Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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heerungen anrichtet, wo also der Boden und
die ganze Oertlichkeit mit Tuberkelbacillen
und deren Sporen erfüllt ist und die Bedin
gungen zu einer Infection gegeben sind, da
wird es am Platze sein, die gegen diese
Krankheit widerstandsfähigste Hühnerrasse,
das Langshanhuhn, zu versuchen. Adametz.
Laniena (von lanius, der Fleischer, Metz
ger; laniare, zerfleischen), die Zerfleischung,
die Section. Anacker.
Lanollmentum Hydrargyri, s. Lanolinum.
Lanolinum, Lanolin, Wollfett. Eine
neue (1885) durch Centrifugiren aus den
Vliesen der Schafe gewonnene Fettmasse,
bestehend hauptsächlich aus dem Cholesterin
fett des Fettschweisses und Wasser, mit
welch letzterem sie sich bis über 100%
leicht verkneten lässt. Lanolin ist eine licht-
grau-gelbliche, äusserst zarte, plastische
Fettsubstanz, welche neutral reagirt, sehr
haltbar ist, an der Luft nicht ranzt, sich mit
allen anderen Fetten sowie mit Glycerin
leicht mischen lässt und leichter als andere
Fette von dem Horngewebe der Cutis aufgenom
men werden, und sich also besonders gut zu
Salbengrundlagen eignen soll, ohne dabei die
Haut zu reizen. Spätere Untersuchungen
haben ergeben, dass es zweckmässiger ist,
Lanolin nicht für sich allein zu Salben zu
benützen, sondern 5—10% Schweinefett bei
zumischen: ebenso hat es sich herausgestellt,
dass das Wollfett vermöge seiner Consistenz
allerdings vortrefflich als Salbenconstituens
sich eignet, aber keineswegs besser in die
Haut einzieht. Die Oberhaut vermag nur dann
den Eintritt von Fettstoffen und Medicamenten
zu begünstigen, wenn diese die Continuität
der Epidermis zu lockern oder zu trennen
im Stande sind, was ohne Reizung der Haut
nicht ermöglicht ist. Lanolin hat nun keines
falls reizende Eigenschaften, erfolgt jedoch
eine Reizung durch die Beimittel, so hat
auch Lanolin gegenüber anderen Fetten keinen
Vorzug, dagegen passt es wegen der Fähig
keit, viel Wasser aufzunehmen, vortrefflich
zu kühlenden Salben. Von ausgezeichneter
Wirksamkeit sind, soweit die praktischen
Erfahrungen bis jetzt reichen, aus obigen
Gründen die Lanolinsalben von Jod, Carbol
und Theer, u. zw. Jod 1, Jodkalium 10,
Adeps suillus 10, Wasser 5 und Lanolin 75
oder Carbolsäure 5, Schweinefett 10 und
Lanolin 85. Theer 20 und Lanolin 80 (gegen
Hautausschläge bei Hunden). Hieher gehört
auch das Lanolimentum Hydrargyri, beste
hend aus % Hg und % Lanolin. Vogel.
La Notte studirte Thierheilkunde in Ber
lin, war Kreisthierarzt, Repetitor in Berlin
und Departementsthierarzt, schrieb 1847 über
die Reform des Medicinalwesens in Bezug auf
den thierärztlichen Stand und über Schafkrank
heiten und deren Verhinderungsmittel. Sr.
Lanthan La ein chemisch einfacher Kör
per, Element, dessen Atomgewicht 139 2. Es
kommt stets in Begleitung zweier anderer
Elemente, des Cer und Didym, in einem
in Schweden vorkommenden seltenen Mineral,
dem Cerit, vor. Das Lanthan hat die Farbe

und Glanz des Eisens, läuft aber schon in
trockener Luft bald stahlblau an. Das Lan
than zeigt in seinem chemischen Verhalten
grosse Aehnlichkeit mit dem Aluminium, die
Salze desselben sind farblos. Loebisch.
Lanugo Gossypii, Baumwolle, s. Gossy-
pium.
Lanwades Stud Farm, in England, liegt
unweit Kennet, Station der G. E. Eisenbahn
und 4 miles = 6'43 km von Newmarket in
Suffolk. Hier wird von dem Lord Calthorpe
ein von ihm selbst gegründetes Vollblutgestüt
unterhalten, dessen Nutzung ein Gesammt-
flächenraum von 90 acres — 36'42 ha ständig
mit Gras benarbten Bodens überwiesen ist.
Derselbe ist im Allgemeinen gegen Südwesten
geneigt und in Paddocks getheilt, d§ren jeder
eine durchschnittliche Grösse von 4—6 acres
— 1*61—2'42 ha besitzt. Diese Paddocks sind
mit einem dick bepflanzten Gehege umgeben.
Der Gesammtbestand der Pferde beträgt
bei 20 Stück. Von ihnen ist ein Hauptbeschäler,
im Jahre 1888 Petrarch v. Lord Clifden a. d.
Laura, und 14 rein vollblütige Mutterstuten, von
denen 2 nach Petrarch und je eine nach Tom
Bowline, Lowlander, Galopin, Macaroni, Brother
to Strafford, Kettledrum, Surplice, Hermit,
Rosicrucian, Thunderbolt, Springfield und
Toxopholite gefallen sind. Die Farbe der
meisten Pferde ist braun, und die Durch
schnittsgrösse derselben beträgt 15T bis
15'2 hands — 1 55—1'57 m. Die Zahl der
jährlich geborenen Fohlen beläuft sich auf
10 Stück, die fast alle für den Training be
stimmt und als Jährlinge das Gestüt verlassen.
Im Jahre 1887 gewann Lord Calthorpe mit
seinen Pferden in 27 Siegen 13.327 Pfund
Sterling 12 Sh. — 226.552 Mark.
Die Futtermittel, welche den Pferden und
Fohlen verabreicht werden, sind mannigfach,
sie bestehen aus Heu, Hafer, Erbsen, Kleie,
Rüben u. s. w. und werden je nach Bedürfniss
den einzelnen Thieren in erforderlicher Menge
verabreicht.
Die Leitung des Gestüts führen die beiden
Mr. Williams sen. und jun., von denen
letzterer gleichzeitig dem Gestütssecretariat
vorsteht. Gestütsdiener und Hilfsleute sind
gewöhnlich deren 4 vorhanden. Gn.
Lanzade ist in der Reitkunst eine Uebung,
welche zur Schule über der Erde und zu der
jenigen Classe derselben gehört, bei der das
Pferd mit allen vier Füssen von der Erde
kommt. Die Lanzade ist ein Sprung vorwärts,
bei dem das Pferd das Vordertheil hebt und
vorwärts schiesst, indem es sich auch mit
den Hinterfüssen emporschnellt. Das Hinter-
theil darf dabei nicht bis zu gleicher Höhe
der Vorhand erhoben werden, und nach voll
brachtem Absprung müssen zuerst die Hinter
süsse und darauf erst die vorderen Gliedmassen
zu Boden kommen. Daher ist dieser Sprung
auch besonders angreifend für die Hinterfüsse.
Zur Ausführung der Lanzade wird das
Pferd durch erhebenden Zügelanzug empor
gerichtet und dann bei gutem Schluss der
einwärts gedrehten Oberschenkel und der
Waden durch entsprechende Hilfen mit

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