Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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klärendem Texte in holländischer Sprache.
Davon erschien jedoch nur die erste Lieferung,
die Kopfknochen des Pferdes. Im Jahre 1838
wurde dieser Text, von A. J. Janne, damals
Stud. an der Thierarzneischule in Utrecht,
in die französische Sprache übersetzt, heraus
gegeben. Schimmel.
Lithomarga alba (von Xi'ffos, Stein, und
Marga, Mergel), das Steinmark, Steinmergel,
s. Unicornu fossile. Koudelka.
Louisenhof in Preussen, Regierungsbe
zirk Oppeln, Kreis Pless, Oberschlesien, ist
ein dem Fürsten von Pless, Hans Heinrich XL
gehöriges Vorwerk des Fideicommiss Pless.
Louisenhof liegt etwa 13 km von der Kreis
stadt Pless, welche eine Station der Rechten
Oderufer-Eisenbahn ist und sich 7 km von
der österreichischen Grenze befindet.
Das auf der Herrschaft Pless bestehende
Gestüt reicht schon bis in die erste Hälfte
des vorigen Jahrhunderts zurück und ist das
bedeutendste der Provinz.
Im Jahre 1872 zählte Louisenhof im
Ganzen 102 Pferde, darunter 3 Vollblut
beschäler, 7 englische Vollblut, 28 englische
Halbblut und 1 Suffolk-Mutterstute. Der
gegenwärtige Gestütsbestand, Ende 1888,
zählt bei 128 Pferde. An Beschälern stehen
die beiden englischen Vollbluthengste Blue
Rock und Clonave in Benützung. Letzterer,
in Irland geboren, war besonders in Hinder-
nissrennen erfolgreich. Die Zahl der Mutter
stuten beträgt 50 Stück, von denen 6 eng
lischen Vollbluts, die übrigen 44 ebensolchen
Halbbluts sind. Letztere sind grosse, breite
und starke Pferde von brauner Farbe. Die
Zahl der jährlich geborenen Fohlen beträgt
30 und mehr.
Die jungen Stuten, welche zu Zucht
zwecken tauglich erscheinen, werden 3jährig
dem Hengst zugeführt und nach der Ab-
fohlung mit den 4%- bis 5jährigen Walla
chen in den fürstlichen Marstall als Reit-
bez. Wagenpferde eingestellt und darauf erst,
nachdem die Stuten hier ihre Leistungsfähig
keit bewiesen, weiter zur Zucht verwendet.
Sämmtliche Mutterstuten, welche zu je 2 in
einem Kastenstande stehen, aus dem durch
Herausnahme des die Stuten trennenden
Flankirbaumes für die Zeit, in der die Foh
len bei den Müttern sind, ein Box hergestellt
wird, werden zu jeglichen landwirthschaft-
lichen Arbeiten herangezogen und etwa 6
Wochen vor der Abfohlung und 14 Tage
nach derselben davon entfernt.
Die ganze Aufzucht dient in erster
Linie der Vollzähligerhaltung dos fürstlichen
Marstalles, erst die hierüber vorhandenen
Pferde werden als Reit- und Wagenpferde,
die Hengste geeignetenfalls dreijährig als
Beschäler an Private oder den Staat verkauft.
Die Leitung des Gestüts liegt in den
Händen des im fürstlichen Schloss zu Pless
wohnenden Gestütsdirectors k. k. Oberlieute
nant a. D. E. Bahlcke, während die Ökonomie,
Buch- und Gestütsregisterführung durch den
Gestütsverwalter Krull ausgeführt wird. An
weiterem Personal ist ausser den erforder

lichen Wärtern ein Stutenmeister und ein
Bereiter beamtet.
Ein Gestütbrandzeichen kommt nicht zur
Anwendung. Grassmann.
Luffa (engl. Loofah) ist das Fruchtskelet
(Fasernetz) von Pflanzen aus der Familie der
Cucurbitaceen, welche nicht mit Unrecht
„Schwammkürbisse“ genannt werden. Von
den in Asien und Afrika vorkommenden Arten
der weitverbreiteten Pflanzengattung liefern
Luffa aegyptica L. und Luffa Adoms den besten
vegetabilischen Schwamm, und werden daher
auch diese an mehreren Orten Aegyptens, in
Japan und Nordamerika ziemlich umfangreich
cultivirt.
Die Frucht wird vor der vollendeten
Reife — ähnlich wie bei uns die Gurke —
genossen, und soll einen angenehmen Ge
schmack besitzen. — Die zur Reife gelangten
Früchte werden in fliessendes Gewässer ge
legt, um das Fruchtfleisch von der Schale zu
lösen; daraus wird jenes ausgeschleudert und
das Fasernetz der Schale getrocknet. Dieses
stellt dann ein weisses Geflecht von grosser
Zierlichkeit dar, das im trockenen Zustande
zwar hart und rauh erscheint, im Wasser
aber schnell erweicht und statt des Bade
schwammes zum Frottiren der Haut mit Vor
theil benützt werden kann.
Während schon in ältester Zeit die Luffa
faser sowohl in Japan, wie in Aegypten als
Wasch- und Scheuerlappen benützt wurde,
kannte man bei uns diese Pflanze bis vor
15 Jahren kaum dem Namen nach, und erst
in der allerneuesten Zeit hat dieselbe hier
grössere Beachtung gefunden. — Vermuthlich
ist erst durch die Erschliessung Japans (für
den deutschen Handel) bekannt geworden,
dass die Luffapflanze dort cultivirt und ex-
portirt wird.
In der ersten und bis jetzt einzigen
Luffawaarenfabrik zu Halle a. 8. werden haupt
sächlich Einlegesohlen für Schuhzeug, Wasch-
und Frottirartikel, Sattel- und Kummetunter
lagen angefertigt, und es ist der Absatz
dieser Artikel bereits ein ganz bedeutender.
Die Einlegesohlen haben sich in Folge
ihrer vielen hygienischen Vorzüge verhält-
nissmässig rasch eingebürgert und werden
voraussichtlich die bisher gebräuchlichen, aus
Filz, Kork, Stroh etc. gefertigten Sohlen
nach und nach gänzlich vom Markte ver
drängen.
Als Sattel- oder Unterlegedecken sollen
die Luffa-Artikel die bisher gebräuchlichen
Unterlagen aus Filz nicht nur ersetzen, sondern
vollständig beseitigen, da letztere durch Auf
nahme des Schweisses hart werden, ihre
Elasticität verlieren und sich schwer reinigen
lassen, wohingegen die aus Luffa gefertigten
Unterlagen bei der Benützung den Vortheil
bieten, dass sie die Luft durchlassen, dabei
den Schweiss stark aufsaugen und sich end
lich wieder leicht reinigen lassen.
Neuerdings hat man auch Fuss- und
Scheuerbürsten aus Luffa (in Verbindung mit
der mexikanischen Fibre) gefertigt, die man
chen Vortheil bieten und wahrscheinlich oft-

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