Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Sechster Band (Langogne - Myzon)
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L.

Langogne, Stadt ira französischen De
partement Lozere, bekannter Handelsplatz
für Mastvieh und Maulesel. Koch.
Langschwänziges Schaf (Ovis dolichura)
ist in. Mittelasien, Syrien, Ober-Aegypten,
Abyssinien heimisch und von diesen Ländern
aus schon in älterer Zeit über andere Theile
Asiens und Afrikas verbreitet. — Man unter
scheidet jetzt zwei Gruppen dieser Art; die
Schafe der einen Gruppe besitzen einen sehr
breiten, mit einem starken Fettpolster ver
sehenen Schwanz; die der andern Gruppe
sind schmalschwänzig und es fehlen ihnen
in der Regel die Fettpolster am Schwänze.
Alle langschwänzigen Schafe besitzen mehr
als 13 (oft bis 22) Schwanzwirbel; es reicht
ihr Schwanz oft bis zur Erde, und es erscheint
dann zweckmässig, denselben aufzubinden.
Rüssel gibt an, dass die Schäfer in der Um
gegend von Aleppo — auch sonst in Syrien —
an dem unteren Ende des Schwanzes ihrer
Schafe ein leichtes Brettchen befestigten und
unter dasselbe kleine Räder brächten, damit
der bewollte Schwanz beim Weidegang der
Thiere unbeschädigt bliebe. — Die hoch
beinige Form der langschwänzigen Art besitzt
in der Regel einen kahlen Schwanz und
trägt ein sehr grobes, straffes Haar von ge
ringerem Werth, wo hingegen die syrischen
langschwänzigen Schafe ein leidlich gutes
Wollproduct liefern, das sich zur Teppich-
fabrication vortrefflich eignet. — Die Böcke
dieser Art sind meistens gehörnt, die Zibben
aber gewöhnlich hornlos. Bei den gehörnten
Exemplaren erheben sich die kleinen, feinen
Hörner in einer leichten Biegung nach hinten
und nur wenig über den Scheitel. Der Kopf
der Thiere ist kurz und breit und hat in seiner
ganzen Form Aehnlichkeit mit der eines (ge
hörnten) Southdown-Bockes. Auf dem in
leichter Wölbung sich erhebenden breiten
Nasenbein liegt eine kernige feste Haut, die
gewöhnlich feine Falten bildet. Das Maul ist
stumpf und breit. Die Ohren sind lang und
schwer, mässig zusammengerollt und laufen
in eine stumpfe Spitze aus. Kopf, Ohren und
Beine sind bis an den Rumpf hinauf mit
kurzen, glatten, straff anliegenden Haaren be
wachsen; die Wolle auf dem ganzen Rumpfe
ist mittellang und steht ziemlich dicht auf
der Haut. Sie ist eine nicht ganz grobe Misch
wolle, welche fast gar keine Kräuselung zeigt,
Die Farbe des Vlieses ist weiss, nur die mit
kurzen Haaren besetzten Theile des Körpers
sind keilbraun gefärbt. In gleicher Farbe
erscheint auch die Wolle auf der unteren
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. VI. Bd.

Seite des Halses bis nach der Brust zu
(Bohm). Bei einigen Schlägen dieser Rasse
soll sich der lange Schwanz in der Gegend
der Sprunggelenke nach oben krümmen und
an der unteren Seite stets kahl sein.
Die Thiere werden entweder in grösseren
Heerden auf freien Weiden gehütet oder in
grossen Pferchen gehalten, in welchen ihnen
das Futter zugetragen wird. — Die Orientalen
schätzen besonders das fette Fleisch am
Schwänze dieser Thiere hoch und bezahlen
alle gut ernährten, resp. gemästeten lang
schwänzigen Schafe verhältnissmässig hoch. An
einigen Orten werden die Schafe gemolken, und
es soll ihre Milch immer sehr fett sein. Fg.
Langshanhuhn. Diese schöne und wider
standsfähige Hühnerrasse wurde vor ungefähr
zwei Decennien von Major Croad aus ihrer
Heimat (Nordchina) nach England gebracht
und im Jahre 1872 zum erstenmale zu Lon
don im Krystallpalast ausgestellt.
Die kräftigen und, was Grösse und Ge
stalt anbelangt, den Dorkings ähnlichen Hüh
ner besitzen ein gleichmässig schwarzes Ge
fieder mit intensivem grünen Schimmer. Die
Läufe sind dunkel pigmentirt (schiefergrau
bis schwarz). Je nachdem sie unbefiedert oder
befiedert sind, unterscheidet man zwei Arten.
Der Kopf trägt einen rothen, wohlausge-
bildeten Kamm. Die Lappen sind ziemlich
lang. Die mit lebhaftem Temperamente aus
gestatteten Hennen sind fleissige Legerinnen,
welche auch vortrefflich brüten und führen.
Die gelbgefärbten Eier sind ziemlich gross.
Dazu kommt noch, dass die Küchlein sich
leicht aufziehen lassen. Alle diese Eigen
schaften, welchen noch die vortreffliche Eig
nung der Langshans für die Zwecke der
Küche hinzuzurechnen ist, denn sie sind fein
knochig und liefern ein weisses, saftiges
Fleisch, machen diese Rasse zu einer der
werthvollsten überhaupt.
Eine zukünftige grosse Verbreitung ver
spricht ihnen jedoch die Widerstandsfähigkeit
gegenüber verschiedenen Schädlichkeiten,
welche gerade diese Rasse wie keine zweite
auszeichnet, und welche sie wahrscheinlich in
dem streng continentalen Klima ihrer Heimat
erworben haben dürften.
Es handelt sich hier nicht allein um das
verhältnissmässig leichte Ertragen eines rau
hen Klimas, sondern auch um die eigenthüm
liche Thatsache, dass sie weniger als irgend
eine andere Hühnerrasse von Tuberculose
heimgesucht werden. Ueberall dort, wo diese
Seuche unter den Hühnerständen grosse Ver
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