Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Scharfmachen. Schärfen der Hufeisen.
Man versteht darunter alle diejenigen Hand
lungen. welche zum Ziel haben, die Boden
fläche der Hufeisen mit mehr oder weniger
scharfen oder spitzen Hervorragungen zu ver
sehen, vermittelst welchen die so beschla
genen Pferde gegen Ausgleiten und Hinstürzen
auf mit Schnee und Eis bedecktem Boden
geschützt werden. Je nach der Beschaffen
heit des Beschlages kann das Scharfmachen
der Eisen auf verschiedene Art und Weise
durchgeführt werden, z. B. durch Anbringung
von Eisnägeln (s. Eisnägel), durch meissei
förmiges Zuschärfen oder-,pyramidenförmiges
Ausspitzen von Griff und Stollen oder durch
Einschrauben, Einstecken • oder Einschieben
von auswechselbaren Griffen und Stollen.
Je nachdem dies oder jenes in Anwendung
gebracht wird, spricht man von dieser oder
jener Schärfemethode (s. d.). I.ungwitz.
Scharssalbe, Kantharidensalbe, s. Un
guentum cantharidum.
Scharfschmeckender Knöterich, Poly-
gonum hydropiper, Giftpflanze, s. Polygonum.
Scharlach, Scarlatina, soll angeblich bei
Pferden und Rindern vorkommen, wie Träger,
Perciva), Chapmann, Wobb, Pestei, Spinola,
Hasselbach behauptet. Die Frage, ob ein
wirklicher Scharlach bei Thieren vorkommt,
ist aber noch keineswegs endgiltig entschieden,
und es wird sich in vielen Fällen des ver
meintlichen Scharlach einfach um Druse,
Nesselfieber, Rose, Typhus etc. gehandelt
haben. Auch ist eine Trennung des Scharlach
von den Masern, die nach Ryss u. A. bei
Schafen und Schweinen vorkommen sollen,
nicht gehörig durchgeführt. Die Erscheinungen
und der Verlauf der Krankheit werden fol-
gendermassen geschildert: Die Krankheit be
ginnt mit Fieber und catarrhalischer Affec-
tion der Kopfschleimhäute, Thränenfluss,
Niesen, Husten, Beschleunigung des Pulses
und der Athmung, Verminderung des Appetits,
verzögertem Kothabsatz. Uebelkeit, Brech
neigung. Die Speicheldrüsen und Lymph-
drüsen am Kopfe schwellen an und es treten
Ecchymosen auf den Kopfschleimhäuten auf.
Nach 24—4^ Stunden erscheinen auf der
Haut am Kopf, Rücken, Bauch, an den inneren
Schenkelflächen erst blassrothe. später dunkel
roth bis braun werdende Flecken mit einer
centralen Erhebung oder auch Bläschen
bildung, die häufig zusammenfliessen und nach
9—11 Tagen abblassen und nach Abschilfe
rung der Epidermis an den ergriffenen Stellen
verschwinden und meist mit vollkommener
Genesung enden.
In anderen Fällen entstehen bei hohem
Fieber ödematöse Schwellungen der Haut,
diphtheritische Processe auf den Schleim
häuten, Koliken, Durchfälle, Bronchiten, Pneu
monien, ein soporöser Zustand mit Ausgang
in den Tod. Bei der Section findet man
ausser den Erscheinungen auf der Haut und
den Schleimhäuten noch Ecchymosen auf den
serösen Häuten, blutige Transsudate in den
serösen Säcken, parenchymatöse Affection der
Leber und Nieren, Schwellungen der Milz und

Lymphdrüse, Oedem des Hirns und Rücken
marks (wie beim Typhus).
Die leichteren Fälle machen jegliche
Behandlung überflüssig und erfordern nur
eine Regelung der Diät und Absonderung der
Kranken von den Gesunden. In den schwe
reren Fällen braucht man Antiseptica, Säuren,
Kampher (s. a. Scarlata). Semmer.
Scharlachkörn Br, Scharlachbeeren, siehe
Alkermes.
Scharpie, Tinteum carptum, s. Charpie.
Schasis s. schasmus (von ayd£s;v, ritzen),
das Einschneiden, Schröpfen. Anacker.
Schasterion (von ay_«£e>v, ritzen), der
Schröpf- oder Aderlass-Schnäpper, die Lan
zette. Anacker.
Schattenfisch, Umbrina cirrhosa L.
Fisch aus der Ordnung der Stachelflosser,
Familie der Sciaenidae, Gattung Um
brina Cuv.
Localnamen: Ombrina, Borrugat, Borru-
gato, Corbo. Wie seine Gattungsverwandten
zeichnet er sich aus durch einen gestreckten
Körper, eine stumpfe, vorspringende Schnauze,
welche etwas über die Mundötfnung vortritt.
An dieser überragt die Oberkinnlade die
Unterkinnlade. Es sind zwei Rückenflossen
vorhanden, von denen die vordere 10 Strahlen
trägt, die lange hintere, die sich auch über
den Schwanz erstreckt, folgt dicht auf die
erste. Die Analflosse liegt unter der Mitte
der zweiten Rückenflosse und ist kurz, die
Schwanzflosse gerade abgestützt. Brust- und
Bauchflossen sind spitz, die letzteren brust
ständig. Die Schuppen sind mittelgross, am
Rande fein gezähnelt und gekörnt. An der
Unterkiefersymphyse befindet sich ein kleiner
Bartfaden.
Die Grundfarbe ist an Rücken und Seiten
messinggelb, nach unten silberfarben, metal
lisch glänzend. Dunkle Bänder laufen vom
Rücken nach den Seiten, wo sie sich in
wellige Linien auflösen. Diese Bänder, in
der Zahl von 23 bis 30, sind zur Laichzeit
stahlblau mit schwarzen Rändern. Der Hin
terrand des Kiemendeckels ist schwarz, die
erste Dorsalflosse und die Schwanzflosse
sind schwarzbraun, die übrigen Flossen gelb
bis röthlich. Der Fisch erreicht eine Länge
von 66 und mehr Centimeter und ein Gewicht
von 10 bis 13 kg.
Sein Fleisch ist sehr geschätzt.
Er findet sich an allen Küsten des
Mittelmeeres in mässiger Tiefe auf schlam
migem Grunde. Häufig in der Nähe der Fluss
mündungen. Vom Mittelmeere an ist er an der
Küste Afrikas bis zum Cap der guten Hoffnung
verbreitet.
Die Laichzeit fällt in die Monate Juni
und Juli. Gefangen wird er während des
ganzen Jahres.
Ausser diesem sind noch ca. 20 Arten
der Gattung Umbrina bekannt, die das
Gebiet des atlantischen und des indischen
Oceans bewohnen. So finden sich besondere
Arten in der Gegend der Canaren. Madeiras,
an der Ostküste Amerikas, sowohl des Südens
als des Nordens, an den Küsten Ostindiens,

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