Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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LYSIS.

MACHHUR.

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Henon, Godine, Grognier, Rainard, Moiroud,
Bernard, Magne, Lecoq. Rodet, Rey, Tisserand,
Tabourin, Chauveau, Saint-Cyr. Semmcr.

Lyon erhielt unter Napoleon I. ein mit
der dort bestehenden Thierarzneischule ver-
bundenes Versuchsgestüt, das aber sehr bald
wieder aufgelassen wurde. Grassmann.

Lysis s. Lysia (von koeiv, lösen) ist die
Entscheidung einer Krankheit ohne merkliche
kritische Ausleerungen von Harn oder ohne
Ausbruch von Schweiss, die Krankheit bessert
sich nur allmälig (s. Crisis, Krankheit und
Krisenlehre). Anacker.

Lyssa s. Lytta (von Xös:v, auflösen), die
Hundswuth, der Tollwurm in der Zunge der
Hunde (ist ein sehniger Strang). Anacker.

Lyssophobia (von Xöcoa, Wuth; tpbßo?,
Furcht, die Wuthfurcht, die Wasserscheu des
Menschen aus Furcht und Angst, ohne von
Wuthgift inficirt worden zu sein, also ein-
gebildete Wasserscheu. Anacker.

Lythrum, Weiderich, Lythracee (L.
XXI, 1.). Bei uns überall auf feuchten Wiesen
vorkommende Weide- und Futterpflanze
in zwei Arten als ysopblätteriger Weiderich,
Lythrum hyssopifolia, und als gemeiner Weide-
rich, Lythrum salicaria, der wegen seiner
tiefrothen Blüthen auch Blutkraut heisst. VI.

Lytta (von Xorta, Wuth), der gegen Wuth
wirksame Pflasterkäfer Meloe vesicatoria. Anr.

Lytta vesicatoria. Die Wirkung des
Blasen- oder Pflasterkäfers, s. Cantharides. VI.

M.

M als Ziffer 1000, p' 40, ,p 40.000. Anr.

M auf Recepten bedeutet Misee, Mische,
oder Misceatur, es werde gemischt. Meist
heisst die Schlussformel nach Aufführung der
einzelnen Arzneimittel auf den Recepten
M. D. 8. (Misceatur, Detnr, Signatur oder
Misce, Da, Signa (Mische, Gib, Bezeichne). VI.

Macaroni, ein hervorragender englischer
Vollbluthengst. Derselbe gewann dem Mr.
R. C. Naylor im Jahre 1863 das englische
Derby und die two thousand guineas stakes. Gn.

Macedonisches Schaf, s. u. Fettschwanz-
schaf.

Maceratio (von macerare, mürbe machen,
einweichen), die Einwässerung; besonders
für das Einweichen cadaveröser Theile behufs
Skeletirens gebräuchlich (s. Maceration). Anr.

Maceration, maceriren (von macerare,
mürbe machen, einweichen). Wenn die wirk-
samen löslichen Substanzen eines Arzneimittels
(Extrahenda) von den unlöslichen getrennt
werden sollen, werden sie durch Lösungsmittel,
wozu man gewöhnlich das indifferente Wasser
benützt, einige Zeit ausgelaugt, nachdem sie
möglichst zerkleinert worden sind. Geschieht
die Extraction mit einer Flüssigkeit von
gewöhnlicher Temperatur, so heisst der Auszug

Macerat, Macerationsaufguss, kalter
Aufguss (Maceratum, Infusum macerationis,
Infusum frigide paratum), zum Unterschied von
dem unter gelinder Erhöhung der Temperatur
gewonnenen Auszug (40—60° C.), welcher als
Digestionsaufguss (Digestum, durch Digestion
erhalten, von digero, in der Wärme vertheilen,
verdauen) bezeichnet wird. Zwischen beiden
Zubereitungsformen steht als drittes Glied das

Macerationsdecoct, wobei behufs er-
giebigerer Extraction die betreffenden Sub-
stanzen, wie namentlich dichte harte Wur-
zeln und Rinden, nachdem man sie im Wasser
weichen liess, in der Macerationsflüssigkeit
auch noch gekocht werden, was indessen nur
kurze Zeit (eine Viertelstunde) geschehen
darf, weil die gute Beschaffenheit des Aus-

zugs durch längere Einwirkung der Kochhitze,
bezw. Ausziehung therapeutisch werthloser
Stoffe nachtheilig verändert werden kann. Das
Mengenverhältniss des Wassers zu der Arznei-
substanz ist durchschnittlich 1:10; dünne
Auszüge sind 1 :25 und mehr und concen-
trirte 1 :8 Wasser. Wenn auf dem Recept die
Menge nicht besonders angegeben wird, nimmt
der Apotheker 1 : 10. Zuletzt trennt man den
Auszug von dem festen Rückstände entweder
durch vorsichtiges Abgiessen (Decantiren) oder
durch Seihen (Coliren), bezw. Filtriren und
presst den Rest ab. Vogel.

In der Anatomie versteht man unter
Maceriren vorzugsweise das Einweichen von
Knochen in Wasser, um dieselben von anhän-
genden Weichtheilen zu befreien. Die Zeit-
dauer, in welcher Letzteres erreicht wird, ist
nach der Temperatur, der Grösse der Knochen
und Weichtheile verschieden. Das Nähere hier-
über s. u. „Anatomische Präparate“. Auch
in der histologischen Technik wendet
man die Maceration zur Isolirung von Zellen
oder Fasern an, wobei die Kittsubstanz der
Gewebe aufgelöst wird. Zu solchen Mace-
rationsflüssigkeiten gehören namentlich ver-
dünnter Alkohol (1 Theil auf 2 Theile Wasser),
Chromsäure, chromsaure Salze, Jodserum,
Osmiumsäure (0'5%), Kali- oder Natronlauge
(30—50%), Barytwasser, Salpetersäure (1 zu
4—5 Wasser). Eichbaum.

Macerationsmagen, s. Magen der Wieder-
käuer.

Macgregor, einer der bedeutendsten Cly-
desdalhengste der Gegenwart. Derselbe war
Mitte der 1880er Jahre um 1000 Pfund
Sterling für eine Deckperiode vermiethet.

Macgregor v. Macaroni a. d. Necklace ist
englischer Vollbluthengst. Grassmann.

Machaon (von p»/«v, gern kämpfen), ein
Sohn Aeskulaps und berühmter Arzt. Anr.

Machhur, ein berühmtes arabisches Pferd,
der Stammvater der Nedscheds-Rasse. Anr.

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