Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Achter Band (Pferdescheere - Rysz)
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ohne Ausführungsgang, seine Eier in die
Leibeshöhle entleert.
Die meisten Räderthiere leben im süssen
Wasser, nur wenige im Meere.
Meist trifft man während der warmen
Jahreszeit nur Weibchen, welche auf partheno-
genetischem Wege dünnschalige Eier legen,
aus denen sich wieder parthenogenetisch
Weibchen oder Weibchen "und Männchen ent
wickeln können. Letztere entstehen beson-
sonders bei Eintritt der kalten Jahreszeit.
Die Begattung führt zur Bildung von dick-
und hartschaligen Eiern, Wintereiern, die
bestimmt sind, den Winter zu überdauern,
während die Thiere selbst mit Eintreten der
Kälte zu Grunde gehen.
Viele Rotiferen, namentlich solche, welche
im feuchten Moose, in Dachrinnen, die nur
temporär Wasser enthalten, und an ähnlichen
Orten leben, haben die Fähigkeit, vollkom
men austrocknen zu können, ohne ihre Lebens
fähigkeit zu verlieren. Wird ein solches zu
einem Stäubchen zusammengetrocknetes Thier
wieder in einen feuchten Raum gebracht und
langsam mit Wasser imbibirt, so entwickelt
sich das Leber, wieder, der Körper wird
prall, saftreich und bald treten alle Func
tionen des lebenden Thieres wieder ein.
Man unterscheidet folgende Ordnungen
der Rotatorien:
1. Tubicolaria. Festsitzend, von einer
Röhre aus Gallerte oder fremden Stoffen um
geben.
2. Philodinidae. Frei. Kopf mit rüssel-
förmiger Verlängerung.
3. Hydatinidae. Frei. Kein Rüssel.
Endspitzen des Fusses kurz.
4. Macrodactylea. Kein Rüssel, End
spitzen des Fusses lang.
5. Loricata. Frei. Ohne Rüssel mit ge
panzerter Haut.
6. Asplanchnidae. Frei. Mit blindge
schlossenem Darm, ohne After. Studer.
Ruderfüssler, Steganopoda, Wasser
vögel, bei denen die vier Zellen der Füsse
durch Schwimmhäute verbunden sind (pedes
stegani).
Die Steganopoden sind durchwegs grosse
Vögel mit vollkommener Befiederung, nur am
Kopfe, namentlich in der Gegend der Zügel,
Kehle und Wangen treten häufig nackte
Stellen auf. Der Schnabel ist kräftig, relativ
lang, entweder gerade zugespitzt oder der
Oberschnabel am Ende hackig umgebogen.
Die Beine sind bis zum Fersengelenk befie
dert und haben kurze, körnig genetzte Läufe.
Von den vier Zehen ist die erste nach innen
gerichtet, alle sind durch vollkommene
Schwimmhäute verbunden. Eine Bürzeldrüse,
umgeben von einen Federkranz, ist vor
handen. Die Ruderfüssler haben zwei Ar-
teriae Carotides, Caeca am Beginn des End
darmes und einem Musculus ambiens. . Das
Nest wird meist auf Bäumen oder Felsen
angelegt. Die Jungen sind beim Verlassen
des Eies noch hilflos und müssen von den
Alten gefüttert werden (Nesthocker, Inces-
sores).

Man trifft die Steganopoden nur in der
Nähe der Gewässer, sowohl am süssen Was
ser als am Meere, wo sie ihre Nahrung, die
bei allen besonders ans Fischen besteht, fin
den. Alle sind gute Taucher, u. zw. theils
Stosstaucher, die aus der Luft in das Wasser
stürzen, um die Beute zu erlangen, wie der
Fregattvogel, Tachypetes, theils directe Tau
cher, die von der Wasserfläche, auf der sie
schwimmen, aus in die Tiefe tauchen, wie
die Scharben, Tölpel.
Man unterscheidet folgende Familien der
Steganopoda:
1. Phaötornithae, Tropikvögel.
2. Plotidae, Schlangenhalsvögel.
3. Phalacrocoracidae, Scharben.
4. Tachypetidae, Fregattvögel.
ö Sulidae, Tölpel.
6. Pelecanidae, Pelikane oder Kropf
gänse. Studer.
Rudolphi K. A. (1771—1822), Lehrer und
Director am Thierarznei-Institut zu Greifs
walde. Gab 1804 und 1805 -heraus: Bemer
kungen aus dem Gebiete der Naturgeschichte,
Medecin und Thierarzneikunde und ein Werk
über Eingeweidewürmer. Semmer.
Rückenmark (Physiologie). Das Rücken
mark functionirt gemäss seinem Bestände
aus grauer und weisser Substanz theils als
Centralorgan, theils als Leitungsorgan des
Nervensystems. Als Centralorgan ist das
Rückenmark vor Allem der Reflexauslüsung
befähigt und als Ernährungscentrum thätig;
automatische Functionen oder seelische Ac
tionen haben nicht ihren Sitz in ihm oder
scheinen wenigstens nur in sehr untergeord
netem Masse von ihm unterhalten zu wer
den. Die Thätigkeit des Organes als Aus
gangsstelle zahlreicher Reflexvorgänge ist
unter Rückenmark, pag. 573, erledigt worden;
es wurden daselbst als dem Rückenmarke
angehörige Refiexcentra genannt: das Gen
trum für die Pupillenervveiterung, Kothent-
leerung, Harnentleerung, Erection des Penis,
Ejaculatiou des Sperma, für den Gebäract,
Gefässnervencentra und Centra für die
Schweisssecretion. Zum Ernährungscentrum
wird das Rückenmark für die von ihm inner-
virten Muskeln; Entzündung, Erweichung oder
Sklerose der Ganglienzellen der Ventralhörner
haben Atrophie und schliesslich fettige Ent
artung der zugehörigen Muskeln zur Folge.
Nutritionsorgan ist die graue Substanz des
Rückenmarkes augenscheinlich auch für die
von ihm entspringenden motorischen Nerven
fasern selbst; nach Durchschneidung der ven
tralen Nervenwurzel degeneriren die von ihr
in den Nervenstamm übergeleiteten Fasern
in ihrem peripheren Abschnitt, ein Vorgang,
welcher bei Warmblütern nach Job. Miller
4—6 Tage nach der Discision beginnt, bei
Kaltblütern erst später anhebt. Die Be
fähigung zur Automatic wird einzelnen in
dem Rückenmark gelegenen Centren, so auch
den spinalen Athmungscentren (s. Respiration)
zugeschrieben.
Das Rückenmark, die einzige nervöse
Verbindung zwischen Gehirn und Spinal

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