Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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hebelartigen Griffe GG', indem deren beider
seitigen excentrischen Fortsätze zwei Schienen
SS' herabdrücken, welche einerseits mit den
sich öffnenden Branchen charnierartig ver
bunden, andererseits in der Mitte durch eine
in einem Schlitze gleitende Schraube ver
einigt sind; diese Schraube ist mit einer
kleinen Flügelmutter M versehen, mittelst
welcher zugleich die Fixation der geöffneten
Branchen bewerkstelligt wird. Polansky.
Scheidenumstülpung. Hierunter versteht
man das Sichumwenden der Scheidenwände
oder bloss eines Theiles derselben nach rück
wärts in den Scheidencanal. Die höhergradige
Umstülpung der Scheidenwandungen ist stets
mit einem Vorfallen derselben nach aussen
verbunden (s. unter Scheidenvorfall). Strebe!.
Scheidenverwachsung. Eine vollständige
Verwachsung der Mutterscheide bei den
Hausthieren ist eine äusserst seltene Er
scheinung und kommt fast ausschliesslich
nur als eine fötale Entwicklungsanomalie
vor. Die völlige Verwachsung kommt stets
nur in dem zwischen der Harnröhrenmündung
und dem Muttermunde befindlichen Theile zu
Stande, da hinter jener Mündung der abge
hende Harn sie verhindert. Da solche Thiere
die Begattung nicht vollziehen und mithin
nicht befruchtet werden können, so hat der
angeborene Scheidenverschluss in geburts
hilflicher Beziehung kein weiteres Interesse.
Von nach der Befruchtung entstandener
völliger Scheidenverwachsung finden sich in
der Veterinärliteratur nur äusserst wenige
Fälle verzeichnet.
Nicht gar selten begegnet man dagegen
verschiedengradigen Verengerungen der Mutter
scheide infolge von in derselben bestehenden
Geschwülsten, von Fleischspangen, von callösen
Scheidenwänden sowie infolge der sehr stark
entwickelten Scheidenklappe. Sollte eine erst
nach der Begattung sich entwickelnde hoch
gradige Hypertrophie der Scheidenklappe ein
Geburtshinderniss bilden, so wird dasselbe
durch Spaltung jener zu beseitigen ge
sucht. Sl.
Scheidenvorfall. Mit dieser Benennung
bezeichnet man das Hervortreten eines kleine
ren oder grösseren Theiles, selbst der ganzen
Mutterscheide aus der Schamspalte. Das weit
mehr hässliche als gefährliche Uebel kommt
sehr häufig, besonders bei den der bestän
digen Stabulation unterworfenen, vorzüglich
älteren, schlaffen, milchreichen Kühen, die
schon oft geboren haben, vor. Es stellt sich
meistens in der vorgerückteren Trächtigkeits
periode, wo das Junge schon eine bedeutende
Grösse und dadurch der Fruchthälter einen
grossen Umfang erreicht hat, ein; es kommt
viel seltener nach der Geburt sowie bei nicht
trächtigen Kühen und noch weit seltener bei
nichtträchtigen Rindern vor. Das Leiden wird
auch, zwar selten, beim Schweine, bei der
Ziege, bei der Hündin und selbst bei der
nichtträchtigen Stute beobachtet; so beob
achtete Strebei einige Fälle habituellen
Scheidenvorfalles bei kaum 14 Monate,

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