Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Zuchtvereinen aus diesem Fonds gewährten
Subvention diesem Fonds wieder zufliessen;
allgemeine Einführung jährlich wiederkehren
der Präraiirungen in allen Pferdezucht treiben
den Kreisen unter bedeutender Erhöhung der
bisher dazu ausgesetzten Mittel; Unterstützung
der Pferdezuchtsvereine, wo solche, aus land-
wirthschaftlichen Vereinen gebildet, sich ledig
lich der Förderung der Landespferdezucht mit
allen Mitteln und Kräften gewidmet haben;
Verwendung von Prämien vorzugsweise auf
die heranwachsenden bildungsfähigen Genera
tionen, die Mutterstuten der Zukunft; dass
der für die Armeeremonten durchschnittlich
zu zahlende Ankaufspreis angemessen erhöht
werde; für Prämiirung von Hengsten in
Händen von Privaten, welche die Qualification
eines Landbeschälers haben und zum Decken
öffentlich angeboten werden, einen angemes
senen Fonds durch Erhöhung des allgemei
nen Prämienfonds auf den Etat bringen zu
wollen.
Endlich wurde beschlossen, ein Organ
für die Vertretung der Interessen der Lan
despferdezucht mit berathender Stimme zu
bilden.
Welchen Erfolg diese Pferdezuchtsenquete
hatte, ist unbekannt und nur soviel ist durch
die Fachliteratur in die Oeffentlichkeit ge
langt, dass eben die preussische Pferdezucht
wie überall an verschiedenen Uebeln laborirt
und wird namentlich über die Reinvollblut
zucht Klage geführt und der Nachweis zu
erbringen gesucht, dass die so sehr prote-
girte Zuchtmethode für die Landespferdezucht
noch wenig Nutzen gebracht habe. Diese com-
missionellen Berathungen sind zum grösseren
Theil an den Landwirthschaftsrath überge
gangen.
Gestütsräthe zur Berathung von Pferde
zuchtsangelegenheiten sind in Bayern bei
jeder Kreisregierung und dem Ministerium
des Innern vorhanden, die aus den Land-
stallmeistern (Offleieren und Thierärzten), Re
gierungsbeamten, thierärztlichen Fachreferen
ten, Pferdezüchtern und Landwirthen bestehen,
jährlich sich einmal versammeln und ihre
berathende Stimme gegenüber der Regierung
und Landgestütsverwaltung abgeben. Man
sollte glauben, dass die Thierärzte mit einer
vollkommen durchgebildeten thierzüchterischen
Fachbildung ausgerüstet, und deren Lebensauf
gabe in der Praxis das Studium der gesunden
und kranken Thiere nach allen Richtungen
tagtäglich ihre Aufgabe ist, sachliche Er
fahrungen über die Pferdezuchtsverhältnisse
in ihrem Bezirke und Lande haben müssen,
und dennoch hat sich Norddeutschland noch
nicht bewogen gefunden, auch diese Fach
männer mit ihrem Rath zu hören. Abr.
Pferdezwieback, s. Brotfütterung.
Pfingstkrankheit nannte man die para
lytische Hämatinurie (schwarze Harnwinde),
weil diese gern nach mehrtägiger Stallruhe,
also auch nach kirchlichen Feiertagen aus
bricht (s. Hämatinurie, paralytische). Anr.

Pfingstrose. Gemeine Gichtrose, Pu-
tennie, zuweilen zu Vergiftungen Veranlassung
gebend (s. Päoniaceen). Vogel.
Pfirsichbaum. Bekannte einheimische, aus
Persien stammende Amygdalee (L. XII. 1),
Persica vulgaris (s. d.). Vogel,
Pflanzen. Lebende Wesen, deren Lebens
thätigkeit sich gewissermassen auf die Pro
cesse der Ernährung und Fortpflanzung be
schränkt, die zum Unterschiede von den
Thieren gemeinhin nicht mit willkürlicher
Bewegung begabt und wahrscheinlich unbe
seelt sind. Die Pflanze ist an den Erdboden
oder an ein anderes geeignetes, festes oder
flüssiges Medium, welches ihren Lebensbe
dingungen entspricht, gebunden. Sie ernährt
sich (abgesehen von den sog. fleischfressenden
Pflanzen, welche animalische Substanzen zu
resorbiren vermögen) nur von anorgani
schen Stoffen, während das Thier zu seiner
Ernährung vorwiegend der von den Pflanzen
gebildeten oder doch vorgebildeten organi
schen Substanzen bedarf. Ferner wiegt bei
der chemischen Zusammensetzung der Pflanze
der Kohlenstoff, bei jener der Thiere bedin
gungsweise der Stickstoff im Vergleich zu
den anderen organischen Grundstoffen Wasser
stoff und Sauerstoff vor. Die Pflanze vermehrt
während ihrer ganzen Lebensdauer ihren Be
stand an organischer Substanz, während im
thierischen Organismus der Ansatz, die Le
bendgewichtsvermehrung, einen beständigen
Umsatz und die Zerstörung von organischen
Substanzen bedingt; die Mengen der zer
störten organischen Substanzen sind grösser
als der Ansatz. Mittelst des eingeathmeten
atmosphärischen Sauerstoffes (s. Fütterung
und Ernährung) werden im Thierkörper die
Producte des Zerfalls zum Theil verbrannt
und dadurch Wärme erzeugt, während die
Pflanze unter dem Einflüsse von Licht und
Wärme aus den ihr als Nährstoffe dienenden
anorganischen Körpern vermittelst eines Re-
ductionsprocesses ihre organische Substanz
bildet, dabei freien Sauerstoff abscheidet,
welcher den von den Thieren verbrauchten
Sauerstoff ersetzt. Die von den Pflanzen ge
bildeten oder eventuell bereits durch Pflan
zenfresser in thierische Stoffe (Fleisch, Fett,
Milch) umgebildeten eomplicirten organischen
Substanzen lassen auch bei ihrer Zersetzung
im Thierkörper, indem einfachere chemische
Verbindungen entstehen, chemische Kräfte
frei werden, die zur Ermöglichung aller me
chanischen Kraftleistungen des Thierkörpers
dienen.
Die Pflanzen bedingen also das Thier
leben, andererseits aber auch dieses wieder
das Pflanzenleben, indem die Thiere die von
den Pflanzen zur Ernährung der letzteren be-
nöthigte Kohlensäure ausathmen, und weil
ferner durch Zersetzung der anderen thieri
schen Ausscheidungen und aller thierischen
Producte überhaupt schliesslich wieder anor
ganische Verbindungen entstehen, welche als
Pflanzennährstoffe dienen. Man nennt diesen
Zusammenhang zwischen Thier- und Pflanzen
leben Kreislauf des Stoffes. Pott.

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