Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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staatscasse gezahlt. Der jährliche Höchstbestand
der fünf Döpöts zählt 1740 Pferde (s. die
einzelnen Döpöts und Schleissheim). Gn.
In der österr.-ung. Monarchie bestehen
solche Remontedöpöts (auch Fohlenhöfe ge
nannt) in Billack in Siebenbürgen, dann
in Nagy-Daäd und in Puszta-Säni im
Tolnaer Comitat in Ungarn. In letzterer
Station wurde der Fohlenhof erst im Jahre
1891 nach Auflassung des bisher bestande
nen in Biber (Steiermark) installirt. Nt.
Remontemarkt. Die seitens der zustän
digen Behörden für bestimmte Orte und fest
gesetzte Tage in Aussicht genommenen öffent
lichen Ankaufsgelegenheiten von Pferden für
Militärzwecke werden Remontemärkte ge
nannt. Dieselben sind entweder allgemeine,
zu denen geeignete Pferde beliebiger Besitzer
erscheinen dürfen, oder sie sind sog. Privat-
remontemärkte. Diese werden in grösseren
Gestüts- u. s. w. Orten abgehalten und dienen
hauptsächlich zur Anbietung der hier gezoge
nen Pferde an die Militärverwaltung. Gn.
Rennbericht ist die Darstellung des
Verlaufes eines Rennens in seinen Ein
zelheiten und Nebenumständen. Der Renn
bericht kann je nach Absicht ausführlicher
oder kürzer abgefasst sein. Gibt er aber nur
den nackten Ausgang des Rennens an, so
wird er zum Rennresultat (s. d.) Grassmann.
Rennbestimmung, s. Rennreglement.
Rennfarben nennt man im Sportbetriebe
die von den einzelnen Mitbewerbern für ihre
Kleidungsstücke, mit der englischen Bezeich
nung Dresses genannt, benützten Farben. Das
Dress für die Pferderennen wie auch häu
fig für das Radfahren und Rudern, hier ge
wöhnlich Tricot genannt, da es von Tricot
stoff ist und eng anschliesst, besteht hinsicht
lich derjenigen Theile, auf welche es für
die Rennen ankommt, aus Jacke und Kappe.
Jacke und Kappe kann nun von gleicher oder
verschiedener, einfacher oder zusammenge
setzter Farbe sein, sowie Rumpf und Aermel
von ungleicher Färbung mit oder ohne anders
gefärbter Schärpe, Nähten u. s. w. ausge
stattet sein. Die Farben jedes Besitzers sind
nach freier Wahl desselben fest bestimmt und
hiezu bei dem betreffenden Rennsecretariat
eingetragen. Sie haben den Zweck, die ein
zelnen Reiter und somit auch die Pferde den
Functionären der Rennbahn, besonders dem
Richter, wie auch den Zuschauern der Rennen
unterscheidlicher zu machen.
Die Geschichte der Rennfarben ist eine
alte. Schon bei den olympischen Spielen be
nützten die einzelnen Wettbewerber der
Rennen verschiedene Farben, nach denen sie
unterschieden und sogar genannt wurden.
Die weitere Ausbildung des Rennfarbenwesens
ist ziemlich dunkel, doch scheint es zweifel
los, dass schon bei den ersten ordentlichen
Rennen (s. Rennen) irgend ein absonderliches
Zeichen seitens der Reiter zu ihrer Kennt
lichmachung angelegt wurde. Ob dies Zeichen
in einer farbigen Kappe, einer Jacke oder
in irgend etwas Anderem bestand, ist nicht
bekannt. Das erste Sichere über die Renn-
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. VIII. Bd.

färben gibt ein Bericht über das englische
Jockey-Clubmeeting vom 4. October 1762;
hierin werden zum erstenmale die Farben
der Reiter bekannt gemacht, anscheinend
jedoch, wenigstens zunächst, ohne grossen
Erfolg, denn im Jahre 1771 ist eine neue
Eintragung der Rennfarben geschehen. Gn.
Renngesetz ist gleichgebräuchlich mit
Rennreglement (s. d.). Grassmann.
Rennpeitsche ist ein von den Rennen
reitern benütztes Antreibemiltel, eine etwa 1 m
lange, ruthenartige Peitsche, Gerte, die leicht,
aber steif ist und besonders scharf wirkt. Gn.
Rennplatz bezeichnet: 1. die Stelle, auf
welchem Rennen abgehalten werden, die
Rennbahn mit allen darauf befindlichen, den
Rennzwecken dienenden Anlagen; 2. jeden
Ort, Stadt u. s. w., in dem Rennen stattfinden.
Man sagt daher z. B.: 1. der Rennplatz
Hamburgs ist das Horner Moor; 2. Oeden-
burg war ehedem einer der bedeutendsten
Rennplätze Oesterreich-Ungarns. Grassmann.
Rennreglement. Die seitens der zustän
digen Turforgane erlassenen Bestimmungen,
auf Grund welcher die Rennen je eines Clubs
u. s. w. abgehalten werden, werden in ihrer
Gesammtheit „Rennreglement“ oder Renn
gesetz genannt. Die in dem Reglement ge
troffenen Bestimmungen sind bindend nicht
nur für alle Theilnehmer eines Rennens, son
dern auch für die dabei thätigen Functionäre.
Es ist daher nothwendig, dass ein Reglement
so vollständig und bestimmt abgefasst ist,
dass durch Anwendung desselben alle Vor
kommnisse des Turf bezüglich der Rennen
ausser Zweifel gestellt werden können. Aller
Orten, wo der Rennsport zur Bedeutung ge
langt, bestehen solche für bestimmte Ver
einigungen oder ganze Staaten gütige Re
glements, u. zw. verschiedene für Flach- und
Hindernissrennen sowie für Trabrennen. Gn.
Rennresultat ist im Gegensatz zum
Rennbericht (s. d.) das Ergebniss des Rennens
ohne jegliche nähere Angaben über den
Verlauf des Rennens. Grassmann.
Rennstall bezeichnet in der Turfsprache
die sämmtlichen Rennpferde eines Besitzers
bezüglich ihrer Zusammengehörigkeit. Ob
alle Pferde in einem oder mehreren Ställen
(Gebäuden) untergebracht sind, ist dabei
völlig gleich gütig, sie können daher z. B.
theils in Newmarket, theils in Totis, Hoppe
garten u. s. w. stehen, sie bilden in ihrer Ge
sammtheit doch nur einen Rennstall. Gn.
Renntag, auch Renntermin, ist der Tag,
an dem Rennen abgehalten werden. Grassmann.
Rennuhr ist ein Zeitmesser, welcher die
Zeit je nach Einrichtung auf Viertel- oder
auf Fünftelsecunden anzeigt. Dieser Zeitmesser
ist ein sog. Secundenwerk, das in Form einer
Taschenuhr hergestellt wird oder mit einer
solchen verbunden ist.
Das Werk kann mittelst eines Druckes
mit dem Finger durch die Auslösung einer
Hemmvorrichtung in Gang gesetzt und mit
telst wiederholten Drucks durch Eingreifen
derselben in das Werk plötzlich angehalten
werden. Dies Secundenwerk benützt man zu
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