Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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sauren Kalkpräparaten bei excessiverSäure-
bildung in den Verdauungswegen, zur Ver
hütung deren Folgen und zum Abführen ange
wendet; was daher von dem Magnesium car-
bonicum (s. d.) gesagt wurde, gilt auch
einschliesslich der Dosis für das Magne
siumoxyd. Vogel.
Magnesium sulfuricum, schwefelsaure
Bittererde, Magnesiumsulfat MgSO t , Bit
tersalz, Sal amarus (Sal Epsomensis, Sal
anglicus, Sal Sedlitzensis, Sulfas Magnesiae,
Magnesia sulfurica). Die physiologische Wir
kung wie der therapeutische Nutzen verhält
sich beim Bittersalz durchaus gleich, wie
beim Glaubersalz, was daher von diesem ge
sagt ist, gilt auch vom Bittersalz (s. Natrium
sulfuricum), nur der Geschmack ist mehr
bitter und widerwärtig und kommt ihm auch
nicht die Wirkung auf die Gallensecretion zu.
wie dies bei dem Natriumsulfat der Fall ist. VI.
Magnesium ustum. Unrichtige Bezeich
nung für die Magnesia usta der Ph. G. Der
officinelle Name der Ph. G. heisst Magnesium
oxydatum. (Magnesia pura, Oxydum ma-
gnesicum). Vogel.
Magneteisenerz. Ein aus Eisenoxydul
oxyd, Fe0.Fe 2 0 3 , bestehendes Eisenerz, wel
ches im tesseralen System gewöhnlich im
Octaeder krystallisirt, eingewachsen und zu
Drusen verbunden, in krystallinisch-blätte
rigen, körnigen, dichten Massen manchmal
auch eingesprengt, erdig oder in losen Kör
nern (als Magneteisensand) auftretend, von
muscheligem Bruch mit schwarzem Strich.
Härte 8 3—6 8, spec. Gew. 49—3'2; metall
glänzend mit eisenschwarzer, ins Stahlgraue
spielender Farbe. Magnetisch sind besonders
die dichten, rostigen Massen; findet sich be
sonders im Norden der Erde, in Schweden-
Norwegen, im Ural und in Nordamerika, in
den älteren krystallinischen Schiefergebirgen
allgemein verbreitet. Es liefert die natürlichen
Magnete und dient zur Herstellung eines vor
züglichen, zu Stabeisen und zu Stahl tauglichen
Eisens. Loebisch.
Magnetische Curen, Magnetotherapie.
Nachdem Dr. Galvani Ende des vorigen
Jahrhunderts die Entstehung von Elektricität
durch blosse Berührung ungleichartiger Stoffe
(Contactelektricität, zum Unterschied von
der Reibungselektricität) entdeckte und man
die Wirkungen dieser elektrischen oder gal
vanischen Ströme, welche entweder in dem
von ihnen durchflossenen Leiter (chemische,
thermische oder mechanische Wirkungen)
oder ausserhalb des letzteren in die Ferne
ausgeübt werden (elektrodynamische oder
magnetische Wirkungen) etwas näher kennen
lernte, beschäftigte man sich auch mehr mit
dem Magnetismus, weil gefunden wurde,
dass auch magnetische Strömungen den
thierischen Körper durchdringen und es nahe
lag, dass Störungen in denselben zu Krank
heiten führen könnten, welche dann naturge-
mäss entweder durch künstliche Mittheilung
von Magnetismus oder Entziehung desselben
entfernbar sind. Die Heilung sollte hienach
in Wiederherstellung der natürlichen magne

tischen Strömungen im Körper bestehen, und
nannte man diese hypothetische Kraft, welche
unzweifelhaft im Organismus besteht, sich
sogar von einem Menschen auf deh andern
übertragen lässt und dann bei letzterem in
den Functionen hauptsächlich des Nerven
systems gewisse Veränderungen herbeiführt,
thierischen Magnetismus oder Lebens
magnetismus. Der Entdecker desselben ist
ein 1733 in Itzwang am Bodensee geborner
Arzt mit Namen F. A. Mesmer, welcher
sich zuerst durch die Abhandlung „De pla-
netarum influxu“ bekannt machte. In letz
terer suchte er nachzuweisen, dass die Him
melskörper durch ihre gegenseitigen Attrac-
tionskräfte vermittelst einer das ganze Weltall
durchdringenden flüssigen magnetischen Sub
stanz einen wesentlichen, bis jetzt unbekannten
Einfluss auf das Nervensystem des Menschen
und der Thiere ausübten und somit auch der
natürliche im Boden gefundene Mineralmagnet
(Magneteisen) heilkräftige Wirkungen erzielen
müsste, denn in allen Körpern sei eine ge
wisse magnetische Kraft enthalten. So kam
er auf den Gedanken, das Magneteisen zu
Heilzwecken zu verwenden, und machte er
auch manche auffallend glückliche Curen be
sonders in Paris; sein Verfahren, unter dem
Namen „Mesmerismus“ bekannt, gerieth
aber bald in Verruf, trotzdem ihm sein Ge-
heimniss 1798 von der französischen Regie
rung um 20.000 Livres ab gekauft wurde, um
es zum Allgemeingut zu machen. Später be
merkte Mesmer, dass behufs heilbringender
Effecte es nicht nothwendig der Anwendung
künstlicher Magnete bedürfe, er übertrug viel
mehr seine eigene magnetische Kraft durch Be
rühren und Streichen mit der Hand auf die
kranken Menschen und gelang dies schliess
lich selbst auch ohne solchen Contact, ledig
lich durch den blossen Willen. „Diese Kraft,
schreibt er, heilt direct alle Nerven-, indirect
alle übrigen Krankheiten, nur durch sie
wirken auch die Arzneimittel und nur durch
sie entstehen die Krankheitskrisen, kurz
jede Heilung.“ Wie also die Hahnemannianer
behaupten, die Kräfte der Arzneien könnten
erst durch Verdünnungen der letzteren frei
gemacht werden, so sind die Jünger des
Mesmerismus der Ansicht, dass sie selbst
Träger der Heilkraft seien, diese auf andere
übertragen könnten. Die Magnetiseure der
damaligen Zeit brachten zu diesem Zwecke
ihre Hände in alle möglichen Stellungen und
strichen in verschiedenen Richtungen über
die einzelnen Theile des Körpers. Die Reihen
folge der Manipulationen, die Art des mag
netischen Streichens, sowie alle Einzelheiten
wurden nach bestimmten Regeln vorgenom
men, damit dem ganzen magnetischen Ver
fahren der Schein einer heilkünstlerischen
Handlung gewahrt bleiben möchte. Der
Magnetiseur sollte dadurch das damit be
handelte Individuum besonders bei reiz
barem Nervensystem in eine Art schlafwan
delnden, hellsehenden (somnambulen) Zustand
zu versetzen im Stande sein, wobei dann
auch subtilere Mittel (Hauch, Blick, Befehl)

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