Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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COj aus, der thätige dagegen bis zu 1300 g
(Pettenkofer); das Pferd, welches bei ca.
-f- 12° C. Luftwärme in der Ruhe auf 1 kg
Körpergewicht und 1' — 3'382 cm 3 0 con-
sumirt und 3'264 cm 3 CO ä producirt, ver
braucht behufs Fortbewegung von 1 kg Kör
pergewicht um 1 m Weges auf horizontaler
Bahn im Schritte 0'093 cm 3 0, im Trabe
0T356 cm 3 0 mehr. Die Leistung von 1 kg
Steigarbeit bedarf eines Plus von 1 332 cm 3
0. Zugarbeit fordert auf horizontaler Bahn
für 1 kg einen O-Zuwachs von 1376 cm 3 auf
ansteigender Bahn um 2 cm 3 0, also von rund
33%, bezw. 36% (Zuntz und Lehmann).
Trotzdem scheinen nach den genannten For
schern constante Beziehungen zwischen Ar
beitsleistung und Stoffverbrauch nicht zu be
stehen.
Von den äusseren Einflüssen auf
die Grösse des thierischen Gaswechsels ver
anlasst 4.die Umgebungstemperatur durch
ihre Abnahme einen erheblich grösseren, durch
ihre Zunahme einen entschieden verminderten
O-Verbrauch und C0 3 -Production, natürlich
vorausgesetzt, dass dabei die Eigenwärme des
Organismus sich auf ihrer normalen Höhe er
hält. Chemische Processe, vorzugsweise Oxy
dationsvorgänge vermittelst des „chemischen
Reflextonus“ sind es, welche durch ihre Ab-
bezw. Zunahme dieses Sinken und Steigen
des Gaswechsels herbeiführen. Beispielsweise
war die CO ä -Abgabe bei Warmblütern bei
einer Umgebungstemperatur von -f- 8° C. um
% grösser als bei-(-38° C. 5 Die Nahrungs
aufnahme steigert,Hunger mindert die Grösse
der Athmung, vielleicht mehr infolge der er
giebigen mechanischen Arbeitsleistung des Ver-
dauungstractus durch Kauen, Schlingen etc.,
weniger dagegen durch die Aufnahme der
Verdauungsproducte in die Säfte. Die Quali
tät der Nahrungsstoffeist nicht minder be
langreich für die gewechselte Gasmenge, in
sofern als C-reichere Nährstoffe zur Bildung
eines grösseren Quantums C0 2 Veranlassung
geben als C-ärmere. 6. Nächstdem ist der Auf
enthalt im Hellen ein Gaswechsel mehren
des, im Dunklen ein minderndes Moment. Da
durch und durch die übrigen, täglich wieder
kehrenden äusseren und inneren Lebensbe
dingungen erklären sich gewisse Tages-
fluctuationen der Gaswechselgrösse, wel
che dahin gehen, dass Nachts das Minimum,
im Laufe des Tages das Maximum desselben
erreicht wird. 7. Endlich sind eine Anzahl
nicht in der Gewalt des Thieres liegende
oder in den gewöhnlichen Lebensverhältnissen
gegebene Umstände experimentell als Factoren
für die Grösse des Gasaustausches festgestellt
worden. Vermehrte Lungenventilation durch
Frequenzzunahme,oder dieselbe herbeiführende
Steigerung des barometrischen Druckes und
des Wassergehaltes der Luft rufen vermehrte
C0 3 -Ausscheidung, wenn auch nicht Bildung
hervor. Abnahme des O-Gehaltes der Ath-
mungsluft bedingt ebenso wie Durchschnei
dung des Rückenmarkes und die Gifte Mor-
* phin. Godeln, Narkotin, Narce'in, Papaverin,
die Präparate des Quecksilbers und Arsens und

endlich der Alkohol einen Rückgang des
O-Verbrauches. Stissdorf.
Reugeld ist im Sportbetriebe diejenige
Geldsumme, welche jemand als Acteur, Be
sitzer, bzw. Manager zahlen muss, der trotz
vorausgegangener, re glementsmässig geschehe
ner Nennung an dem Austrag des Wettbewerbes
nicht theilnehmen, bzw. den Goncurrenten nicht
theilnehmen lassen will. Für den Turf ist dies
die Summe, die der Besitzer eines Pferdes
zahlen muss, wenn er ein nach den Renn
bestimmungen genanntes Pferd nicht in dem
betreffenden Rennen laufen lässt. Die Höhe
des Reugeldes wird durch die Proposition
festgesetzt. Dasselbe ist entweder gleich dem
Einsatz (Einlage) oder es beträgt weniger.
Man unterscheidet daher grosses und kleines
Reugeld. Ersteres kann bis zur Höhe des Ein
satzes steigen. In diesem Falle heisst es in
der Proposition „ganz Reugeld“, andernfalls,
z. B. halb Reugeld oder der Betrag ist in
Zahlen genannt. Für grössere Rennen gibt
es sogar mehrere Reugelder, die je nach den
bestimmten Terminen zu zahlen und je näher
dem Rennen je grösser sind. Wenn also ein
Besitzer, bzw. Manager ein Pferd in einem
Rennen, zu dem es genannt ist, nicht starten
lassen will, so erklärt er Reugeld, dessen
Höhe sich nach der Zeit der abgegebenen
Erklärung richtet. Ist der Termin für die
eine oder andere Reugelderklärung verstrichen,
so muss das demnächst höhere Reugeld ge
zahlt werden. Ist der Reiter bereits für ein
Rennen abgewogen und die betreffende Num
mer an der Telegraphentafel aufgezogen, so
muss, wenn das Pferd dann noch zurückge
zogen wird, ganz Reugeld, d. h. der Einsatz
gezahlt werden. Grassmann.
Reugelderklärung ist die Mittheilung
eines Besitzers, bzw. Manager, bzw. Goncur
renten eines Wettstreits bei der zuständigen
Stelle (Rennsecretariat u. s. w.), dass der be
treffende reglementsmässig genannte Mitbe
werber an dem Austrag des Wettbewerbes
nicht theilnehmen wird. Eine Folge der
Reugelderklärung ist die Zahlung des Reu
geldes, dessen Höhe sich je nach dem Ter
min richtet, an dem die Reugelderklärung
erfolgt (s. Reugeld). Grassmann.
Reugeldliste ist das öffentlich geführte
und auch von Zeit zu Zeit durch die dazu
bestimmte Fachzeitschrift (Wochenrennkalen
der) zu veröffentlichende Verzeichniss der
jenigen im Turfbetriebe betheiligten Personen,
welche bestimmungsmässig Reugelder oder
Einsätze zu zahlen, sich dieser Verpflichtung
aber innerhalb der dafür vorgesehenen Frist
durch Unterlassung entzogen haben. Ausser
der Namhaftmachung der Person ist in der
Reugeldliste auch das betreffende Pferd, für
welches das Reugeld oder der Einsatz noch
rückständig ist, genau bezeichnet. Besitzer
und Pferd dürfen bis zur völligen Entrichtung
der schuldigen Beträge an keinem Orte und
keinem Rennen innerhalb des Geltungsbe
reichs der betreffenden Rennbestimmungen
theilnehmen, sie sind disqualificirt. Bei er
folgtem Verkauf eines Pferdes mit Engage-

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