Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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in ein Staatsgestüt umgewandelt. Als solches
ist es noch gegenwärtig der Gen'eral-Gestüts-
direction zu St. Petersburg, an deren Spitze sich
der General-Feldmarschall Graf Worontzow-
Daschkow befindet, unterstellt. Die unmittel
bare Leitung des Gestüts liegt in den Händen
des Oberstlieutenants Tchebichew und mit der
Wartung und Pflege der Pferde sind theils
Miethsleute, theils freie Arbeiter beschäftigt.
Ausser dem Gestüt hat Limarevo noch
ein Hengstendöpöt, dessen Bestand auf 60 Be
schäler festgesetzt ist. Grassmann.
Limarewski ist eines der vier kaiserlich
russischen Krongestüte, welche unter dem
gemeinsamen Namen des Gestüts von Belo-
vodsk (s. Bälowodskije sawody) bekannt sind.
— Die bei uns gebräuchlichere Benennung
für Limarewski ist Limarevo (s. d.). Grassmann.
Limatura Ferri, Eisenfeile. Feingepul
vertes Eisenmetall. Ferrum pulveratum, siehe
Ferrum.
Limatura Martis, so viel als Limatura
Ferri.
Limburger Vieh. Der im östlichen Belgien
an der holländischen Grenze in der Provinz
Limburg heimische Rinderschlag gehört zur
Gruppe derNiedemngsrassen und unterscheidet
sich von dem in Nord-Holland gezüchteten
Vieh hauptsächlich durch seine kleinere
Gestalt.
An dem etwas schweren Kopf sitzen
halbkreisförmig nach vorn gebogene, ziemlich
starke Hörner. Der schmale Hals besitzt nur
eine schwach entwickelte Hautfalte.
Wie bei vielen Thieren der Niederungs
rassen findet man auch hier häufig eine nicht
entsprechende Entwicklung der Brust.
Auch hinter den Schultern sind die
Thiere häufig eingezogen. Das nach hinten
abfallende Kreuz ist hoch. Was die Färbung
anbetrifft, so begegnet man meist Grau- und
Schwarzschecken.
Die-Mastfähigkeit des Limburger Schlages
soll nur eine mittelmässige sein, während die
Milchergiebigkoit eine ganz vorzügliche ist. Az.
Limoctonia (von X:p.o’;, Hunger; zto'vo;,
Tod), der Hungertod. Anacker.
Limospora s. Limosporus (von kipd?,
Hunger; §u>pc!;, krätzig, räudig), die Hunger
räude. Mehrere französische Thierärzte be
haupten, die Räudemilben hafteten am leich
testen bei schlecht genährten Thieren. Auch
hat man häufig den Ausdruck „Hungerräude“
für die Schuppenflechte, Psoriasis, gebraucht,
von der am leichtesten abgemagerte und
schlecht verpflegte Thiere befallen werden. Anr,
Llmotherapia (von X:p.d?, Hunger; ffspa-
icsia, Heilung), die Hungerkur. Anacker.
Limousinen Rind (Race limousine). Das
zu den kleineren Schlägen gehörende Limou-
siner Rind ist in den Departements: Haute-
Vienne, Corrhze und Creuse, welche zusammen
die frühere Provinz Limousin bildeten, ver
breitet.
Es besitzt einen schweren Kopf mit
mittellangen, aber dicken, an den Enden

dunkelgefärbten Hörnern, welche oft die Nei
gung nach abwärts zu wachsen besitzen.
Der in der Regel wegen der eckigen
Formen unschön geformte Leib ist lang und
schmal gebaut und zeigt einen spitzen Widerrist
und schmale Lenden.
Die Haarfarbe ist weizengelb, manchmal
ins Braune übergehend; heller als am Rumpfe
ist sie an den Extremitäten, am Maule und
am Rücken.
Obschon sie sich nur schwer und langsam
mästen, ist doch die Qualität des Fleisches
eine ganz vorzügliche. Die Kühe gelten nur
als mittelmässige Melkerinnen, was in An
betracht des Umstandes, dass sie viel zur
Arbeit herangezogen werden, nicht ^Wunder
nehmen kann. Adametz.
Limousinpferd. Limousin, eine ehemalige
französische Provinz mit dem Titel einer
Grafschaft und der Hauptstadt Limoges,
bildet jetzt den grössten Theil der Departe
ments Obervienne und Corrfeze. — In älterer
Zeit, und selbst noch zu Anfang dieses Jahr
hunderts, wurden daselbst viele recht gute
Pferde gezogen; die Pferdezucht hatte für
die ganze Landschaft eine recht grosse Be
deutung, und allgemein wird in Frankreich
bedauert, dass dieselbe in der Neuzeit durch
unzweckmässigen Verkauf der besten Zucht
thiere (Hengste und Stuten) so grosse Ein-
busse erlitten hat. Jetzt werden in Limousin
kaum 1000 Fohlen im Jahre geboren, wo
hingegen dort früher viele Tausende zur Welt
gekommen sein sollen. Man wirft der jetzigen
Pferderasse von Limousin vor, dass sie zu
leicht und klein sei; sie passe immer nur
für zierliche Reiter, und zum Zuge wären
ihre Producte nicht recht zu verwenden.
Der alte Landschlag jener Gegend ist
wahrscheinlich aus der Kreuzung von Berber
stuten mit arabischen Hengsten hervorge
gangen; er gleicht viel mehr den afrikanischen
als den asiatischen Rossen. Es sind meist
feine Thierchen mit einem kleinen, trockenen
Kopfe und ziemlich langen Ohren. Ihr Hals
ist leicht, in der Nackenfirste oft stark ge
krümmt und stets mit einer sehr feinen Mähne
auf dem Kamme bewachsen. Man kann die
Thiere kurzleibig und kurzrückig nennen; an
der schön abgerundeten Kruppe ist der
feine Schweif recht hübsch angesetzt. Ihre
Hüften sind ziemlich breit und das Hinter-
theil im Ganzen ziemlich kräftig entwickelt.
Die festen Gliedmassen sind mit derben Sehnen
und guten Hufen bestens ausgestattet.
In allen älteren Beschreibungen werden
nicht allein ihre hübschen, gefälligen Formen,
sondern auch die grossen Leistungen der
Thiere gerühmt, und es ist daher wohl zu
bedauern, dass diese alte Landrasse so sehr
zurückgegangen ist. Durch die grosse Nähe
des Gestüts zu Pompadour, welches mit vor
trefflichen Hengsten besetzt ist, dürfte es
den Züchtern jener Gegend nicht allzuschwer
werden, den guten Ruf der alten Rasse zu reha-
bilitiren. Sicherlich könnte dort in nicht zu
ferner Zeit ein ganz passendes Material für
die Cavallerie geschaffen werden.

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