Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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heit, ihre Wohlfeilheit und Zweckmässigkeit
sehr vortheilhaft aus. Wie aus Fig. 1571 er
sichtlich ist, besteht dieser sehr praktische
Heftapparat aus einer Nadel (A) und aus
(Metall-) Bändern (B). Die 2 l % mm dicke
Nadel hat eine Länge von 17 cm, eine leicht

gebogene Richtung und gleicht somit der
Sewell’schen Strahlhaavseilnadel, nur dass
letztere viel stärker gekrümmt ist. Das eine,
das lorbeerblattförmige Ende hat sehr scharfe
Ränder und eine scharfe Spitze. Das andere,
stumpfe Ende ist in einer Länge von 3 cm
auf die halbe Dicke verdünnt. Dieser Theil
passt genau in den Canal des zum kräftigen
Stössen dienenden Heftes (C). Das fast am
Ende der Nadel befindliche kleine rundliche
Loch (a) dient behufs Befestigung derselben zur
Aufnahme des Knöpfchens, das an einer im
Heftcanalebefindlichen Feder (g) angebracht ist.
Derselbe Endtheil besitzt 3 mm vom Staffel
(Absatz) entfernt eine schlüssellochähnliche
Oeffnung (b). Am Grunde des Staffeis hat
die Nadel einen beiläufig 4 cm langen, zur
Aufnahme und Festhaltung eines der Band

einen sind 17%, andere 16% und andere
bloss 15% cm lang. Im einen Endtheile besitzt
das Bändchen eine schlüssellochförmige Oeff
nung (e); am entgegengesetzten Endtheile
findet sich, 12 mm vom Ende entfernt, ein
in die Oeffnung e passendes Knöpfeben (f).
die^s Knöpfchen muss, damit es sich nicht
loslösen könne, gut vernietet sein.
Operation. Nachdem man die Nadel
mit einem raschen Stosse die beiden Scham
lippen zugleich dicht unter dem oberen
Schamspaltwinkel hindurchgestossen, wird das
Heft, indem man auf das Knöpfchen drückt,
entfernt, sodann das Messingbändchen mittelst
Einbringung des Knöpfchens f in die Nadel
öffnung b an der Nadel befestigt, hierauf das
Bändchen durch Drehung in die Richtung
der Nadel gebracht und dasselbe sofort mit
telst der Nadel durch die Wurflippen hindurch
gezogen. Es werden sofort noch zwei Bänd
chen in derselben Weise angebracht. Nach
dem dies geschehen, biegt man, oben be
ginnend, ein Bändchen nach dem anderen zu
einem Ringe um und schliesst denselben durch
Einbringung des Knöpfchens in die gegen
seitige Oeffnung. Der Schluss der Ringe wird
behufs guter Befestigung mit entleertem Koth
umhüllt. Die ganze Operation verlangt kaum
1%—2 Minuten Zeit. Diese Ringelung ist
sehr haltbar.
III. Circularnaht bei Mastdarmvor
fall. Infolge heftigen Drängens kann beider
Kuh gleichzeitig mit der Scheide auch der
Mastdarm in sehr erheblicher Weise vorfallen.
Beim Schweine stellt sich der Mastdarmvor
fall nicht selten bei heftigem, länger andau
erndem Durchfall ein. Beim Pferde kommt
der Mastdarmvorfall selten vor, bildet aber
zuweilen, namentlich in den vernachlässigten
Fällen, selbst einen bedenklichen Zufall.
In den hochgradigen sowie in den län
gere Zeit über bestandenen Fällen wird das
Wiedervorfallen des reponirten Mastdarmes
am besten durch die Anbringung einer Zir
kelnaht um den After herum verhindert
(Fig. 1572.). Verfahren. Nachdem man
einen kräftigen oder auch einen gedoppelten,
gewichsten Bindfaden oder ein leinernes Bänd
chen oder auch ein dünnes und schmales,
aber zähes, genügend langes, ledernes Riem
chen in das Oehr einer entsprechend grossen,
gekrümmten Wundnadel eingebracht, durch
sticht man mit dieser, rechts und unterhalb
des Afters beginnend, je nach der Thierart
9—14 mm von diesem entfernt die Haut.

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