Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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fähigkeit des Organismus geschwächt und in I
anderen Organen eine Disposition zum Er
kranken erzeugt wird. So tritt gern zu einer
idiopathischen Lungenentzündung eine deu-
teropathische Brustfellentzündung hinzu. Anr.
Idiosynkrasie (abgel. von i8io?, eigen
artig, oov, zusammen, und ■}] xpäat;, Mischung),
ein der Zeit der Humoralpathologie ungehö
riger Ausdruck für das eigenartige Verhalten
eines jeden Individuums gegenüber gewissen
äusseren Einwirkungen, vorzugsweise gegen
über gewissen Nahrungs- und Genussmitteln,
bedingt durch die individuell verschiedene
Mischung der Säfte. In späterer Zeit be
zeichnet das Wort nur die manchen Indivi
duen eigenartige Empfindlichkeit gegen ge
wisse Genussmittel, die bei diesen Krank
heitserscheinungen hervorrufen, bei anderen
nicht (bekannt ist z. B. die Idiosynkrasie
einzelner Menschen gegen Erdbeeren, Krebse
etc.; vielleicht kann man als einen ähnlichen
Zustand den sog. Buchweizenausschlag weisser
Hautstellen unserer Hausthiere auffassen).
Jäger, der den Ausdruck neuerdings wieder
in der ursprünglichen weiteren Fassung für die
„individuell verschiedenartige Geschmacks
richtung“ gebraucht wissen will, unterscheidet
dabei die innerhalb der Species, der Rasse,
den Völkern und endlich den beiden Ge
schlechtern je zukommenden „stabilen“ und die
von augenblicklichen Lebenszuständen (Alter,
Entwicklungsperioden) und Affecten des Indi
viduums abhängigen „labilen“ Idiosynkrasien.
Er führt diese seine Idiosynkrasien auf die
Relationen zwischen dem Dufte, d. h. den in
der Säftemasse sich frei bewegenden und
damit auch den einzelnen Theilen innewoh
nenden flüchtigen Stoffen des consumirenden
Subjectes und des zu verzehrenden Objectes
zurück, d. h. darauf, ob diese in dem Sub
jecte das Gefühl der Lust oder Unlust, also
rhythmische oder arhythmische Lebensbe
wegungen hervorrufen. Sussdorf.
Idiota s. Idiotes (von id;o$, eigen), ein
Sonderling, ein dummer Mensch. Anacker.
Idrialin nennt Dumas einen in den
Quecksilbererzen, namentlich in den Brand
erzen von Idria vorkommenden paraffinartigen
Kohlenwasserstoff, welcher handhohe Lager
von bräunlichschwarzer Farbe und glänzendem
Strich bildet. Es fängt leicht Feuer und
Hiesst dann auseinander wie brennender Theer.
Mit siedendem Terpentinöl kann man eine
weisse krystallinische schwer schmelzbare
Masse ausziehen, die sich in concentrirter
Schwefelsäure mit blauer Farbe auflöst —
das Idrialin mit 94'9% Kohlenstoff und 5T%
Wasserstoff. Loebisch.
Igasurin. eine der neu entdeckten Basen
(Desnoix [s.d.]) in den Samen der Strychnos
Nux vomica, also neben Strychnin und Brucin
wirksam. Vogel.
Igel, s. Insectenfresser.
Igelfuss. Wenn sich in Folge wiederholter
Hautentzündungen im Fessel eine Sclerose
der Haut und des Unterhautbindegewebes
entwickelt hat und die gleichfalls dicker
gewordenen Haare auf der so entstandenen

Geschwulst gesträubt wie die Stacheln eines
Igels abstehen, so nennt man diesen Zustand
einen Igelfuss. Bayer.
Igelkröpfe, s. Ihlenkröpfe.
Igelsamen. Die mit langen widerhakigen
Fortsätzen besetzten Schliessfrüchte des als
Unkraut bekannten Igelsamens Eehinosper-
mum lappula und deflexum setzen sich
als sog. Wollläuse in dem Vliesse bei Schafen
fest und verringern wegen ihrer schwierigen
Entfernbark eit den Woll werth erheblich, auch
werden sie nicht selten für wirkliche Läuse
gehalten. Die Schäfer müssen zum Ausrotten
der Pflanze angehalten werden. Vogel.
Ignatiussamen, Semina Sancti Ignatii, aus
gezeichnet durch ihren Strychninreichthum,
s. deren Stammpflanze Strychnos Ignatii. VI.
Ignis sacer s. ignis Sancti Antonii
(von ignis, das Feuer; sacer, heilig), das
heilige oder St. Antoniusfeuer oder der Milz-
brandrothlauf. Anacker.
Ihlenfeld. Das dem Rittergutsbesitzer
Fr. v. Michael gehörige, im Grossherzogthum
Mecklenburg-Strelitz gelegene Rittergut Ihlen
feld, ritterschaftlichen Amts Stargard, liegt
unweit nordöstlich von Neubrandenburg, dem
Kreuzuugspunkte der mecklenburgischen Fried
rich Franz-Eisenbahn, der mecklenburgischen
Südbahn und der Berliner Nordbahn. Der
gesammte Flächenraum Ihlenfelds umfasst
411.740 Quadratruthen = B84'l ha. Hievon
sind etwa 35 ha Wiesen, von denen ein Theil
ein schönes, feines Gras liefert.
Das hier in Ihlenfeld unterhaltene Ge
stüt zählt bei 100 Pferde, unter denen sich
etwa 40 Fohlen befinden. Zur Zucht werden
2 Hengste und 12 Stuten verwendet. Die
Hengste decken die eigenen Stuten, soweit
diese nicht aus Verwandtschaftsrücksichten
anderen Hengsten, u. zw. in letzter Zeit dem
in Gantzkow stehenden Quasir und dem
englischen Vollbluthengste Basnäs im gross
herzoglich mecklenburg-schwerin’schen Land
gestüt zu Redefln zugeführt werden. Auch
fremde Stuten der Umgegend werden von
Ihlenfelder Hengsten belegt, doch wechselt
die Zahl dieser in den einzelnen Jahren be
deutend. Alle Stuten, welche zu keinerlei
Arbeit herangezogen werden, sowie alle Fohlen
gehen im Sommer auf die Weide, die Fohlen
stuten mit den Saugefohlen und den jüngeren
Jahrgängen der Fohlen in einer Kleekoppel,
welche alle Jahre, da sie im frischen Klee
schlage inbegriffen, der regelmässigen Frucht-
folge wegen wechselt, aber nach der Schlag-
eintheilung stets an den Hof hinanreicht; die
älteren Jahrgänge in einer vom Hofe ent
fernter liegenden Koppel.
Im Winter sind die einzelnen Jahrgänge
der Fohlen von einander getrennt und in ge
räumigen Stallungen untergebracht, in wel
chen sie lose umhergehen und vor denen ein
weiter eingefriedigter Laufplatz sich be
findet. Auf diesen werden täglich alle Fohlen,
um auch die nöthige Bewegung im Freien
zu haben, hinaufgelassen. Die Mutterstuten
stehen jede für sich in besonderem Stande,
fohlen in diesem ab und bleiben mit den

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