Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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gebildet wurde, eine bedeutend grössere Zahl
Jährlinge auf den Markt bringen können. Gn.
Mariotte’s Gesetz, s. u. Absorption.
Melanosarkom, s. u. Aderhaut.
Messkircher Rindviehschlag. Ein dem
Simmenthaler auf das Engste verwandter
Schlag, der in dem badischen Bezirke Mess-
kirch und Umgebung, so in den Bezirken
Bfallendorf, Stockach, Villingen, Engen, Donau-
eschingen, Constanz etc. gezüchtet wird. Be
reits in den Vierzigerjahren fing man an,
Original-Simmenthaler Thiere aus der be
nachbarten Schweiz einzuführen. Diese fanden
in Baden einen so ausserordentlich günstigen
Boden zu ihrer Entwicklung, dass die baden-
sischen Simmenthaler ihren Schweizer Brüdern
an Adel der Form und Leistungsfähigkeit
heutzutage nicht nur völlig gleichen, sondern
sie sogar an Ausgeglichenheit noch über
treffen. Der Kalkgehalt des Bodens, der streb
same, mit hohem Zuchtverständnisse gepaarte
Sinn der badischen landwirthschaftlichen Be
völkerung und ein vortreffliches, den Ver
hältnissen des Landes genau angepasstes
Prämiirungssystem (s. d.) sind die Ursachen
der blühenden Simmenthaler Zucht in Baden.
An Farbe, Form und Eigenschaften gleichen
die Messkircher Rinder völlig den Simmen-
thalern (s. d.).
Literatur: Heitzmann, Der Messkircher Rind-
viehschlag (in den „Thierärztlichen Mittheilungen“ 1883,
Nr. 1—8). — Nörner, Bemerkungen über die Zucht des
Simmenthaler Eindviehschlages im Grossherzogthum Ba
den (in der „Landwirthschaftlichen Presse“. Berlin 1888,
Nr. 77, 84, 96). t Nörner.
Metöci8Ch, metaxen oder heteröcisch wer
den jene parasitischen Pflanzen (Pilze) und
Thiere (z. B. Trematoden, Gestaden etc.) ge
nannt, welche im Laufe ihrer, meist mit Ge
nerationswechsel verbundenen Entwicklung
den Wohnort (Wirth) wechseln müssen. Harz,
Mezenc-Rind. An der Grenze der fran
zösischen Departements Oberloire und Arddche
liegt ein 1784 m hoher, in drei Spitzen endi
gender, erloschener Vulcan, welchen die Fran
zosen Mont Mäzene nennen; er bildet die
höchste Erhebung des Cevennensystems, und
besitzt eine sehr interessante Flora. — Am
Fusse dieses Berges wird von den Landleuten
seit alter Zeit eine Rindviehrasse gezüchtet,
die zu den besten im südlichen Frankreich
gehört und ganz besonders tüchtige Ochsen
für den Zug liefert.
Ihr Kopf ist kräftig entwickelt, sehr breit
in der Stirn und mit ziemlich starken, nach
vorn gerichteten Hörnern ausgestattet. Am
mittellangen, sehr muskulösen Halse findet sich
eine grosse, bis zur Kehle reichende Wamme.

Ihre Brust ist breit und genügend tief,
der Widerrist gut abgerundet, aber der
Rücken nicht selten etwas eingesenkt, beson
ders bei den älteren Thieren. Die Lenden
sind lang und könnten wohl etwas stärker
sein. Ihr feiner Schwanz ist ziemlich hoch
angesetzt. Die meist gut gestellten, kräftigen
Beine besitzen feste Hufe.
In der Regel sind diese Rinder weizen
gelb oder semmelfarbig, seltener hellbraun
ohne Abzeichen. Auf der dicken Haut stehen
die groben Haare sehr dicht. — Die ausge
wachsenen Kühe erreichen eine Höhe von
P28—l'32m bei einem Lebendgewichte von
340—388 kg. Die Ochsen werden viel grösser,
stärker, bei guter Mast häufig 600 kg schwer,
und liefern eine sehr gute Fleischqualität.
Die Milchergiebigkeit dieser Rasse ist
nicht besonders zu loben; nur zur Sommer
zeit, wenn die Kühe auf den nahrungsreichen
Gebirgszügen ihr Futter selbst suchen können,
soll der Milchertrag auf 8—9 1 steigen, durch
schnittlich liefern sie kaum 4 1 per Tag.
Auf den Ausstellungen erscheinen Mäzenc-
Rinder meist in ziemlich grosser Anzahl, so
z. B. waren auf der Pariser Weltausstellung
im Jahre 1878 29 Stück zur Schau gebracht,
und es zeichneten sich damals hauptsächlich
die Kühe eines Mr. Chanal, Chaude-Yrolles
(Haute-Loire) durch hübsche Figur und gute
Milchzeichen aus. Freytag.
Miesbacher Rindviehschlag. Gezüchtet in
den bayerischen Bezirken Miesbach, Tölz und
zum Theil auch in dem Bezirke Rosenheim.
Dieser Schlag ist hervorgegangen aus einer
Kreuzung des ursprünglich in jenen Gegenden
heimisch gewesenen Landviehes mit Simmen-
thalern (s. unten). Dieses eingeführte Vieh
gedieh in seiner neuen Heimat, begünstigt
durch die saftigen Weiden und üppigen Triften,
ausserordentlich gut, gewann mit der Zeit im
Bezirke Miesbach und Umgebung immer mehr
und mehr an Boden und verdrängte schliess
lich den ursprünglich dort heimischen Land
schlag völlig, resp. ging derselbe durch die
fortgesetzte Kreuzung mit Simmenthaler Ori
ginalthieren ganz in diese Rasse auf. Dieser,
auch als Miesbach-Simmenthaler bekannte
Schlag steht in hohem Ansehen; in Formen,
Farbe und Grösse gleicht er fast ganz dem
echten Simmenthaler (s. d.); an Gewicht über
trifft er denselben sogar. Die bedeutendste
Zucht ist in Kaltenbrunn am Tegernsee.
Literatur: Nörner, Bemerkungen über die Zucht
des Simmenthaler Rindviehschlages in dem bayerischen
Bezirke Miesbach-Tegernsee (in „Frühlinges Landwirth-
scliaftlicher Zeitung“, Leipzig 1888). Nörner.

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