Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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Der Gesammtbestand des Gestüts betrug
nach einiger, unlängst geschehenerVermehrung
der Stuten Anfangs des Jahres 1888 zwei
Beschäler, 40 Mutterstuten und 21 Jährlinge
sowie eine Zahl heuriger Fohlen. Die gegen
wärtigen Beschäler sind Galliard und Peter.
Ersterer von Galopin, kam nach ruhmvollen
Siegen auf der Rennbahn vierjährig im Jahre
1884 in das Gestüt und deckt zu 50 Guineas.
Peter ist der beste Sohn des Hermit, er ge
wann z. B. the Stewards Cup zu Goodwood
und andere werthvolle Rennen. Die Stuten
führen alle das edelste Rennblut in ihren
Adqrn. Von ihnen sind S nach Hermit, je 3
nach Blair Athol und Rosicrucian, je 2 nach
The Palmer, Wild Oats und die übrigen nach
Thormanby, Thunderbolt, Robin Hood, Spring-
field, Adventurer, St. Albans, Parmesan, Knight
of St. Patrick u. s. w. gefallen. Die Bedeckung
der Stuten geschieht auch hier, soweit die
Paarung mit anderen Hengsten als den eigenen
vortheilhafter erscheint, mit fremden, während
auch in Leybourne zur Aufnahme fremder
Stuten, die zur Belegung hieher gesandt wer
den, die erforderlichen Paddocks vorhan
den sind.
Die zum Gestüt gehörigen Ländereien
umfassen ungefähr 300 acres = 122'55 ha,
welche theils ein sehr schönes Futter für die
Pferde liefern, theils zu Paddocks hergerichtet
sind. Letztere liegen in dem schönen, mit
Ulmen und Eichen bestandenen Park, von
denen die in dem sog. Birling-Gehölz gele
genen als Paddocks für die Mutterstuten be
nützt werden. Hieran reihen sich 13 mit
hohen Steinmauern eingeschlossene Fohlen
paddocks, welche je etwas mehr als etwa
3 acres = 1 22 ha Flächenraum enthalten.
In diesen Paddocks werden die Jährlinge stets
zu je 2, die jüngeren Fohlen in Rudeln von
je 5 — 6 in je einem derselben untergebracht.
Bei Tage laufen die Stuten und Fohlen in
ihren Weidepaddocks und erhalten hier für
die Nacht so viel Heu und Korn, wie sie
fressen mögen.
Die Ausnützung des Gestüts, welches
unter der unmittelbaren Leitung des Besitzers
steht, beruht in dem Jährlingsverkauf, der
gewöhnlich im Juli jeden Jahres stattfindet
und in welchem durchschnittlich 25 Jährlinge
zur Versteigerung gelangen. Das Gestüt
personal besteht aus dem Studgroom, z. Z.
dem erfahrenen Mr. David Whisking, welcher
schon unter Sir Joseph Hawley im Gestüt
bedienstet war, und sechs Hilfsleuten. Gn.
Leydener Flasche oder Kleist’sche Fla
sche (im Jahre 1745 von Kle ist in Caminund
1746 von Cunäus in Leyden erfunden) ist ein
Apparat zur Ansammlung grösserer Mengen
von Elektricität, wie es deren mehrere gibt,
die im Allgemeinen Condensatoren oder
Verdichter genannt werden und sämmtlich
aus zwei einander parallelen und nahen Leitern
und einem zwischen ihnen befindlichen Isolator
bestehen. Die Leydener Flasche ist eine
zur bequemeren Handhabung modificirte
Franklin’sche Tafel, welche aus einer Glas
tafel besteht, die beiderseitig bis zu einem

entsprechenden Abstande vom Rande , mit
Stanniol belegt ist, während der freie Rand
zur besseren Isolirung noch mit Siegellack
überzogen oder gefirnisst ist. In der Leydener
Flasche ist nun die Glastafel durch ein cylin-
derförmiges Glas mit weitem Rande ersetzt,
welches bis zu einer bestimmten Entfernung
vom Rande innerlich und äusserlich mit
Stanniol belegt ist. Die Flasche ist mit einem
hölzernen Deckel versehen, durch welchen ein
Messingstab geht, welcher am Boden der
Flasche mit dem inneren Beleg in Verbindung
steht und 5—6 cm über dem Deckel mit
einem Knopfe endigt. Auch hier ist der freie
Rand des Glases mit einer isolirenden Firniss
schichte überzogen. Der innere Beleg kann
durch eine Füllung mit Eisenfeilspänen oder
mit Rauschgold ersetzt sein. Um die Ley
dener Flasche mit Elektricität zu laden,
wird der innere Beleg durch Vermittlung des
Knopfes mit dem Gonductor der Elektrisir-
maschine in Berührung gebracht, während
man den äusseren Beleg mit der Erde in lei
tende Verbindung bringt. Hiebei stösst die
-j- Elektricität des inneren Beleges die -f- Elek
tricität des äusseren in die Erde, zieht jedoch die
— Elektricität desselben an und hält sie fest.
Da nun die vom Knopfe vermittelte -f- Elek
tricität durch die — Elektricität gebunden ist,
so kann von der Elektrisirmaschine durch den
Knopf so lange -j- Elektricität nachströmen, bis
die Dichte der Elektricität des Knopfes gleich
der des Gonductors (s. Elektrisirmaschine)
ist. Will man recht starke Ladungen erzielen,
so bedarf man sehr grosser Flaschen; zweck
mässiger verbindet man mehrere Flaschen zu
einer Batterie, wobei die Knöpfe der inne
ren Belege durch leitende Stäbe mit einander
vereinigt werden und die äusseren Belege
auf eine gemeinschaftliche leitende Unterlage
gestellt werden. Eine Leydener Flasche wird
entladen, indem man den äusseren Beleg
mit dem inneren in leitende Verbindung zu
setzen versucht. Es geschieht nämlich die
gewaltsame Ausgleichung der beiden ent
gegengesetzten Elektricitäten, die man auch
als Entladungsschlag bezeichnet, immer
schon, ehe noch die leitende Verbindung der
beiden Belege vollständig hergestellt ist; der
im Augenblicke der Entladung noch beste
hende Abstand heisst Schlagweite.
Zur Entladung der Leydener Flasche so
wohl wie der Franklin’schen Tafel dient der
Entlader, d. i. ein gebogener, mit Gutta
percha überzogener und an jedem Ende mit
einer Metalikugel versehener Stab, mit dem
man gleichzeitig beide Belegungen berührt.
Eine Selbstentladung kann vorkommen, indem
ein Funken über den gefirnissten Rand einer
Belegung zum anderen überspringt oder in
dem das Glas durchbohrt wird. Die Schlag
weite der Leydener Flasche ist trotz der
grösseren Dichtigkeit der Elektricität ver-
hältnissmässig viel kürzer als bei der Elek
trisirmaschine; es rührt dies daher, weil die
Elektricität auf dem Conductor der Elektrisir
maschine frei ist, während sie auf dem einen
Belege der Leydener Flasche ganz, auf dem

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