Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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SCHEIDE.

175

Die Scheide der Kuh (s. u. Gebärmutter
Fig. 592 Sr, Sch) und der kleinen Wieder-
käuer ist rerhältnissmässig länger und dick-
wandiger als beim Pferde. Die Grenze zwischen
dem Verhol und der eigentlichen Scheide mar-
kirt sich, da eine Scheidenklappe fehlt, nur
durch die Ausmündung der Harnröhre. Die
Gartner’sclen Gänge sind bei der Kuh häufig
vorhanden. In den Scheidenvorhof münden
die kurzen, jedoch weiten Ausführungsgänge
der Bartholini’schen Drüsen (s. d.), Fig. S92 B,
dagegen fehlen die schlauchartigen Einbuch-

sich ein kleiner Wulst, die Schwellkörper
sind bei der Hündin gross und bilden fast
einen nach unten offenen Halbring, Gartner-
sche Gänge sind sehr selten vorhanden. Die
Katze hat zwei etwa linsengrosse Bartholini-
sche Drüsen. Müller.

(Histologie.) Die Wand der Scheide
ist verhältnismässig dünn (4—5 mm) und be-
steht aus zwei Schichten, einer Muskelhaut
und einer Schleimhaut.

Die Muscularis lässt eine innere circu-
läre, mit der Schleimhaut im Zusammenhang

GdC,

Fig. 1725. Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Scheide, Scheidenvorhof, Scham und Kitzler der Stute von oben gesehen;
die Scheide und der Scheidenvorhof sind vom oberen Schamwinkel an oben geöffnet. EE' Eierstöcke, Eb Eierstock-
band, Elf Eileiterfalte, Et Eierstocktasche, Eil Eileiter, Gk Körper, Gl Hals, Gh Gh' Hörner, GdG Grund der Gebär-
mutter, Sp Scheidenportion der Gebärmutter, äM äusserer Muttermund, b M breite Mutterbänder, Sch Scheide,
Sv Scheidevorhof, H Harnröhrenmündung, Sk Scheidenklappe, D Ausmündung von schlauchförmigen Drüsen, K Eichel
des Kitzlers, 81 Schamlippe, u W unterer Winkel der Scham.

tungen der Vorhofsschleimhaut und die
Schwellkörper.

Der Scheidenvorhof der Sau ist ziemlich
lang, seine Schleimhaut enthält drüsenartige
Einbuchtungen, ähnlich denen des Pferdes,
eine Scheidenklappe fehlt, die Schwellkörper
haben einen geringeren Umfang, 6 artn er'sehe
Gänge lassen sich äusserst selten auffinden.

Bei den Fleischfressern ist die
Schleimhaut des Scheidenvorhofes glatt, die
der eigentlichen Scheide liegt in starken,
durch Querschnitte unterbrochenen Längs-
falten, an Stelle einer Scheidenklappe findet

stehende und eine äussere longitudinale
Schicht organischer Muskelfasern unterschei-
den; beide stellen Fortsetzungen der Uterus-
musculatur dar und sind durch eine schwache,
Blutgefässe führende Schicht miteinander ver-
bunden, welche zahlreiche zu Bündeln ver-
einigte elastische Fasern enthält. Letztere
lassen sich auch in jenen Bindegewebszügen
nachweisen, welche die Bündel der Muskel-
schichten umgeben. Beide Muskelschichten,
besonders aber die innere nehmen nach rück-
wärts an Mächtigkeit zu und erreichen ihre
grösste Stärke in der Gegend der Einmündung

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