Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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zahlt nach der Zustellung des Beitragszettels;
3. wenn der Versicherte sein Pferd schlecht
behandelt.
§ 7. Einzelne Pferde können nicht ver
sichert werden, sondern es muss immer mit
dem ganzen Pferdestand, soferne er versiche
rungsfähig ist, beigetreten werden.
§ 8. Pferde unter 1 oder über 18 Jahren
und solche, die den Werth von 80 fl. nicht
erreichen und 200 fl. übersteigen, werden
nicht aufgenommen, auch Post- und Lohn
kutscherpferde, sowie kranke Pferde sind von
der Versicherung ausgeschlossen.
§ 9. Die Vergütung wird zu zwei Drittel
geleistet, wenn das Pferd durch Krankheit
zu Grunde geht, auch beim Verkauf eines
Gewährmangels nach der Gewährszeit von
17 Tagen wird dieser Satz vergütet.
§ 10. Zur Ermittlung des Schadens ist
sofort Anzeige zu erstatten, wo dann das
Pferd abgeschätzt und die Ausbezahlung an
gewiesen wird.
§ 11. Wird ein Pferd gänzlich blind,
dumm, oder bekommt es au den Füssen un
heilbare Geschwülste oder Lähmungen, welche
die Arbeitsfähigkeit bedeutend vermindern, so
zahlt der Verein den vierten Theil des Ent
schädigungswerthes und überlässt dem Mit
glied das Pferd unversichert.
§ 12. Die Kosten der thierärztlichen Be
handlung trägt der Verein.
§ 13. Auswärtige Todesfälle sind durch
thierärztliche Zeugnisse und Gutachten zu
bestätigen.
§ li. Keine Entschädigung tritt ein;
a) Wenn ein Pferd durch die Schuld des
Versicherten, oder jenes, für den er zu hasten
hat, zu Grunde geht.
b) Wenn für das Pferd von einem anderen
Vereine Entschädigung bezahlt wird.
c) Wenn es gestohlen, bei Aufruhr oder
Krieg weggenommen wird.
d) Wenn es nicht in der Aufnahmsur
kunde aufgeführt ist.
e) Wenn das Pferd in den ersten 17 Ta
gen der Aufnahme an Rotz, Wurm, Herz
schlächtigkeit, Lungenfäule und Koller zu
Grunde geht — ausser, es war schon beim
Verkaufe bei diesem Vereine versichert.
f) Wenn ein Pferd bei Vermiethung
unter fremder Hand fällt.
§ 15 enthält die Abrechnung und § 16
die Verwaltung des Vereins.
Beim ersten Rechnungsabschluss vom
October 1849 bis 31. März 1850 waren 135
Pferde zu 18.165 fl. versichert, wobei von
100 fl. Versicherungswerth 45 kr. erhoben
wurden, vom April bis 30. September dage
gen 47 kr. und vom I. October 1850 bis
31. März 1851 bei 245 Pferden Versicherung
nur 26 kr. Weiters ist nichts über diesen
Verein bekannt worden. Im Jahre 1853/54
wurde in Augsburg ebenfalls ein Pferdever
sicherungsverein gegründet, wo im ersten
Halbjahr 38 kr. von 100 fl. Versicherungswerth
eingehoben wurde. Nach 16jährigem Bestehen
löste sich dieser Verein wieder auf und hat
während dieser Zeit 73 Pferdeunfälle mit

7353 fl. entschädigt und haben die halbjähri
gen Beiträge von 100 fl. Versicherungswerth
47% kr. betragen. Die Auflösung erfolgte
wegen Statutenanfechtung.
In Stuttgart wurde im Jahre 1876 eine
Pferdeversicherungsgesellschaft errichtet. Ende
December 1880 waren 4093 Pferde zu
2,432.055 M. versichert. Die Prämienein
nahme betrug 107.911 M. Angemeldet wurden
241 Schäden, die mit 87.430 M. regulirt
wurden; es ist dies 6% des Versicherungs
standes. Die Geschäftsunkosten betrugen
1880 13.851 M. oder 23% der Prämien Ein
nahme.
Am 1. Jänner 1888 waren versichert ge
wesen :
4319 Pferde im Werthe von M. 2,802.230.—
Dazu kamen bis 31. December
1888 1119 Pferde im
Werthe von . „ 701,865.—
5438 Pferde im Werthe von M. 3,504.095.—
und gingen ab durch Ent
schädigung, Kündigung u.
Verkauf:
1084 Pferde im Werth von „ 616.539.—
so dass am 1. Jänner 1889
versichert waren:
4354 Pferde mit M. 2,887.700.—
An Prämien wurden 1888 bezahlt
M. 140.677.—. Die Zahl der umgestandenen
Pferde betrug 370 oder 8'4% des Versiche
rungsstandes. Der Entschädigungsaufwand
betrug M. 127.544.— oder 91% der Prämien -
einnähme. Das. Jahr schliesst mit einem Aus
gabeüberschuss im Betrage von M. 12.673.—.
Seit Bestehen der Gesellschaft wurden
für 3176 gefallene Pferde M. 1,160.814.— be
zahlt.
Im Jahre 1880 bestanden im Grossherzog
thum Hessen 33 Pferdeversicherungscassen und
38 Gassen für Pferde und Rindvieh. Eine Pferde
versicherungsanstalt im Grossherzogthum
Baden hat sich von 1882 bis 1885 wesentlich
gehoben; während im ersteren Jahre die Zahl
der versicherten Pferde 4559 betrug, waren
1885 5088 versichert und gelangten 244 Fälle
zur Entschädigung. Die Schadensumme betrug
M. 77.615.— gleich 2'8% des Versicherungs
capitals, und 65% der Prämieneinnahme,
welche durchschnittlich jetzt auf 4 3% festge
setzt ist.
In Ostfriesland hat sich im Jahre 1884
ein Verband für gegenseitige Versicherung
von Zuchtstuten gebildet, wobei 204 Stuten
mit M. 175.525.— versichert waren. 6 Stuten
gingen zu Grunde im Werthe von M. 5750.—.
Der Jahresbeitrag beträgt 3% des Versiche
rungscapitals.
Pferdeversicherungsanstalten für sich
allein sind wenige vorhanden und erstrecken
sich dieselben meistens nur auf kleinere Be
zirke, dagegen allgemeine Viehversicherungs
anstalten, die auch Pferde mit in Versiche
rung nehmen, gibt es eine grosse Menge, die
sich über ganze Länder ausbreiten und mei
stens auf Aktiengesellschaften oder auf Ge
genseitigkeitsverbänden mit Solidarhaft be

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