Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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der von Thau und Regen nassen Pflanzen mit
Gypsstaub, einem Gemisch von Torfasche und
staubförmigen Kochsalz wird häufig empfohlen.
Man vergleiche Reblaus, Blutlaus etc.
III. Familie der Schildläuse (Coc-
cidae). Männchen und Weibchen sind sehr
verschieden. Die Männchen sind kleiner, haben
keine Mundwerkzeuge und machen eine voll
kommene Verwandlung durch. Während
bei den Männchen die Vorderfliigel vorhanden,
fehlen bei den bedeutend grösseren Weibchen
auch diese. Den Weibchen fehlen ferner
meistens auch die Beine, so dass sie nicht
locomotionsfähig sind. Sie besitzen ein Schild,
welches den Eiern nach dem Absterben der
Mutter als Schutz und Winterquartier dient.
Viele Schildlausarten sind sehr schädlich und
werden in Gewächshäusern besonders ge
fürchtet: andere dagegen sind nützlich als
Lieferanten von Farbstoffen (Manna, Lack) und
werden zu diesem Zwecke sogar gezüchtet.
Die wichtigsten Arten sind:
1. Aspidiotus nerii, lebt auf dem Oleander,
wo es in grossen Mengen als grauer Fleck
erscheint.
2. Kermis ilicis, Eichen-Kugeilaus,
lebt auf Quercus coccifera und liefert das
Kermesin.
3. Coccus cacti, die Scharlach-Kugel
laus, Männchen roth, Weibchen Weiss; liefert
die kostbare Cochenille.
4. Coccus lacca, die Lack - Kugel
laus, lebt auf Feigenbäumen und liefert durch
ihren Stich Schellack.
8. Coccus maniparus, die Manna-
Kugellaus; ihr Stich erzeugt das Manna.
ti. Coccusconchalformis,Miessmuschel-
schildträger, ist schädlich auf Pomaceen
und Ribisarten.
7. Coccus vitis, die Wein sch ildlaus,
kommt an den Reben vor. Brümmer.
Pflanzenleim, s. Gliadin.
Pflanzenmilch, s. Emulsionen.
Pflanzenmorphologie, s. Pflanzenkunde II.
Pflanzenpaläontologie, Urgeschichte des
Pflanzenreichs, s. Pflanzenkunde IX.
Pflanzenpathologie. Lehre von den Pflan
zenkrankheiten (s. d.).
Pflanzenphysiologie. Die Lehre von den
Lebensbedingungen und Lebensverrichtungen
der Pflanzen. Sie behandelt die gesetzmässige
Reihenfolge jener Veränderungen und Ent
wicklungen, deren Grund in den Pflanzen
selbst gegeben ist und welche das Wesen
und die Erhaltung des Individuums bedingen.
Die Physiologie umfasst also die Erforschung
und Lehre aller Ernährungs-, Wachsthums- und
Fortpflanzungsvorgänge bei den Pflanzen
(s. Pflanzenkunde V). Pott.
Pflanzensäuren sind die im Pflanzenreich
verbreiteten organischen Säuren, von denen
bisher über 200 bekannt sind. Schon im
XVI. Jahrhundert wurde die Benzoösäure
aus Pflanzen gewonnen. Das Erkennen der
als solcher viel früher bekannten Essigsäure
als Pflanzenbestandtheil gelang erst am An
fang dieses Jahrhunderts. Schon früher wurden
die Weinsäure aus dem Weinstein, die Oxal

säure aus dem Sauerkleesalz, die Citronen-
säure aus dem Citronensaft, die Aepfelsäure
aus dem Safte von unreifen Aepfeln und von
Stachelbeeren gewonnen. Die Pflanzensäuren
finden sich in den Pflanzentheilen theils frei,
theils gebunden an Metallen oder organischen
Basen (Alkaloiden), theils mit Alkoholresten
gebunden als zusammengesetzte Aether. Die
Gewinnung derselben ist eine verschiedene,
je nachdem die Säure im freien Zustande
flüchtig ist oder nicht. Die flüchtigen Säuren
gewinnt man durch Destillation mit Wasser
dämpfen, waren sie gebunden, nach vor
herigem Zusatze von Schwefelsäure. Zur Ab
scheidung der nicht flüchtigen Säuren be
nützt man die Schwerlöslichkeit gewisser
Metallsalze, namentlich der Bleisalze. Der
aus den Pflanzenauszügen erhaltene Blei
niederschlag wird noch feucht mit Schwefel
wasserstoff zerlegt. Die Harzsäuren erhält
man zumeist durch Ausfällen aus alkoholi
scher Lösung mit Wasser. Loebisch.
Pflanzensamenabfälle. Die äusseren Hüllen
der Samen. Diese Hüllen sind z. B. die sog.
äusseren und inneren Spelzen der Getreide
samen (s. d.) und die Kapseln (Schalen) der
Hülsenfrüchte (s. d.), welche bei der Samen
gewinnung entweder gleich beim Ausdreschen
mit dem Geströh oder nach dem Ausdreschen
durch besondere Massnahmen beseitigt wer
den und als Abfälle resultiren. Neben dem
Geströh oder Stroh erhält man beim Ge
treide solche Abfälle, die man „Spreu“
oder „Kaff“, beim Weizen auch wohl „Scha
len“ nennt, während bei den Leguminosen
und Oelsamen die bezeichneten Abfälle
Schoten, Schalen, Palen oder Kappen ge
nannt werden. Von hegrannten Samen,
wie z. B. der Gerste, erhält man als beson
deren Abfall noch die sog. „Grannen“,
welche durch Verlängerung der Spelzen oder
Fruchtblätter gebildete steife Borsten sind.
Wo sich an der Bildung der Fruchthüllen
auch der sog. Fruchtboden und die Pflanzen
achse betheiligen, resultiren bei der Samen
gewinnung ausserdem noch besondere Abfälle,
wie z. B. beim Mais die Maiskolben (s. Mais).
Die bezeichneten, meist mit Strohtheilchen
vermischten Abfälle werden grösstentheils als
Futtermittel verwendet. Sie sind im Allge
meinen von ähnlicher Beschaffenheit wie die
zu ihnen gehörigen Stroharten, zeichnen sich
den letzteren gegenüber jedoch in vielen
Fällen dadurch aus, dass sie weicher, schmack
hafter und holzfaserärmer sind und dass sie
grösstentheils, ohne erst zerkleinert zu wer
den, leicht mit anderem Kurzfutter vermischt
werden können. Sie sind auch meist leichter
verdaulich als Stroh und enthalten mehr
Stickstoffsubstanz. Einzelne Schalensorten
(Leguminosenschalen, Kleespreu) sind sogar
stickstoffreicher als mittleres Wiesenheu. In der
Regel sind jedoch diese Abfälle sehr stau b
haltig, durchsetzt mit diversen niedrigen
Organismen, Insectencadavern und anderen
Verunreinigungen. Sie müssen deshalb vor
ihrer Verfütterung gut durchgesiebt oder
durch Werfen ausgestäubt werden. Abfälle

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