Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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und dürfen 8 Jahre nicht überschritten haben.
Im Jahre 1880 besass die Armee einschliess
lich der Gendarmerie und Officiere 125 951
Pferde, von denen 109.498 in Frankreich und
16.443 in Algerien standen.
Im Besitzstände hat Frankreich nach der
letzten Zählung 3,096.241 Pferde, von denselben
hatten das requisitionsfähige Alter zur Re-
montirung 2,158.990. Bei der Besichtigung
derselben wurden jedoch 1,113.673 dauernd
von den Commissionen ausgemustert und
93.970 wegen sonstiger Fehler zeitweilig für
kriegsdienstunbrauchbar erkannt. 100.787
waren auf Grund des Gesetzes von der Re
quisition ausgeschlossen oder werden bei einer
Mobilmachung nicht beigezogen, mithin ver
bleiben für den Fall der Mobilmachung
850.555 taugliche Pferde, von denen aber
wieder nur gegen die Hälfte zu militärischen
Zwecken sich verwenden lassen sollen. Es
wird bei dieser Gelegenheit auch geklagt,
dass mehr und mehr das leichte Zugpferd
den Reitschlag verdrängt, denn man habe im
Frieden die Zuchtrichtung nach diesem nicht
unterstützt und die Remonte-Commissionen
kauften die leichten Reitpferde durch Händler
häufig im Auslande (England, Norddeutsch
land, Ungarn, Brasilien), so dass auf die
Züchtung und Heranziehung dieser Pferde
gattung weniger Werth mehr gelegt wird.
In Deutschland, namentlich in Preussen,
werden eigene Märkte, besonders in Ost
preussen, Oldenburg und Hannover veranstaltet
und ausgeschrieben, wozu die Remonte-An-
kaufscommissionen erscheinen und die besten
Thiere für ihren Zweck auswählen. Die Preise,
welche für die einzelnen Thiere bezahlt wer
den. richten sich nach dem Alter und der
Qualität der jungen Pferde und schwanken
zwischen 450—600 Mark im Durchschnitte.
Ausserdem werden hervorragende Exemplare
auch viel theuerer bezahlt und für dieselben
bis zu tausend und noch mehr Mark ausge
geben. Bayern, Württemberg, Hessen, Baden
sind leider darauf angewiesen, ihre Remonten
zum grossen Theil in Preussen zu erwerben,
weil die Pferdezucht in diesen Ländern so
einseitig betrieben wurde, dass leichte und
schwere Reitpferde mehr veredelt und gleich
zeitig nicht in hinlänglichem Masse mehr
gezüchtet und erzogen werden. Ableitner.
Remora aratri, das Hinderniss für den
Pflug, das Ochsenbrech, der Heuhechel. Anr.
Remotus (von removere, entfernen), ent
fernt. Anacker,
Remus, ein englischer Vollbluthengst,
v. Robin Hood a. d. J. Zunilda, gewann ira
Jahre 1835 dem Baron Hertefeld das Union
rennen zu Berlin. Grassmann.
Ren, die Niere.
Ren parvus, die Nebenniere, die kleine
Niere.
Ren spurius, die falsche Niere, der
Wolff’sche Körper. Anacker.
Renault, E., studirte 1821—1825 Veteri
närmedicin in Alfort, wurde 1826 Chef de
Service an der Klinik, 1821 Professeur adjoint,
1832 Professor, 1838 Director der Veterinär-

schule daselbst und 1861 Generalinspector der
Veterinärschulen. War Mitglied der Acad. de
möd. und mehrerer anderen gelehrten Gesell
schaften und Commissionen. 1844 machte er
mit Ivart und Imlin Reisen nach Deutschland
und 1856 nach Holland und Belgien, um die
Rinderpest zu studiren. Beschäftigte sich viel
fach mit Rotz, Wuth, Milzbrand, Fäulniss,
Schafpocken, Hühnerpest, Lungenseuche
impfungen, anatomischen und physiologischen
Arbeiten und lieferte zahlreiche Artikel für
das Recueil de mdd. vöt., das er von 1832 bis
1836 redigirte, und gab Schriften heraus über
Hufknorpelfistel, Wuth, Rinderpest (1856)
etc. Semtiter.
Renculus s. reniculus s. renulus (von
ren, die Niere), die kleine Niere, der Nieren
lappen. Anacker.
Renggli, J. A., studirte Thierheilkunde in
Zürich, wurde Prosector und Lehrer an der
Thierarzneischule daselbst, schrieb 1856 ein
Buch über Alterserkenntniss der Hausthiere
und veröffentlichte Beobachtungen über Krank
heitsfälle im Schweizer Archiv. Semmer.
Renisus s. renitentia (von renti, sich
niedersetzen), der Widerstand. Anacker.
Rennbahn wird in sportlicher Beziehung
der Platz einschliesslich aller den Renn
zwecken dienenden, bezw. in deren Interesse
u. s. w. darauf befindlichen Gebäude und Ein
richtungen genannt. Eine Rennbahn besteht
daher aus der eigentlichen Rennbahn, oder
dem Geläuf (s. d.) und den nöthigen Baulich
keiten. Zu letzteren gehören in der Haupt
sache: die Tribünen, der Raum für den To
talisatorbetrieb und die Restaurationsräume
sowie die sog. Räume für die Functionäre.
Zu letzteren zählen die Richterloge, der
Raum, in dem die Wage aufgestellt ist, die
Ankleideräume für die Herren-Reiter (gentle-
men riders) und für die Jockeys, der Sattel
platz, bezw. Sattelstall und die Telegraphen
tafel.
Die Tribünen sollen so angelegt sein,
dass sie einen Ueberblick möglichst über die
ganze Bahn und den Besuchern Platz ge
währen, sich auch ausserhalb der Tribüne
selbst zu bewegen. Der Totalisatorraum ent
hält die Einrichtungen für den Wettbetrieb.
Die Richterloge muss sich in unmittelbarer
Nähe des Siegespfostens befinden. Der Raum
für die Wage ist ein verdeckter. In demselben
werden die jedesmaligen Reiter eines Rennens
abgewogen, zu welchem Zweck sie sich auf
das erste Glockenzeichen hieher zu begeben
haben. Die Telegraphentafel (s. d.) dient zu
gewissen Mittheilungen an die Zuschauer.
Vor dem Sattelstall muss sich ein ange
messener Platz befinden, auf dem die Pferde
bewegt und gesattelt werden können. Bei
schlechtem Wetter sowie für sehr aufgeregte
Pferde steht der Stall zur Verfügung.
Was die Bahn selbst betrifft, so muss
dieselbe wenigstens für grosse Rennplätze,
auf denen Galoprennen abgehalten werden, aus
einer sandigen Galopirbahn und der eigent
lichen Bahn, dem Geläuf bestehen. Erstere
dient dazu, um die Pferde erforderlichenfalls

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