Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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leukämischen Hypertrophie participiren vor
züglich die Milz, die Mesenterialdrüsen, die
Darmdrüsen, der Thymus und die Tonsillen.
Die leukämischen Knoten zeigen sich zusam
mengesetzt aus Zellen, freien Kernen und
Serum, eingebettet in einer häutigen Hülle.
Die Zahl der Lymphzellen bedingt den Grad
der Härte der Knoten. Die Knoten der Milz
gehen nach Rindfleisch (Pathologische Ge
webelehre) aus einer Hyperplasie und zeili
gen Infiltration der lympho'iden Arterien
scheiden hervor, sie bringen die Milzpulpe zum
Schwinden und veranlassen auch Pigmenta-
tion. Siedamgrotzky (Vorträge über Leukä
mie, 1878) erwähnt noch leukämische Infil
tration in den Schleimhautcanälen in der
Form flächenhaft ausgebreiteter Polster von
grauröthlichem, markigem Gewebe, z. B. einer
scheidenartigen Umhüllung des Harnleiters
und einer ganz bedeutenden Verdickung der
Uteruswand.
Behandlung. Nur geringgradige leu
kämische Erkrankungen sind therapeutischen
Eingriffen zugänglich, weit vorgeschrittene
Fälle sind unheilbar. Die Verdauung und
Blutbildung suche man durch Verabreichung
von bitteren und tonisirenden Mitteln zu heben;
unter ihnen verdienen den Vorzug China,
Chinin, Cinchonin, gelöst in acidum sulfuric.
s. hydrochlor., dann Ferrum sulfuratum, Ar
senik, Jodkali, Brom, Leberthran, tinctura s.
oleum Eucalypti. Seitz (vgl. Anacker, spec. Pa-
thol. und Ther.) empfiehlt Injectionen von Jod-
tinctur in die angeschwollenen Drüsen, Blut
transfusion und subcutane Injectionen von
Blut. Neuerdings redet Warfvinge (Centralbl.
für medicin. Wissensch. 1881) der Behand
lung mit Arsenik (innerlich und in Injectio
nen) das Wort, er erzielte damit öfter ecla-
tant günstige Wirkungen. Anacker.
Leukocythose, s. Leukämie.
Leuma equorum (von Xoipy], Seuche;
equus, das Pferd), die Pferdestaupe. Anacker.
Levade ist in der Reitkunst eine Uebung,
welche zu der Schule über der Erde und der
jenigen Classe derselben gehört, bei der das
Pferd nur die Vorhand über die Erde erhebt.
Die Levade besteht in einem Erheben und
dem sofortigen wieder zur Erde Kommen des
Vordertheils des Pferdes, welches durch er
hebenden Zügelanzug und durch Schenkel-,
bezw. Spornhilfen oder durch einen Schlag
mit der Ruthe auf die Schulter zum Steigen,
d. h. Erheben der Vorhand veranlasst wird.
Damit das Pferd aber gleich wieder mit den
Vorderfüssen zur Erde komme, muss es nach
dem Steigen zügelfrei werden, jedoch nur so
weit, dass es keinen Sprung vorwärts machen
kann. Der Reiter muss hiezu, sobald das
Pferd den Punkt der höchsten Erhebung er
reicht hat, die Zügelhand gegen den, u. zw.
bis zum Sattelknopf neigen, damit das Pferd
durch weiteren Zügelanzug, wie derselbe
durch das Halten des Reiters am Zügel oft
herbeigeführt, zum weiteren Steigen und
Ueberschlagen nicht veranlasst wird. Das
Halten am Zügel entspringt aus dem Mangel
an Gleichgewicht des Reiters, das dieser

durch guten Schluss bei einwärts gedrehten
Oberschenkeln undWaden, bei herabgedrückten
Absätzen durch gestreckte Knie und einiges
Rückwärtsbiegen des Oberkörpers erreicht. Für
das Pferd ist die Levade eine sehr nützliche
Uebung, die Hanken biegsam zu machen. Gn.
Levanteschaf, s. Fettschwanzschaf.
Levesque J. F. C„ Franzose, studirte in
Alfort und gab 1804 mit Langlois eine kleine
Schrift über diese Schule heraus. Koch.
Levin J„ Dr. med. et Chirurg., gab 183!)
eine Schrift heraus unter dem Titel: Ver
gleichende Darstellung der von den Haus
thieren auf den Menschen übertragbaren
Krankheiten. Semmer.
Levisticum officinale. Liebstöckel, wild
wachsende und bei uns cultivirte Umbellifere
(Ligusticum Levisticum, L. V. 2). Die schwam
mige Wurzel
Radix Levistici, Liebstöckelwurzel,
ist von durchdringend aromatischem (sellerie
ähnlichem) Geruch, scharfem, bitteraromati
schem Geschmack und war früher officinell.
An ihre Stelle ist jetzt die kräftigere Engel
wurzel getreten (s. Archangelicaofflcinalis). VI.
Levrette, das italienische Windspiel, s.
Windhund. Koch.
Levrier, Bezeichnung für den italieni
schen Windhund, s. Windhunde. Koch.
Levron, nennen die Franzosen den ita
lienischen Windhund, s. Windhunde. Koch.
Leybourne (Leybourne Gränge Stud), in
England, Kent, liegt 1 mile —1'6 km von
West-Malling und ungefähr 38 miles — 86'3km
von London.
Auf dem zu Leybourne gehörigen Meier
hofe wurde schon früher von dem Sir Joseph
Hawley ein wohlberühmtes Vollblutgestüt
unterhalten, in dem Pferde wie Vatican,
Beadsman, dessen Söhne Blue Gown und
Rosicrucian, The Palmer und Pero Gomez
neben den Stuten Aphrodite, Morgan la Faye,
Madame Elentine und Mora standen, und von
denen besonders Beadsman und Blue Gown
als englische Derbysieger zu nennen sind.
Aber ausser diesen beiden selbst gezogenen
Hengsten gewann Sir J. Hawley noch mit
den als Fohlen angekauften und im Gestüt
aufgezogenen Teddington und Musjid die
Derby Stakes. Und der genannte The Palmer ist
auch als langjähriger und erfolgreicher Haupt
beschäler diesseits des Canals von Wichtigkeit
geworden.
Nach dem Tode des Sir Joseph ging
Leybourne auf dessen Erben, den gegen
wärtigen Besitzer Sir Henry Hawley, über.
Dieser aber liess nicht nur das Gestüt gänz
lich eingehen, sondern beweidete die sonst
der Pferdezucht dienenden Triften mit Schaf-
heerden und hielt sich auch ganz dem Renn
wesen fern. Die Gestütsanlagen blieben daher
unbenützt, bis es Mr. Philipps, dessen Vorfahren
unter den Hawleys viele Generationen hin
durch zu Leybourne gehörige Ländereien ge
pachtet hatten, gelang, den Park mit den
Stallungen und Paddocks zur Benützung zu
erhalten, um hier in den alten Räumen ein
neues Gestüt erstehen zu lassen.

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