Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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Schenkel, Sporen, bezw. Ruthe zura Sprunge
veranlasst. Nachdem das Pferd das Vordertheil
genügend erhoben hat, muss ihm einige Zügel
freiheit für das Vorwärtsspringen gewährt
werden, und der Reiter muss zur Erhaltung
des Gleichgewichtes bei Beginn des Sprunges
sich mit dem Oberkörper etwas zurücklehnen.
Grassmann.
Lanzette (Lancea Lanze, Spiess, Dimin.
Lanceola, Italien. Lancette) heisst in der
Chirurgie ein zweischneidiges Instrument mit
scharfer Spitze, das vorzugsweise zum Stechen
•dient und demgemäss zum Impfen, Ader
lässen, Eröffnen von Abscessen u. zu dgl. ver
wendet wird. Impflanzetten sind in der Mitte
häufig mit einer Längsrille zur Aufnahme
der Lymphe versehen und nicht selten mit
einem Handgriffe fest verbunden, während im
Allgemeinen die Klinge der Lanzetten meist
zwischen zwei dünnen, länglichen Hornplatten
beweglich befestigt ist. Pütz.
Lapactica sc. remedia (von XandCecv, aus
leeren), gelinde Abführmittel. Anacker.
Laparotomia (von Xajtdpa, die Weichen;
Tofj.’/j, Schnitt), der Plankenschnitt behufs
Eröffnung der Bauchhöhle (s. Bauchschnitt).
Anacker.
Lapis, der Stein; lapides cancrorum,
Krebssteine, Krebsaugen, wegen ihres Ge
haltes an kohlensaurem Kalk früher als Heil
mittel benützt. Anacker.
Lapis Cancrorum, s. Krebsaugen, Krebs
steine.
Lapis causticus Chirurgorum, s. Kali
causticum fusum.
Lapis C0eruleu8, Blaustein, Kupfer
sulfat, s. Cuprum sulfuricum.
Lapis divinus, Götterstein, Augenstein,
Kupferalaun, s. Cuprum aluminatum.
Lapis infernalis, Höllenstein, s. Argen
tum nitricum.
Lapis infernalis mitigatus oder
Lapis infernalis nitratus, mit Salpeter
gemilderter Höllenstein, s. Argentum nitricum.
Lapis medicamentosus, Heilstein, Wund
stein. Früher in der Thierheilkunde gebräuch
lich (Kersting u. a.), bestehend aus Kupfer
vitriol, Grünspan, Alaun, Salmiak, Campher etc.
Jetzt ganz ausser Gebrauch. Vogel.
Lapis ophthalmicus, Augenstein, Kupfer
alaun, s. Cuprum aluminatum.
Lapis vulnerarius, Wundstein, Heilstein,
gleichbedeutend mit Lapis medicamentosus
(s. d.). Vogel.
Lappa vulgaris, gemeine Klette, bekannte
Compositee, an Wegen wachsend und als Lappa
major (Arctium Lappa), minor und tomentosa
(wollige Klette L. XIX) vorkommend, besitzt
in der Wurzel, welche, obwohl nicht officinell,
in den Apotheken als
Radix Bardanae, Klettenwurzel, zu
haben ist, viel Stärkmehl (Inulin 45 %) neben
Zucker, Schleim und Oel. Sie ist nur mehr
Volksmittel und thierärztlich durch die
Eibischwurzel ersetzt. Bas Kletten wurzelöl,
dem der Volksglaube haarwuchsbefördernde
Wirkungen zuschreibt, ist indifferent. Vogel.

Lappe P. C. Dr. med., (1787—1854), hatte
Medicin und Thierheilkunde studirt und wurde
1832 Director der Veterinäranstalt in Göt
tingen. Schrieb 1811 über den Milzbrand,
1816 über den Rotz und Heilmittel gegen
denselben, 1819 über Lungenseuche. Sr.
Lappländischer Hund (Canis domesticus
lapponicus), eine in den nördlichen Theilen Eu
ropas, vorzugsweise in Lappland, vorkommende,
durch klimatische Einflüsse abgeänderte Form
des Haushundes, klein, ähnlich dem Hirten
haushunde, mit halbaufrechtstehenden spitzen
Ohren, etwas spitzer Schnauze, gedrungenem
Leib, kurzen Beinen, zottiger Behaarung,
schwarz, grau oder braun gefärbt. Koch.
Larisch-Mönnich-Gestüt. Das dem Grafen
Heinrich Larisch-Mönnich gehörige Gestüt
wird auf dessen in Oesterreichisch-Schlesien
zwischen Oderberg und Teschen befindlicher
Herrschaft unterhalten. Zu derselben ge
hören die Höfe Waldhof, Nerad, Deutschleuten,
Olschin, Marklowitz, Karwin-Solza mit dem
Wohnsitze des Grafen, Steinau, Smolkowetz,
Albersdorf, Tierlitzko und Suchen. Ihr Ge-
sammtflächeninhalt beträgt bei 12500 Joch —
4259 13 ha. Der Boden ist theils angeschwemmt,
theils Lehmboden oder von mergelhaltiger Be
schaffenheit. Der Witterungswechsel ist auf der
Herrschaft in Folge ihrer Lage an dem nörd
lichen Abhange der Beskiden oft ein ziemlich
schroffer, und die ganze Gegend daher im
Allgemeinen der Pferdezucht wenig zuträglich.
Häufige Erkältungskrankheiten treten nament
lich unter den Fohlen auf und haben deren
Tod zur Folge. Trotzdem ist die hier betrie
bene Pferdezucht eine sehr umfängliche. Der
auf der Herrschaft unterhaltene Gesammt-
bestand zählt ausser der zu Bluschczau, einer
Herrschaft des Grafen in der preussischen
Provinz Schlesien, betriebenen Zucht von Pfer
den für die dortige Ackerbestellung, bei 500
Stück. Mutterstuten sind 90 vorhanden, von
denen 17 unmittelbar aus England eingeführte
Jagdpferde, die übrigen aber aus eigener Zucht
hervorgegangen sind. Diese stehen bezüglich
ihres Blutgehaltes weit höher als jene, sie
sind meist sehr edel gezogene Thiere und
nach den Vollbluthengsten Richmond, Hamp-
den, Un-Oc u.s.w. gefallen. Zu ihrer Bedeckung
werden eigene Hengste benützt, deren, wie
gegenwärtig, meist 3 im Gestüte stehen. Einer
derselben ist ein Clevelander, während die
beiden anderen, Hydromel v. Parmesan und
O Weh v. Buccaneer, Vollblüter sind. Die
Durchschnittsgrösse aller Pferde beträgt 15
Faust 2 Zoll bis 16 Faust 2 Zoll (— P62 bis
1 73 m.) Die Körperformen sind bei starkem,
kräftigem Knochenbau sehr edel. Die vor
herrschende Haarfarbe ist braun und fuchsig,
während Rappen und Schimmel nur vereinzelt
vorkommen.
Das ganze Gestüt ist auf die einzelnen
Meierhöfe vertheilt. Jeder derselben nimmt
nach dem Verhältniss seiner Grösse 10 bis 20
Fohlen auf. Ebenso sind die Stuten, die zu
den landwirthschaftlichen Verrichtungen be
nützt werden, vertheilt. Auf den Höfen führen
die betreffenden Wirthschaftsbeamten die un-

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