Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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und heisst daher verborgene, latente oder
gebundene Wärme. Erstarrt ein geschmol
zener Körper, so wird die gebundene Wärme
wieder frei.
Die Schmelzpunkte einiger Körper:
Kohlensäure — 58 0 C.
Quecksilber — 38'2 „
Eis 0 „
Phosphor 44 „
Wachs 68 .,
Natrium . 90 ,
Schwefel 113 6 .,
Zinn 230 .,
Wismnth 265 ,
Blei 330 „
Zink , . 360
Silber 1000
Gold 1200 „
Stahl 1300-1400 „
Merkwürdig ist, dass Metalllegirungen
in der Kegel einen niedrigeren Schmelz
punkt besitzen als die Metalle, aus welchen
sie bestehen; so schmilzt z. B. Kose’s Metall,
welches aus Zinn, Blei und Wismuth be
steht, bei 94° C.
Die meisten Körper dehnen sich beim
Schmelzen aus, Eis und Wismuth dagegen
contrahiren sich. Bei ersteren hat die Er
höhung des äusseren Druckes eine Erhöhung
des Schmelzpunktes, bei letzteren eine Er
niedrigung desselben zur Folge. Blaas.
Schmelzgewebe, Schmelzorgan,
Schmelzprismen, Schmelzpulpa, siehe
Zähne.
Schmerle, s. Bartgrundel.
Schmerz nennt man ein unangenehmes
Allgemeingefühl, welches durch übernormale
nervöse Reize aller Art erregt und durch die
sensiblen Nerven (Schmerzenssinnesnerven)
dem Bewusstsein übermittelt wird oder reflec-
torische Flucht-, bezw. Abwehrbewegungen
auslöst. Die Empfindlichkeit, d. i. Schmerz
erregbarkeit der verschiedenen Körpertheile
ist eine in hohem Masse verschiedene. Sen
sible Nervenfasern können an jeder Stelle
ihres Verlaufes durch Schmerzensreize er
regt werden, das Rückenmark allein scheint
trotz seines unbestrittenen Gehaltes an sol
chen gegen diese Irritamente unempfindlich;
die gewöhnliche Applicationsstelle des Schmer-
zensreizes ist jedoch die periphere Ausbrei
tung eines sensiblen Nerven; an diese ver
legt das Sensorium jederzeit auch den den
Nerven in seinem Verlaufe etwa treffenden
Reiz; Schmerzensreiz in der Narbe des Am
putationsstumpfes ruft Schmerzempfindung
in dem längst abgenommenen Körpertheile
hervor (Gesetz der excentrischen Wahrneh
mung). In den mit sensiblen Nervenfasern
ausgestatteten Organen ist der Grad der
Schmerzempfindlichkeit wesentlich abhängig
von der Zahl der in ihnen gegebenen Nerven-
endgebilde. Je dichter dieselben und je aus
gebreiteter der Reiz einwirkt, umso weniger
gelingt dem Befallenen die Localisation des
Reizes, das Localisationsvermögen ist also
ein beschränktes, da der Schmerz ausgestrahlt
und scheinbar auch anderen Theilen mitge

theilt wird (Irradiation des Schmerzes); nur
ganz beschränkte Schmerzen, wie den In-
sectenstich, vermag man zu localisiren. Die
Intensität der Schmerzen ist abhängig von
der augenblicklichen Erregbarkeit eipes Nerven
und von dem Grade der Einwirkung. Manche
Nerven scheinen wohl infolge der Anwesen
heit zahlreicher sensibler Fasern besonders
schmerzhaft, so der N. trigeminus und N.
splanchnicus. Sehr heftige Reize, welche
den Nerven in seinem Verlaufe treffen, können
ihn leistungsunfähig machen für periphere
Schmerzensreize (Anaesthesin, dolorosa). Die
Qualität der Schmerzempfindung ist eine sehr
differente und in ihrer Eigenthümlichkeit oft
undefinirbare; man spricht deshalb von ste
chenden, bohrenden, ziehenden, reissenden,
brennenden, klopfenden, drückenden etc.
Schmerzen. Die Schmerzempfindlichkeit der
Haut des Menschen hat man nach Intensität
und Localisationsvermögen für die verschie
denen Körpertheile geprüft; am empfind
lichsten scheinen darnach Zungenspitze,
Nasenspitze, Augenlider, am wenigsten em
pfindlich Zehenspitze, Daumenballen etc. Die
Schmerzempfindlichkeit ist unter pathologi
schen Verhältnissen bald gesteigert (Hyper-
algesie), bald vermindert (Hypalgesie, bezw.
Analgesie — Schmerzlosigkeit); einzelne Nar-
cotica und Anästhesien betäuben die Schmerz
empfindlichkeit, Aether, Chloroform, Morphium
u. a. gehören hieher. Sussdorf.
Schmerzstillende Mittel, Paregorica, s.
Narcotica.
Schmetterlinge (Schuppenflügler, Falter,
Lepidoptera), Ordnung der Insecten, umfasst
Kerbthiere mit saugendem Mundtheil in Form
eines Rollrüssels, vier meist vollständig be
schuppten Flügeln und vollkommener Meta
morphose, man zählt über 100.000 Arten. Kh.
Schmetterlingsblüther, s. Papilionaceae.
Schmidt C. A., Thierarzt in Zossen
(Preussen), schrieb 1837 eine Preisschrift
über Schafpockenimpfung. Stmmer.
Schmidt M., Dr., geb. 1834, gest. 1888,
Director des zoologischen Gartens in Berlin,
war ein hervorragender Zoologe und gab
eine zoologische Klinik heraus. Ableitner.
Schmiede nennt man die Werkstätte zur
Herstellung (Schmieden) der Hufeisen und
zum Beschlagen der Pferde, Maulthiere und'
Rinder. Häufig, besonders auf dem Lande,
wewden in der Schmiede zugleich Wagen be
schlagen und landwirthschaftliche Geräthe
gefertigt.
Kleine Schmieden, besonders auf dem
Lande, besitzen nur ein oder einige Feuer,
grössere, besonders Lehrschmieden, deren
es Civil- und Militärschmieden gibt und die
zum Unterrichte für Zöglinge an thierärztlichen
Schulen, für angehende Beschlagschmiede
und Fahnenschmiede der berittenen Truppen
dienen und mustergiltig eingerichtet sind,
besitzen bis zu 10 und mehr Feuer.
Ueber Lehrschmieden s. unten.
Zu einer zweckmässig eingerichteten
Beschlagschmiede ist:

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30559 Hannover
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