Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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entspringt, sich von hier aus auf die vordere
Fläche des Armbeines herumwindet und am
oberen Ende der Speiche endet.
Die Muskeln der Vorderfusswurzel
und des Vordermittelfusses zerfallen in
Strecker und Beuger. Zu den ersteren gehört:
der Strecker des Vordermittel-
fusses. Er stellt einen starken Muskel dar,
der am Streckknorren des Armbeins, sowie
von der Vorarmbinde entspringt, unter der
Mitte des Vorarms eine starke Sehne bildet,
welche in einer besonderen Sehnenscheide
über die vordere Fläche der Vorderfusswurzel
hinweggeht und am oberen Ende des Vorder-
mittelfusses endet.
Der (schiefe) Strecker der Vorder
fusswurzel; er entspringt am lateralen Rande
des oberen Dritttheils der Speiche, verläuft
mit seiner Sehne in schräger Richtung nach
innen und abwärts, kreuzt hiebei die Sehne
des vorigen Muskels und endet am Kopfe
des medialen Grilfelbeines.
Die beiden Beuger der Vorderfuss
wurzel, ein innerer und ein äusserer,
gleichen sich in ihrer Gestalt und haben auch
denselben Verlauf. Der äussere entspringt
am Streckknorren des Armbeines, der innere
am Beugeknorren desselben, mit einer schwä
cheren Portion ausserdem an der inneren
Fläche des Ellbogenhöckers. Beide Muskeln
enden am Erbsenbein, der äussere ausserdem
noch mit einem Sehnenschenkel am oberen
Ende des lateralen Griffelbeins.
Der Beuger des Vord ermittel-
fusses entspringt am Beugeknorren des Arm
beins und inserirt sich am Kopfe des media
len Griffelbeins.
Die Strecker der Zehen zerfallen in
zwei Muskeln, u. zw. in den längeren ge
meinschaftlichen Zehenstrecker oder
Strecker des Krön- und Dufb eins und den
kürzeren gemeinschaftlichen Zehen
strecker oder Strecker des Fessel
beins.
Der erstere entspringt mit zwei Köpfen,
einem oberen am Streckknorren des Arm
beins, einem unteren am äusseren Rande
der Speiche, am Ellbogenbeine und am
äusseren Querbande, bildet in der Mitte des
Vorarms eine starke Sehne, welche in beson
derer Scheide über die vordere Fläche der
Vorderfusswurzel gleitet, hierauf auf die vor
dere Fläche des Schienbeins, des Fesselge
lenkes und der Zehenglieder tritt und am
Kronfortsatze des Hufbeins endet, nachdem
sie auf dem Fesselbeine noch eine erhebliche
Verstärkung durch zwei vom Fesselbein
beuger stammende Sehnenschenkel erfahren
hat. Ein Theil des unteren Kopfes (Philipp
scher Muskel) verlässt unterhalb der Vorder
fusswurzel die Hauptstrecksehne und vereinigt
sich mit der Sehne des Fesselbeinstreckers.
Bei den Wiederkäuern zerfällt der Muskel
in drei Abtheilungen, von denen die eine
(vordere) am Kronenbein der inneren Zehe
endet (Strecker der inneren Zehe). Die mitt
lere vereinigt sich mit der hinteren, am Ell
bogenbein entspringenden, sowie mit dem

Fesselbeinstrecker und verhält sich wie der
längere gemeinschaftliche Zehenstrecker des
Pferdes, nur dass sich hier die Sehne am
unteren Ende des Vordermittelfusses in zwei
Schenkel spaltet, die sich an den Klauen
beinen inseriren. Auch bei dem Schweine
lässt sich der gemeinschaftliche Zehenstrecker
in drei Bäuche zerlegen. Der vordere geht
mit seiner Sehne an die mediale grosse Zehe
und Afterzehe, die des mittleren spaltet sich
und tritt an die beiden grossen Zehen, der
hintere verschmilzt mit seiner Sehne mit der
des mittleren Bauches und gibt eine Sehne
für die laterale Afterzehe ab. Bei den Fleisch
fressern endlich zerfällt der Muskel in vier
Bäuche, deren Sehnen sich an die Endglieder
der vier grossen Zehen anheften.
Der Strecker des Fesselbeins ent
springt am oberen Ende und äusseren Rande
der Speiche, geht in einer besonderen Scheide
an der lateralen Fläche der Vorderfusswurzel
nach abwärts, wobei sie sich mehr und mehr
auf die vordere Fläche derselben herüberzieht
und unterhalb der Vorderfusswurzel die oben
erwähnte Verstärkungssehne vom vorigen Mus
kel erhält. Sie endet am oberen Ende des
Fesselbeins.
Bei dem Schweine ist dieser Muskel
doppelt und inserirt sich mit einer Sehne an
der lateralen grossen Zehe, mit einer anderen
an der lateralen Afterzehe. Aehnlich liegt
auch das Verhältniss bei Fleischfressern.
Hier geht die Sehne des vorderen Kopfes an
die dritte und vierte Zehe, die des hinteren
an die fünfte Zehe.
Der oberflächliche Zehenbeuger
oder Beuger des Kronbeins. Derselbe
liegt an der hinteren Fläche des Vorarms,
entspringt am Beugeknorren des Armbeins,
erhält ferner handbreit über der Vorderfuss
wurzel eine starke, von dem medialen Rande
der Speiche entspringende Unterstützungs
sehne, verläuft hierauf hinter der Sehne des
Hufbeinbeugers gelegen an der hinteren
Fläche des Vordermittelfusses und Fesselge
lenkes nach abwärts und endet mit zwei
Schenkeln an der Kronbeinlehne. An der
hinteren Fläche des Fesselgelenkes und Fessel
beins wird er durch einen besonderen Hand
apparat, das Ringband und den Sehnen
gurt in der Lage erhalten. Bei den Wieder
käuern tritt über dem Fesselgelenke eine
Spaltung der Sehne in zwei Abtheilungen ein,
die sich an die Kronbeine begeben. Bei dem
Schweine geht der Muskel an die laterale
grosse Zehe und stellt den Beuger derselben
dar. Der oberflächliche Beuger der medialen
grossen Zehe wird dagegen von dem medialen
Kopfe des tiefen Zehenbeugers gebildet. Beim
Hunde endlich theilt sich die Sehne in vier
Zipfel, die von den Sehnen des tiefen Zehen
beugers durchbohrt werden und an den zweiten
Phalangen der vier grossen Zehen enden.
Der tiefe Zehenbeuger oder Beuger
des Hufbeins setzt sich aus drei Köpfen,
die am Beugeknorren des Armbeins entsprin
gen, ferner aus dem Ellbogenkopf oder Ell
bogenmuskel und dem Speichenkopf oder

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