Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Ehus semialata, die chinesischen oder
Pistaziengallen (Judenschoten), aus denen
reichlich Tannin bereitet wird. Vogel.
Rhyas (von poetv, giessen), der unheil
bare Thränenfluss, das Schwinden der Thränen-
karunkel. Anacker.
Rhynchus (von püy/s'.v, knurren, brüllen),
der Rüssel, die Schnauze. Anacker.
Rhyparia (von pojtapd;, schmutzig), der
Unrath, der unreine Zustand im Darm-
canale. Anacker.
Rhypia (von piitoj, Schmutz), die Schmutz-
flechte, die trockene Mauke. Anacker.
Rhyptica (von porcecv, reinigen), sc.
remedia, reinigende Mittel. Anacker.
Rbysis (v. puais, Ausfliessen) ist Ausfluss
von Blut in die Bronchien, resp. in die Lunge
in grösseren Mengen, also der eigentliche
Lungenblutsturz; s. Bronchialblutung. Anr.
Rhyter (von pde:v, ziehen), der Spanner,
der Zügel. Anacker.
Rhythmus (von p6£s:v, rauschen), das
Rauschen, das Zeitmass, das gleiche Ver-
hältniss zwischen mehreren Zeitmomenten,
der Tact. Anacker.
Man kann auch, abgesehen vom Rhythmus
beim Tanz, bei der Musik, in der Rede (Ton
fall), die tactmässig sich wiederholenden Be
wegungen beim Dreschen, beim Klopfen der
Böttcher und Schmiede, beim Rudern u. s. w.
rhythmische Bewegungen nennen, und der
Rhythmus, der bei diesen Bewegungen ange
strebt wird und sie schliesslich beherrscht,
fördert und belebt die Arbeit, wie auch der
gleichmässige Tact des Marsches den Schritt
regulirt und belebt und der rhythmische
Gesang der Schiffer ihre Arbeit erleichtert
und die Ruderbewegung leichter zu einer
rhythmischen Bewegung gestaltet.
Analog finden wir bei den verschiedenen
Gangarten des Pferdes einen gewissen Rhyth
mus, bei welchem die tactmässige Aufein
anderfolge der hörbaren Tritte der Zahl und
Zeitintervalle nach verschieden und schwan
kend ist, je nach Art und Ausdehnung der
Gangart. Dieser Rhythmus der Gangart hat
sich unserem Gehöre so eingeprägt, dass wir
aus ihm allein Schliessen können, ob das
Pferd im Schritt geht, trabt oder galoppirt,
bezw. aus einem fehlerhaften Rhythmus, dass
das Pferd fehlerhaft geht, den falschen Galop,
den Pass u. s. w., bezw. ob es hinkt. Harter
Boden und beschlagene Hufe machen die
Tritte hörbarer, markanter und erleichtern so
die Beobachtung. Durch beschlagene Hufe
wird auch ein Streifen derselben hörbar. Abr.
Rhytidoma. Rindenborke, Borken
schuppen mancher Bäume, wie der Eichen,
Cinchonen, welche entstehen, wenn vom
Periderm aus immer neue Korkbildung in
Rinde und Bast eingreift, wodurch die äusseren
Rindentheile absterben, wegfallen und mulden
förmige Vertiefungen zurücklassen. Vogel.
Rhytidosis (von poxiSoüv, runzeln), die
Verschrumpfung, das Schwinden des Aug
apfels mit Runzelung der Hornhaut. Anr.
Rhytis (von püsiv, zerren, zusammenziehen),
die Runzel. Anacker.

Rhytisma (von pim’s, Runzel), der Ringel
schorf (ein Kernpilz). Anacker.
RialtO, ein englischer Vollbluthengst,
braun, l'7t) m gross, gezogen 1861 in Raben
steinfeld, dem ehemaligen Privatgestüt des
Grossherzogs Friedrich Franz II. von Meck
lenburg-Schwerin, v. Emperor a. d. Black-Berry
v. Blackdrop a. d. Nosegay v. Emilius. Der
selbe war Beschäler im Gestüt des Grafen
v. Blessen zu Ivenack und kam später' als
Landbeschäler in das grossherzoglich mecklen-
burg-schwerinische Landgestüt zu Redefin.
Im Alter von 25 Jahren ging er im Jahre
1886 ein. Grassmann.
Ribbe (1775—1828) war erst Thierarzt
in der Altmark und im Magdeburgischen, seit
1819 Professor für Veterinärkunde und Seu
chenlehre in Leipzig, gab eine Anzahl popu
lärer Schriften heraus, unter denen namhaft
zu machen wären: Ueber Rinderpest, 1816,
Ueber Seuchen, 1816, Aufblähen, 1818, Ader
lass, 1818, Gesundheitspflege der Hausthiere,
1819, Geschichte der Hundswuth, 1820, Kennt-
niss der Pferde, 1821, Krankheiten der Schafe,
1821, Krankheiten des Rindviehes, 1822, Das
Schaf und seine Wolle, 1825. Semmer.
Ribesiaceae. Stachelbeeren, bekannte
Sträucher mit gekrönten vielsamigen Beeren
und in Trauben stehenden Blüthen. Am
meisten buschig sind die Stöcke von
Ribes grossularia, gemeine Stachel
beere, L. V. 1, arzneilich kommt indes nur
in Betracht die Frucht oder die reifen,
kugelrunden, erbsengrossen, sehr saftreichen
Beeren von
Ribes rubrum, rothe Johannis
beere, Träubchen. Den angenehmen säuer
lichsüssen Geschmack verdanken sie dem
Gehalt an Aepfel- und Citronensäure (2%)i
Zucker (6%) und Pektin, und wird aus
ihnen der
Syrup us Ribium (Syrupus Ribi), Jo
hannisbeersaft, bereitet, welcher als Ge-
schmackscorrigens namentlich bei fieberhaften
Krankheiten den Mixturen zugesetzt wird. VI.
Ribnitz in Mecklenburg - Schwerin liegt
etwas westlich der Mündung der Recknitz in
die Ribnitzer Binnensee.
Ribnitz ist schon frühzeitig als ein Ge
stütsort erwähnt, wenigstens mit dem dort
in der Nähe zu Dierhagen unterhaltenen Ge
stüt in Verbindung gewesen. In Dierhagen,
etwa 9 km nordwestlich von Ribnitz zwischen
der Ribnitzer Binnensee und der Ostsee, hatte
schon der Fürst Heinrich der Löwe von
Mecklenburg im Jahre 1324 ein Gestüt, denn
am 8. November jenes Jahres verpfändete er
an den Vasallen Johann Moltke und die
Witwe des Ribnitzer Vogtes Thomas unter
Anderem Dierhagen, behielt jedoch das fürst
liche Gestüt für sich, bezw. seine Nachfolger
zurück. Als der Fürst später das Kloster Ribnitz
gestiftet hatte, schenkte er diesem kurz vor
seinem Tode am 28. December 1328 Dier
hagen sowie das bei diesem Hofe angelegte
Gestüt, jedoch ohne die Verpflichtung, das
Gestüt weiter fortzuführen. Dasselbe wird
daher in der Folge auch wohl eingegangen

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