Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Fünfter Band (Hugue - Langlois)
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Fohlen darin, bis sie im Sommer ans die
Weide getrieben werden. Neben Hafer, Kaff
u. s. w. erhalten sämmtliche Pferde nur gutes
Wiesenheu.
Die Zahl der jährlich zugezogenen Fohlen
ist fast immer dieselbe, da bei gleichem
Mutterstutenbestande ein Versohlen nur sehr
selten eintritt und Fehlgeburten, so viel hier
über erinnerlich, noch niemals vorgekommen
sind. Die Verwendung der Fohlen ist ver
schiedenartig. Ein Theil von ihnen dient dem
eigenen Gebrauch, zur Vollständigerhaltung
entweder des Gestüts, wenn hiefür geeignet,
oder der Gespanne, ein anderer Theil wird
bei vollendetem fünften Jahre verkauft.
Die Leitung der gesummten Gestüts
angelegenheiten führt der Besitzer. Zur Pflege
der Pferde und Fohlen sind zwei Wärter vor
handen.
Das Zuchtziel ist das edle Reitpferd.
Die Anfänge des Ihlenfelder Gestüts finden
sich schon gegen Ende des vorigen Jahr
hunderts, u. zw. auf dem Gute Brohm in der
Nähe Friedlands von dem Grossvater des
jetzigen Besitzers gelegt. Gute mecklenbur
gische, auch einige englische Halbblutstuten
gaben den ersten Mutterstutenbestand ab.
Letztere bewährten sich aber in der Nach
zucht nicht und wurden bald durch englische
Vollblutstuten ersetzt. Von diesen ist Honey
suckle besonders erwähnenswert!], da sie durch
ihre Enkelin, die Pompadour, als die Stamm
mutter nicht nur aller Ihlenfelder, sondern
auch aller Pferde in den Gestüten zu Gantz-
kow und Schönhausen anzusehen ist. Der
erste Hauptbeschäler war der im Mutterleibe
aus England bezogene, von einem arabischen
Fuchshengst abstammende Grosvenor, welcher
im Jahre 1791 in Brohm geboren wurde.
Derselbe war von hervorragender Vererbungs
fähigkeit und gründete den Ruf des Gestüts.
Im Jahre 1808 verlegte der damalige Besitzer
seinen Wohnsitz und das Gestüt von Brohm
nach Ihlenfeld. Bei seinem Tode, im Jahre 1824,
theilten sich die vier Söhne in die Güter
und das Gestüt, das inzwischen bis auf vier
Hengste und 40 Stuten herangewachsen war.
Jeder der Sühne erhielt 1 Hengst und zehn
Stuten sowie eine Anzahl Fohlen, so dass
aus dem Ihlenfelder Gestüt, das nun freilich
geviertheilt war, die Gestüte zu Bassow,
Gantzkow und Schönhausen hervorgingen
(s. Gantzkow und Schönhausen; Bassow ging
inzwischen ein).
Der Grosvenor starb, nachdem er lange
und sehr vortheilhaft für das Gestüt ver
wendet war, im Jahre 1821. Nach ihm wur
den die Vollbluthengste Guy-Mannering v.
6h an ticleer, mit kurzer Unterbrechung bis zum
Jahre 1833, und Talma v. Guy-Mannering
a. d. Olympia von Gravenor benützt. Während
nun das Gestüt mehrere Jahre hindurch keine
Vollblutbeschäler besass, zählte dasselbe im
Jahre 1848 den Fandango, Palamedes und
Tullns Hostilius. Um diese Zeit standen im
Gestüt auch zehn Vollblutstuten, von denn
die Elegante und Rosamond besonders zu er
wähnen sind. Dies ist auch für das Gestüt

die Blüthezeit der Vollblutzucht gewesen.
Unter den Beschälern sind noch zu nennen:
Jemmy-Gordon v. Morisco, Lyonessus v.
Royal-oak und besonders der dunkelbraune
Troy v. Blackdrop a. d. Troya v. Priam,
welcher im Gestüt des Grafen Hahn zu Ba
sedow gezogen war, darauf im Landgestüt zu
Neustrelitz deckte und im Jahre 1866 vom
Amtshauptmann v. Michael, dem Vater des
gegenwärtigen Besitzers, für das Ihlenfelder
Gestüt erworben war. Troy startete 17mal
und gewann in 7 Rennen 2 Becher und 3570
Thaler Courant. Ausser diesen genannten
Vollbluthengsten sind auch Halbbluthengste
benützt, doch stets nur solche, deren Abstam
mung auf den Grosvenor oder den berühmten
Herodot (s. d.) des Ivenacker Gestüts zurück
geführt werden konnte. Auch die beiden bis vor
Kurzem benützten Beschäler Tancred (dunkel
braun) und Mozart (8chweissfuchs) führen Iven
acker Blut, und die 12 im Gestüt stehenden,
edelgezogenen Halbblutstuten stammen vom
Grosvenor oder Herodot ab. Die Durchschnitts
grösse der Stuten beträgt fast P70 m, und der
Farbe nach sind von ihnen 11 Braune in den
verschiedenen Abstufungen und 1 Fuchs. An
Stelle des Mozart ist im Jahre 1885 der
frühere Landbeschäler im königlich preussi
schen Landgestüt zu Celle, der Halbblut-
hengst Stark v. Kräftig a. d. Freude v. Rococo
getreten. Grassmann.
Ihlenkröpfe, auch Igelkröpfe, vulgäre
Benennung für in der Ohrspeicheldrüsen
gegend beim Rinde vorkommenden Geschwülste,
eine durch den Actinomycespilz bewirkte
Entartung der Ohrspeicheldrüse (s. Actino-
mykose). Koch.
Ikreny. Die dem Grafen Franz v. Lam-
herg gehörende Herrschaft Ikrdny liegt im
Comitat Györ in Ungarn. Dieselbe enthält
4100 Joch — etwa 1397 ha Diluvialbodens mit
dunkelgrauer, gebundener Oberfläche, unter der
sich ein undurchlässiger Untergrund befindet.
Die Ackerkrume ist nicht über 30 cm dick.
Die Weiden nehmen eine Fläche von ungefähr
800 Joch — 272'58 ha ein. Dieselben sind
durchaus flach, stellenweise sogar tief gelegen
und zeitweiligen Ueberschwemmungen aus
gesetzt.
Das hier in Ikröny unterhaltene Gestüt
des Grasen Lamberg zählt im Ganzen 130 Köpfe,
neben welchen 22 Arbeitspferde zu landwirth-
schaftlichen Verrichtungen gehalten werden.
Die Pferde sind breit und tief, zwischen 1 63 m
und 1 72 m gross, mit guten, festen Hufen,
starken Knochen, trockenen Sehnen, ausge
prägter Muskelbildung und von kräftigem
Körperbau. Ihre Bewegungen sind leicht, frei
und erhaben. Die Sinnesart der Pferde ist
lebhaft, aber gutmüthig und bar jeder Untugend.
Der Farbe nach sind die meisten Pferde
Schwarzbraune oder Rappen, bei denen Ab
zeichen zu den Seltenheiten gehören.
Die Zahl der Mutterstuten beträgt 34 Stück.
Bei ihnen wird mit Sorgfalt darauf geachtet,
dass sie frei von allen Erbfehlern sind. Die Be
deckung der Stuten geschieht durch eigene
Hengste. — Von der Mitte April bis in den

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