Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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Anwendung allmälig kräftiger geschehen,
dann aber auch wieder in dem Verhältnis»
schwächer werden, in welchem das Pferd
diese Hilfe beachtet. Grassmann.
Riegersdorf (Rudzice), in Oesterreichisch-
Schlesien, ist ein zur Erzherzog Albrecht’schen
Cameraldirection Teschen gehöriges Gut, auf
dem neben den für den Wirthschaftsbedarf
erforderlichen Pferden eine kleinere Zahl
besserer Gebrauchspferde für den Verkauf
gezogen wird. Grassmann.
Rieke ist in der Waidmannssprache
gleichbedeutend mit Ricke (s. d.). Grassmann.
Roche-sur-Yon (La), in Frankreich,
Hauptort des Departement Vendde, liegt am
Von. Napoleon I. verlieh der Stadt den Namen
und verwendete grosse Summen zum Aufbau
öffentlicher Gebäude. Hier besteht ein erst
später eingerichtetes Stnatshengstenddpöt,
das mit den Depots zu Angers, Hennebont.
Lamballe und Saintes das III. Arrondissement
der Generalgestütsinspection bildet. Diese
Ddpöts zählen zusammen 679 Hengste. Von
den zu La Roche-sur-Yon aufgestellten Be
schälern, welche die Departements Loire-
Inferieure, Deux-Sevres und Vendde besetzten,
sind im Jahre 1888 im Ganzen 6183 Stuten
belegt. Aus der Bedeckung des Jahres 1887
sind von hier befindlichen Beschälern 3622
lebende Fohlen erzeugt. In dem Departement
Loire-Infdrieure decken nur Hengste schwerer
Schläge, wohingegen in den beiden anderen
Departements auch einige Halbblüter, über
wiegend aber Hengste von schwerer Zugart
Verwendung finden. Grassmann.
Rodez, in Frankreich, Hauptort des De
partement Aveyron, an dem zum Tarn strö
menden Aveyronfluss, ist ein Staatshengsten-
depöt. Dasselbe ist bereits unter Napoleon I.
gegründet. Von den hier aufgestellten Be
schälern, welche faSchlägen angehören, sind im Jahre 1888 im
Ganzen 1710 Stuten belegt und aus der Be
deckung des Jahres 1887 sind von ihnen 833
lebende Fohlen erzeugt. Zum Bezirk des
Depöt, das mit den Depots zu Aurillac und
Perpignan das im Ganzen mit 222 Beschä
lern besetzte V. Arrondissement der General
gestütsinspection bildet, gehören die Departe
ments Ardeche, Aveyron, Lozere und Tarn.
Früher ist Rodez auch ein Zuchtgestüt ge
wesen, denn bei Umgestaltung der französi
schen Gestüte, nach der nur Zuchtgestüte zu
du Pin und Rosieres-aux-Salines bestehen
sollten, sind orientalische Zuchtstuten von
hier nach Rosieres übersetzt worden. Gn.
Rotatoria, Räderthiere. Würmer von meist
mikroskopischer Grösse, mit äusserlich ge
gliedertem, innerlich ungegliedertem Körper,
deren Vorderende einen einziehbaren Wimper
apparat, das sog. Räderorgan trägt, während
der hintere Leibesabschnitt sich zu einem
sog. Fuss verschmälert. In der Leibeshöhle
findet sich ein Darm und ein Paar Excre-
tionscanäie. Irn Vorderende des Körpers ein
Nervenganglion. Die Geschlechter sind ge
trennt.
Am Körper der Rotatorien unterscheidet

man gewöhnlich einen vorderen verbreiterten
Theil, dessen äussere Wandung von einer
starren Cuticula gebildet wird, die sich in
einzelnen Fällen zu einem völligen Panzer
verdicken kann, dieser Abschnitt umfasst die
Eingeweide. Der hintere Abschnitt des Kör
pers ist dünn. cylindrisch, mehr oder weniger
verlängert, selten verkümmert. Derselbe zeigt
bisweilen eine Gliederung in zwei oder mehr
Segmente, welche ähnlich wie die Abschnitte
eines Fernrohres ineinander eingezogen wer
den können. Dieser Theil, der Fuss genannt
wird, besitzt entweder zwei divergirende
Spitzen am Ende oder ein verbreitertes Ende,
mit dem er auf fremden Gegenständen aufsitzt.
Das Vorderende des Körpers trägt einen als
Räderorgan bezeichneten Wimperapparat, der
ein- und ausstülpbar ist. Derselbe besteht aus
einem weichen Hautsaum, der, vom ventralen
Munde ausgehend, sich um den Vorderrand des
Thieres herumzieht und mit Wimpern besetzt
ist. Dieser Saum kann ein schmales bewimpertes
Gebilde darstellen, das continuirlich den
Körperrand umzieht oder einen vorragenden,
bewimperten Schirm bilden, der bei einzelnen
Formen sich in lappen- oder armlürmige
Fortsätze auszieht, oder der durch eine oder
mehrere Einschnürungen in zwei bis mehrere
Wimperkreise sich sondert, die als Wimper
räder bezeichnet werden. Der ganze Wimper
apparat sowie der Mund können in den festen
begrenzten Abschnitt des Körpers durch be
sondere Muskeln zurückgezogen werden und
ebenso sich wieder ausdehnen.
Der Mund, welcher bei den festsitzenden
Formen am Vorderende, bei den freien mehr
ventralwärts liegt, führt in einen musculösen
Schlundkops, in dem eine Anzahl zahnartiger
Chitinstücke entwickelt sind. die sich durch
die Contraction des musculösen Schlundes
beständig gegen einander bewegen, dann
folgt ein mehr oder weniger erweiterter
magenartiger Mitteldarm und darauf ein End
darm, der auf der Dorsalseite über der Basis
des Fusses ausmündet.
Nur bei einer Abtheilung, den Asplanch-
nidae, fehlt der Enddarm, in diesem Falle
ist der Mitteldarm blind geschlossen.
Die Excretionsorgane bilden zwei zu
beiden Seiten des Körpers verlaufende Röhren,
welche in eine grosse contractile Blase mün
den, und diese ergiesst sich in den Enddarm.
Das Nervensystem besteht in einem dorsal
vom Schlunde gelegenen Ganglion, von dem
Nerven zu den Muskeln und den mitunter
vorhandenen Augen und einem im Nacken
gelegenen, bewimperten Sinnesorgane gehen.
Mit der Trennung der Geschlechter
geht ein eigenthümlicher Geschlechtsdimor
phismus Hand in Hand. Die Männchen sind
viel kleiner als die Weibchen und entbehren
des Darmes. Ihre Geschlechtsorgane sind
längliche Hoden, deren Ausführungsgang am
Hinterleibsende zusammen mit der Excre-
tionsblase auf einem vorstreckbaren Begat
tungsorgan mündet. Beim Weibchen ist der
Eierstock ein sack- oder nierenförmiges Organ,
das entweder in die Cloake mündet oder,

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