Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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zu befeuchten oder einzureihen: 0'3—0 3 pro-
centiger Lösung von Kali carbonicum; Kali
causticum; verdünntem Kreosot; Jodtinctur;
Solution von Kalium sulfuratum, Argentum
nitric., Sublimat oder Hydrarg. oxydulatum
nigrum; einer Mixtur von Kalkwasser und Oel
oder Petroleum 1:4, Salben aus Fett und
Manganhyperoxydat 8 : 1, oder Hydr. praeci-
pit. album 4: 1, oder Hydr. bijodat. rubr.
10—20:1, oder von Fett 43 Theile, Theer 16,
Terpentinöl 8 und Kalomel 8 Theile; einer
Mischung von Sapo kalinus und Solutio Fowleri
arsenicalis; 5—10—löprocentiger Lösung von
ölsaurem Quecksilber mit Aether 1:8; Ichthyol
für sich oder mit Zinkbenzoesalbe 1—8 :20
oder in einer 40—50-procentigen Lösung in
Vaseline oder Fett; einer Salbe von Lithargyr.
10'0, coque c. aceti 30'0 ad reman. 20 0;
adde Ol. Olivar., Adip. ar.a 10 0, Ichthyol! 10'0
(Unna); ferner Aether. 20'0, Spirit, rectif. 10’0,
Thymol! 200, abwechselnd mit Glycerin,
schwach mit Sublimat versetzt; Acid. tanni-
cum zu 10—20 Wasser und Glycerin. Ferner
Naphthol 15'0, Adip. lOO’O, Sapon. kalini ö0'0,
Calcar. 15 0; oder Alumin. 300 0, Acid. acet.
386 0, Calcar. carbon. 130 0, Aquae lOOO'O.
Her Alaun wird zuerst in Wasser gelöst,
der Essig dann zugesetzt, ebenso unter
Schütteln der mit Wasser vermischte Kalk;
das Gemisch lässt man 24 Stunden an einem
warmen Orte stehen, schüttelt es oft durch
einander und filtrirt es (Allemann). Vorsichts
halber desinficire man öfter die Stand- und
Lagerplätze. Anacker.
Lichenes, Flechten. Verschieden ge
staltete Arzneikörper, wie die Pilze und Tange
(Algen), zu den Lagerpflanzen gehörend, von
lederartiger Consistenz, vorherrschend brauner
Farbe und schleimigbitterem Geschmack. Der
Körper der Flechten besteht aus einem gut
entwickelten strauchartigen oder blattförmigen
Thallus und wird die Hauptmasse aus ver
flochtenen Zellenreihen (Hyphen) zusammen
gesetzt, die bald ein Scheinparenchym, bald
ein Filzgewebe bilden; hiezu kommen noch
kugelige, gefärbte Zellen (Gonidien), welche
Chlorophyll oder andere Farbstoffe tragen.
Die Apothecien sind schildförmig schief und
meist an den Thallusrand angewachsen. Von
Wichtigkeit ist nur das isländische Moos
(Heideflechte, Heidegras).
Lichen Islandicus (s. Cetraria Islan-
dica), wegen des Reichthums an Kohlehydraten
(Lichenin, Flechtenstärke) und Bitterstoffen,
die in Form einer Säure (Cetrarin) enthalten
sind, nährend und digestiv. Die Lungen
flechte, Lichen pulmonarius (Lungen
moos, Herba Pulmonariae arboreae) ist nur
mehr Volksmittel bei Lungenleiden. Lichen
Carageen, Perlmoos oder Knorpeltang, offi-
cinell als Carrageen (Fucus crispus, islän
disches Moos) ist ein Gemenge von Meer
algen (Florideen) und ausgezeichnet durch
Nährstoffe und Schleim, daher wie Amylum
in seiner nordischen Heimat Nahrungsmittel
für Hausthiere und gutes Mucilaginosum (bei
Diarrhöen und chronischen Respirationsca-
tarrhen. Vogel.

Lichenin, Flechtenstärke, Moosstärke, ein
Kohlenhydrat C 6 H 10 O ä , erhält man aus dem
isländischen Moos, wenn man es mit concen-
trirter Salzsäure auszieht und das Extract
schleungst mit absolutem Alkohol fällt, als
gelbes, sprödes Pulver, welches in kaltem
Wasser aufquillt, in kochendem sich löst, die
Lösung gelatinirt beim Erkalten. Man erhält
es auch, indem man isländisches Moos, welches
durch Digestion mit Kalkwasser von den
Bitterstoffen befreit wurde, mehrmals mit
Wasser auszieht. Aus dem wässerigen Extract
setzt sich unreines Lichenin ab, welches durch
Lösen in kochendem Wasser und Fällen mit Al
kohol gereinigt wird. Das Lichenin wird durch
Jod, wenn auch viel weniger wie Stärke, gebläut.
Mit verdünnten Säuren erwärmt, gibt Lichenin
Dextrose, mit Salpetersäure entsteht Zucker
säure. Es verbindet sich mit Bleiessig, Kali
und Natron. Loebisch.
Lichnomania (von kiyvo?, Lecker; p.av:a,
Sucht), die Lecksucht oder Nagekrankheit des
Rindes. Anacker.
Licht nennt man die Kraft, welche uns
die Körper sichtbar macht. Einige Körper
besitzen die Eigenschaft des Sichtbarseins,
indem sie selbständig Licht erzeugen, sie
werden selbstleuchtende Körper oder
Lichtquellen genannt; andere Körper werden
erst unter Einwirkung eines leuchtenden Kör
pers sichtbar, also leuchtend oder lichtgebend
— solche nennt man dunkle Körper. Ueber
das Wesen des Lichtes gibt es zwei Hypo
thesen. Die eine, von Newton (1602) her
rührende, betrachtete das Licht als einen
höchst feinen, den leuchtenden Körpern ent
strömenden Stoff— Emanationstheorie,
die andere, von Huyghens (1691) aufge
stellte, erklärt das Licht als schwingende
Bewegung eines feinen, den ganzen Welt
raum erfüllenden, elastischen, aber nicht
schweren Stoffes, der Aether genannt wird —
Un dulation stheorie. Durch die Schwin
gungen des Aethers entsteht das Licht ähn
lich wie durch die schwingenden Bewegun
gen fester Körper der Schall, u. zw. besteht
das Licht aus transversalen Schwingungen
(der Schall aus longitudinalen), welche sich
nach den Gesetzen der Wellenbewegung fort
pflanzen. Damit diese transversalen Aether-
schwingungen von unserem Auge als Licht
empfunden werden, muss die Anzahl dersel
ben in einer Secunde 400—800 Billionen be
tragen. Jede dieser verschiedenen Schwin
gungszahlen bedingt den Eindruck einer be
stimmten Farbe; wenig verschiedene Schwin
gungszahlen entsprechen auch nur wenig ver
schiedene Farben. Die geringste unserem
Auge wahrnehmbare Schwingungszahl von
400 Billionen kommt dem Roth zu, dann
folgen Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo,
Violett, das aus der grössten Zahl von Aether-
schwingungen besteht. Aetherschwingungen
unterhalb von 400 Billionen in der Secunde
bis zu einer gewissen Grenze werden von uns
als Wärme empfunden — und die Schwin
gungen des Aethers jenseits 800 Billionen,
die wir nicht mit dem Auge wahrnehmen

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