Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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mals an die Stelle der jetzt schon ziemlich
kostspieligen Bürsten aus Schweinsborsten
treten werden. Freytag.
Machhur soll nach einer Tradition der
Araber das gemeinsame Stammpferd aller
arabischen Pferde gewesen sein. Machhur
gehörte dem Ocrar aus der zur Zeit des Beni
Helal blühenden Horde Beni Obeyda (siehe
Khoms). Grassmann.
Madura-Krankheit, in Ostindien ende
misch, bewirkt eigenthümliche Geschwulst
bildung und Deformation der Hände und
Füsse. Soll nach Berkeley von einem para
sitischen Pilz, Chionyphe Carter!, erzeugt
werden. Indessen sind die bis jetzt vorge
brachten Daten von keinerlei Beweiskraft;
auch ist die Chionyphe Carter! so mangel
haft beschrieben, dass über ihre Stellung im
Pilzsystem nichts Bestimmtes geäussert wer
den kann. Harz.
Magendarmgeräusch, s. Abdominalgeräu
sche.
Manegebewegung, s. Zwangsbewegungen.
Marden Deer Park in England, Graf
schaft Surrey, liegt unweit von Caterham und
ist ein dem Mr. Hume Webster gehöriges,
sehr umfängliches Vollblutgestüt.
Marden Deer Park befindet sich auf der
höchsten Stelle zwischen London und der
See und erhebt sich 600 bis 700 Fuss über
den Spiegel der letzteren. Der Boden ist von
der geeignetsten Art, das Wasser ist gut und
in reichlicher Menge vorhanden. Die Paddocks
sind ausgedehnt und haben wellenförmige
Weideflächen.
Die Gründung des Gestüts geschah im
Jahre 1878 durch Mr. Hume Webster selbst,
welcher die Zucht durch den Verkauf der
Jährlinge ausnützt. Eine Zeit hindurch fand
solcher Verkauf im Gestüt selbst statt, darauf
zu Sandown Park und in den letzten Jahren
zu Newmarket, indem wenige auch für den
Verkauf zu Doncaster aufbewahrt blieben. Im
Jahre 1888 wurden 15 Jährlinge zu Newmarket
für den Durchschnittspreis von 306 Pfund
Sterling versteigert, während der Verkaufs
preis der letzten 11 Jahre im Mittel ungefähr
260 Pfund Sterling für jeden Jährling be
tragen hat. — Die bedeutendsten der im
Gestüt gezogenen und verkauften Pferde
sind: Prestonpans v. Prince Charlie, Marden
v. Hermit, Breadknife v. Craig Miliar, Polaris
und Kate Craig ebenfalls v. Craig Miliar,
Bonnie Marden v. Lord Lyon, Meldon v.
Wild Oak, Grachus v. Doncaster, Freshwater
v. Beaudesert und die See Saw-Kinder Bruce,
Braw Lass, Kincardine, Means, Vacillation
und Inchcape. Aus der Nachzucht der Prin-
cess of Wales v. Stockwell, als Mutter von
George Frederick, Albert Victor, Edward the
Confessor u. s. w., eine der bedeutendsten
Mutterstuten des Gestüts, wurden zwei Töchter,
Princess Maud und La Princesse, von denen
erstere nach Adventufer, die andere nach
Cathedral gefallen sind, als Jährlinge an Hon.
James Whithe zu Sidney verkauft. Diese von
Chester gefallenen Nachkommen beider Stuten

werden nun von Australien nach England
zurückkehren, um hier an den sog. classischen
Rennen theilzunehmen.
Im Jahre 1885 hat Mr. Webster sein
ganzes Gestüt bis auf eine sehr geringe Zahl
alter Stuten verkauft, daher enthält der gegen
wärtige Bestand Ende des Jahres 1888 meist
nur junge Mutterpferde. Die Zahl derselben
beträgt im Ganzen 51 Stück. Alle führen
edelstes Rennblut in ihren Adern. Von ihnen
sind 4 nach dem im Gestüt deckenden Beau
desert, 3 nach See Saw, je 2 nach Craig
Miliar, Marsyas, Sterling, Weatherbit und
Umpire gefallen, während alle übrigen Stuten
verschiedene Väter haben, unter denen Bend
Or, Beadsman, Blair Athol, Claremont, Don
caster, George Frederick, Hermit, Macaroni,
Mortemer, Monseigneur, Parmesan, Rosicru-
cian, Petrarch, Robert the Devil, Thunderbolt,
Tynedale, Stockwell als allgemein bekannte
und bedeutende Vaterpferde besonders zu
nennen sind.
Als Beschäler werden gegenwärtig im
Gestüt benützt: George Frederick, Beaudesert
und St. Honorat. Der erstere v. Marsyas a, d.
Princess of Wales, ein fast 16 hands grosser,
starkknochiger Fuchs, ist Derbysieger von
1874 und hat sich auch als hervorragendes
Vaterpferd z. B. in Beau Brummel und Frontin
bewährt. Der letztgenannte im französischen
Gestüt Älbian gezogene Hengst a. d. Frolic-
some brachte seinem Besitzer, dem Herzog
von Castries, als Dreijähriger in fünf Rennen,
darunter das französische Derby (Prix du
Jockeyclub) den Betrag von 295.274 Frcs.
ein. Beaudesert, ein ebenso ebenmässig ge
bauter wie starker, fast 17 hands hoher
Hengst, von bestechender Action, ist ein
Sterlingsohn a. d. Sea Gull v. Lifeboat. Bereits
als Jährling wurde er vom Marquis of An-
glesey mit 1600 Guineas bezahlt und, nach
dem er 1879 das Middle Park Plate ge
wonnen, von Lord Alington für 7000 Guineas
erworben. Der dritte Beschäler, St. Honorat,
ist ein 1882 geborener Sohn des Hermit
a. d. Devotion v. Stockwell. Sowohl väter
licher- als auch mütterlicherseits stammt er
aus dem hervorragendsten Renn- und Zucht
blut. Wegen eines sich im Stalle zugezogenen
Schadens ist er nicht trainirt. Als Zweijähriger
wurde er für Lord Calthorpe’s Rechnung um
die Summe von 4000 Guineas von der Her
zogin von Monterose erstanden. Er ist ein
Fuchs ohne Abzeichen, über 16 hands hoch,
von ausgezeichnetem Körper in Form und
Knochen. — Jeder dieser Hengste wird in
der Deckzeit des Jahres 1889 15 Stuten des
eigenen Gestüts belegen, und ausserdem
George Frederick gegen ein Deckgeld von
50 Guineas, Beaudesert für 25 und St. Ho
norat für 20 Guineas fremden Züchtern zur
Benützung gestellt werden.
Die Zahl der Jährlinge, welche Marden
Deer Park im Juli 1889 zum Verkauf stellen
wird, beträgt 21 Stück, hievon sind 9 Stuten
und 12 Hengste. Das Gestüt wird aber künftig,
da es eben erst im Jahre 1885 ausser einigen
vom Verkauf zurückbehaltenen Stuten neu

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