und unter den in Ver-
- Wendung gekommenen Hengsten befanden sich
häufig solche englischen Vollblutes, so dass
das Gestüt in fortschreitender Veredlung seiner
Zucht begriffen war.
Das aus einem Z und
darüber befindlicher
Grafenkrone bestehende
Brandzeichen ist in Pig.
1094 wiedergegeben.
Bei dem im Jahre
1881 erfolgten Ableben
des Grafen Camillo
Zichy ging das Gestüt
ein. Die Güter wurden
unter die Söhne getheilt, so dass Läng in das
Eigenthum des heutigen Besitzers überging.
Etwa die Hälfte der sämmtlichen Gestüts
pferde erhielt Graf Nander Zichy, welcher die
selben nach Duna Abony im Stuhlweissenbur-
ger Comitat überführte und hier mit dem ur
sprünglichen Länger Material ein neues Ge
stüt anlegte. Grassmann.
Langenbacher (1775—1846), Sohn eines
Schmiedemeisters, studirte Thierheilkunde in
Wien, war erst Pahnenschmied und Assistent
an der Thierarzneischule, dann Oberkurschmied,
1804 Lehrschmied und 1809 Professor am
Wiener Thierarznei-Institut. Gab 1818 einen
Unterricht über den Beschlag und über die
Behandlung gesunder und kranker Hufe heraus,
wurde 1841 pensionirt. Seine 4 Söhne sind alle
Veterinäre. E. Langenbacher (s.d.) war Lehrer
des Hufbeschlages in Wien und Petersburg
und veröffentlichte mehrere Artikel in Busse’s
Memorabilien. A. Langenbacher, Landesthier
arzt, schrieb 1840 zu seiner Doctordisser-
tation eine Abhandlung über die von Thieren
auf Menschen übertragbaren Krankheiten. Sr.
Langenbacher Eduard, Hofrath, Ritter;
österreichischer Veterinär, 1808 in Wien ge
boren als Sohn des Professors der Wiener
Thierarzneischule, wurde 1842 als Lehrschmied
nach Russland in die Veterinärschule in Wilna
berufen, prakticirte seit 1883 in St. Petersburg.
Langenbacher war vielfältig literarisch thätig
und Mitgründer des Vereins der Veterinärärzte
(1846) in St. Petersburg, seit 1871 dessen
Ehrenmitglied; er starb dortselbst 1887. Kh.
Langermann (1768—1832), Dr. med. Von
1819—1832 Director der Thierarzneischule
in Berlin. Semmer.
Langguth G. A. (1711—1782). Dr. Prof,
zu Wittenberg, veröffentlichte 1753 und 1765
Schriften über die Rinderpest und über
Veterinärmedicin. Semmer.
Langhorniges Rind. Im vorigen Jahrhun
dert erfreute sich eine Gruppe ähnlicher
Rinderschläge, welche wegen der eigenthüm
lichen langen Hornbildung langhornige Rin
der (the longhorned breed) genannt wurden, in
England und Irland einer grossen Verbreitung,
während dieses Vieh heute nur mehr verein
zelt vorkommt und durch mannigfache Kreu
zung, insbesondere mit Shorthorns, zum grossen
Theil die besonderen Eigenthümlichkeiten ein-
gebüsst hat.
Die Verbreitung des langhornigen Rindes
K och. Encyklopädie d. Thierheilkd. V. Bd.

erstreckte sich über Irland und das westliche
und mittlere England (in den Grafschaften:
Lancashire, Cumberland, Westmoreland, York-
shire, Shropshire etc.)
Die alte ursprüngliche Rasse, welche sich
in Farbe des Haares und den sonstigen Ei
genschaften recht gleichmässig vorstellte und
nur bezüglich der Körpergrösse eine mit der
Oertlichkeit und den Ernährungsverhältnissen
Hand in Hand gehende Verschiedenheit zeigte,
gehörte im Grossen und Ganzen zu den
schweren Viehschlägen. Sie war von brauner
oder schwarzer Farbe und besass verschiedene
weisse Abzeichen, häufig in Form eines weis-
sen Rückenstreifens.
Die Haut war dick und mit langen Haa
ren bedeckt. Der schwere Kopf trug lange,
starke, nicht nach abwärts gerichtete Hörner.
Der lange mit flachen Seiten versehene Kör
per war in Folge der stärker entwickelten
Schultern in seinem vorderen Theile schwerer
als in dem hinteren. Ein grober Knochenbau
mächte diesen Schlag zur Arbeit wohl ge
eignet. Abhärtung und Genügsamkeit rühmte
man diesen mit mageren, hochbeinigen und
schweren Formen versehenen Rindern nach.
Die Milchergiebigkeit war eine mittel-
massige und das Fleisch wegen seiner harten,
grobfaserigen Beschaffenheit nicht beliebt. Aus
diesen Thieren, die erst im 6. oder 7. Jahre
ihr Wachsthum vollendet hatten, züchtete in
der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Bake well auf seinem Gute Dishley in der
Grafschaft Leicester Rinder mit schönen run
den Formen, die durch vorzügliche Mastfähig
keit und durch Frühreife sich auszeichneten.
Diese von Bakewell, Fowler und Anderen
veredelten langhornigen Rinder, welche die alten
Schläge rasch verdrängten, zeichneten sich durch
einen langen, spitz zulaufenden Kopf mit gros
sen, sanft blickenden Augen und lange, nach
abwärts und vorne gerichtete Hörner aus. An
den dünnen Hals schlossen sich feinknochige,
aber sehr fleischige Schultern an. Die wenig
tiefe Brust war nahezu ohne Hautfalte. Der
mittellange, gut abgerundete Leib zeigte weit
abstehende Rippen. Der Rücken war voll, die
Lenden breit mit abstehenden Hüften. Die
Schenkeln waren weit und fleischig. Die gut
gestellten Füsse waren kürzer geworden.
Diese neue, im Gewicht etwas leichter
gewordene Form des langhornigen Viehes
lieferte Fleisch von bester Qualität. Die fort
gesetzte Incestzucht brachte es jedoch mit
sich, dass sich allmälig eine gewisse Schwäche
des Organismus und eine Neigung zur Un
fruchtbarkeit einstellte, welche die Zucht dieses
sonst so werthvollen Schlages unvortheilhaft
machten. An ihre Stelle traten die inzwischen
von verschiedenen Züchtern ebenfalls ver
besserten kurzhornigen Schläge, die Short
horns, welche die eben genannten Mängel
nicht besassen. Adametz.
Langlois N. studirte Veterinärmedicin in
Alfort und war einige Zeit Repetitor daselbst.
Gab 1836 zu Orleans heraus: De la garantie
et des vices rödhibitoires des animaux dome-
stiques. Semmer.

ES-
X
Fig. 1094. Gestütbrand
zeichen für Läng.

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