Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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der Holzpilz Xylaria, der Russthaupilz, die
Pleospora herbarum (Schwärze), der Mehl
thaupilz Erysiphe und Schimraelkernpilz
Eurotium. Vogel.
Pyretaetiologia (von icopsto's, Fieber;
aittokoYta, Lehre von den Ursachen), die
Lehre von den Ursachen des Fiebers. Am-,
Pyrethrum. Insectenpflanze aus der Fa
milie der Compositen (L. XIX, früher Chry
santhemum) mit mehreren ursprünglich auf
Bergwiesen des Kaukasus vorkommenden
Arten, wie
Pyrethrum Caucasicum, P. carneum
und roseum, welche blassgelbe aromatische
Blüthenkörbchen liefern und zu Pulver zer
rieben das Insectenpulver,
Flores Pyrethri, persische In-
sectenblüthen, Pulvis Persiens, Pulvis
contra Insecta, darstellen. Ausserdem gibt es
eine zweite Sorte, das
Pyrethrum einerariaefolium, dal
matinische Insectenblüthen, die auch auf
den steinigen Gebirgen Montenegros und der
Herzegowina vorkommen. Beide Arten werden
jetzt auch in anderen Gegenden Europas
cultivirt. Sie sind sehr wirksam gegen Flöhe,
Wanzen, Motten und Fliegen, welche durch
die Blüthen zunächst betäubt, dann getödtet
werden. Andere Insectenpulver, wie von Pyre
thrum corymbosum, P. Parthenium, einigen
Anthemis- und Chrysanthemumarten sind
unbrauchbar. Das specifische parasitenwidrige
Princip liegt in einer in den Haardrüsen der
Fruchtknoten sitzenden ätherischöligen Sub
stanz von kamillenähnlichem Geruch, welche
ausPersicin und den Säuren Persiretin und
Persicei'n zusammengesetzt ist und als be
sonders wirksam in frischen Blüthen sich
gezeigt hat. Das frische Pulver erfreut sich
daher grosser Beliebtheit überhaupt gegen
Hautinsecten, selbst gegen Kopf- und Filz
läuse, ist aber seines Preises wegen nur bei
den kleineren Hausthieren und dem Geflügel
anwendbar. Gewöhnlich streut man es zwischen
die Haare oder Federn, man kann aber auch
Waschungen mit dem Infus (ä—18 : 100)
oder mit der Tinctur vornehmen. Eine
andere Pyrethrumart, ebenfalls zu den Com
positen zählend, ist die römische Bertram
wurzel,
Radix Pyrethri Romani Ph. A., vom
Anacyclus Pyrethrum Italiens stammend,
deren Wurzel anhaltend brennenden Geschmack
besitzt und stark speicheltreibend ist, das
scharfe, dem Piperin ähnliche Alkaloid Pyre
thrin enthält und früher als Kaumittel bei
Lähmung der Zunge, jetzt nur noch bei Zahn
schmerzen, besonders in der Form der offi-
cinellen
Tinctura Spilanthi composita (T.
Pyrethri comp.) gebraucht (2 Rad. Pyrethr.,
4 Herb. Spilanth. olerac. oder Parakressen
kraut und 12 Spirit. Ph. A.) und auch bei
Maulkrankheiten in der Hundepraxis ange
wendet wird. Die deutsche Bertramwurzel
stammt von der Composite Anacyclus
officinarum und soll noch schärfer sein,
als die römische. Sie ist als

Radix Pyrethri Germanici vielfach
auch Thierheilmittel und kann besonders bei
atonischen Verdauungsleiden der Wiederkäuer,
andauernder Appetitlosigkeit, chronischen
Catarrhen u. dgl. (ähnlich wie Kalmus und
in denselben Gaben) als Aromaticum acre
verwendet werden. Vogel.
Pyretium s. Pyretos (von wöp, Feuer),
die Fieberhitze, das Fieber. Anacker.
Pyretologia (von itapeto'?, Fieber; koyos,
Lehre), die Fieberlehre. Anacker.
Pyrexia s. pyrexis (von wopsaascv, fiebern),
das Fiebern, der Fieberanfall. Anacker.
Pyria s. pyriama (von icöp, Feuer; itopiäv,
erwärmen), das trockene Schwitzbad, die
warme Bähung. Anacker.
Pyricausa s. pyricausta (von rcöp, Feuer;
xaöetv, brennen), die Verbrennungen, die
verbrannten Stellen. Anacker.

Pyridin, C 5 H 5 N, das erste Glied einer
homologen Reihe von Basen der allgemeinen
Formel C„H 2n _ 6 N, welche als Pyridinbasen
bezeichnet werden, und sämmtlich in den
Producten der trockenen Destillation orga
nischer stickstoffhaltiger Körper, namentlich
auch im sog. DippeTschen Thieröl vor
kommen. Das Pyridin bildet auch einen Be
standtheil des Tabakrauches und wurde selbst
im käuflichen Ammoniak aufgefunden. Nach
seiner chemischen Constitution wird das Py
ridin als ein Benzol aufgefasst, in welchem
eine der dreiwerthigen CH-Gruppen durch
den dreiwerthigen N ersetzt wird.

Indem im Pyridinkern ein oder mehrere
Atome Wasserstoff durch Alkoholradicale er
setzt werden, entstehen die homologen Reihen
der Pyridinbasen und die Isomeren gewisser
hiehergehörigen Basen. Die bekanntesten
Glieder der homologen Reihen der Pyridin
basen sind:
Pyridin, C 5 H S N, Siedepunkt 117° C.;
Pycolin, C B H 7 N, Monomethylpyridin,
Siedepunkt 138° C.;
Lutidin, C 7 H 9 N, Dimethylpyridin, Siede
punkt 184° C.;
Collidin, C 9 H,,N,Trimethylpyridin, Siede
punkt 179° C.;
Parvolin, C 9 H 13 N, Tetramethylpyridin.
Das Pyridin und dessen Homologe bilden
Wasserstoffadditionsproducte, wie das Benzol,
so ist z. B. das im Pfeffer vorkommende Pi
peridin, CüHjjN, durch Addition von sechs
Atomen Wasserstoff an das Pyridin auch
künstlich darstellbar. Die durch Addition von
Wasserstoff an Pyridin entstandenen sog.
Hydropyridine sind der Ausgangspunkt
für die chemische Synthese vieler giftiger
Pflanzenalkaloide. So ist das Coniin, das Gift

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