Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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KUND.

ochsen, aber es ist nur mittelmässig für
Milch- und Mastleistung. Ob die Salerser
Zucht mit den rothhaarigen Zuchten in
Mitteldeutschland in irgend welchem Zusam-
menhange stellt, ist mir nicht bekannt.

2. Mitteleuropäisches Fleckvieh.
Dasselbe ist in den nord- und mitteldeutschen
Zuchten unzweifelhaft aus dem mitteleuro-
päischen Rothvieh hervorgegangen, wahr-
scheinlich auch das Schweizer Fleckvieh, das
wir jedoch nach seiner gegenwärtigen Form
als Zuchtgruppe des breitstirnigen Gebirgs-
rindes behandeln werden. Aus dem Rothvieh
der cimbrischen Halbinsel sind in Schleswig
die Schläge von Tondern und Haders-
leben, in Holstein der Bramstedter Schlag
entstanden. Das Vieh dieser Gegenden unter-
scheidet sich in seiner Körperform nur wenig
von den Angeiern. Das Tondern’sehe Rind

Das Pinzgauer Rind hat seine Heimat
im Herzogthume Salzburg, wo man gewöhn
lieh drei Schläge desselben unterscheidet:
das eigentliche Pinzgauer im Thale der
Salzach und ihren Hebenthälern, insbeson-
dere in grösster und schönster Form im
Rauriser Thale, das Pongauer in der Gegend
\on St. Johann im Pongau und von Gastein
und das Lungauer in der Gegend von Ra-
statt. Diese Unterscheidung ist aber wenig
berechtigt, da das Pinzgauer Rind in jenen
Gauen nicht verschiedener ist als in dem-
selben Gau unter sich. Einen besonderen
Lungauer Schlag habe ich überdies niemals
unterscheiden können. Das Pinzgauer Rind
stammt von Schlägen der kurzköpfigen Ge-
birgszucht, insbesondere von Zillerthalern, die
mehrfach mit Bernern durchkreuzt sind. Der
Kopf der Pinzgauer ist kurz und breit, die

Fig. 1537. Hereford-Stier (Holzschnitt).

ist schwerer und von rothbrauner und roth-
bunter Farbe, das Hadersiebener kleiner
als das Angeier und von grau und fahlbunter
Farbe, das Bramstedter von ähnlicher
Figur wie die Angeier und von rothbunter
Farbe. Aehnlich dem Hadersiebener Schlage
ist auch der jütische, der als sehr mast-
fähig gilt.

Das Kuhländer Rind im mährischen
Kuhlande entstammt dem Sudetenvieh, ist
jedoch mehrfach durchkreuzt worden mit
Bernern (früher angeblich auch mit Tiroler
Zillerthalern), so dass das gegenwärtige Kuh-
länder Rind sich in der Farbenzeichnung
nicht wesentlich vom Berner unterscheidet.
Der Kopf ist kürzer und schmäler als der
von Bernern und meistens ganz weiss. Das
Kuhländer Rind ist vorwiegend Milchvieh.
Fig. 1534 zeigt einen Kuhländer Stier aus
Partschendorf in Mähren (nach einer Photo-
graphie von der Wiener Weltausstellung 1873
von H. Schnaebeli).

mittellangen Hörner sind seitwärts und auf-
wärts gerichtet, der Hals ist kurz und breit,
der Rumpf gedrungen gebaut, breit im Kreuz,
die Beine sind von mittlerer Länge und
derbknochig. Das Lebendgewicht der Kühe
ist zwischen 450 und 550 kg, die jährliche
Milchgabe etwa 20001 bei guten Milchkühen,
im Durchschnitt nur etwa 15001. Die Mast-
fähigkeit ist mittelmässig. Das Haarkleid
ist rothbraunscheckig, zuweilen gelbscheckig;
selten sind schwarzscheckige Pinzgauer. Die
Farbenzeichnung ist sehr charakteristisch bei
den Pinzgauern. Der Kopf ist einfarbig roth,
die Augen sind von einem gelben Ringe um-
geben, das Flotzmaul ist hellroth, die Hörner
weissgelb mit hornfarbigen Spitzen. Am
Oberhalse (Kamm) beginnt ein weisser
Streifen, der sich über den Rücken hinzieht,
nach hinten breiter wird, über die Hinter-
backe auf den Bauch übergeht, den Unter-
arm überzieht und an der Wamme endet:
der weisse Streifen des Unterarmes wird als

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