Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN671000365/309/
SCHÖPFUNGSACT.

301

Die eigenthümliche Vertheilang der Land-
und Wasserthiere über die Erde, deren
Schilderang Sache der Zoologie ist, lässt an-
nehmen, dass jede Familie der verschiedenen
Thiere ursprünglich an die Scholle gebunden
war, wo wir sie jetzt hauptsächlich, u. zw.
in ihrem Naturzustände finden. Sollten
die Geschöpfe alle, welche die Erde be-
wohnen, von einem und demselben Punkte
ausgegangen sein, so setzt dieses voraus,
dass alle Bedingungen zur Existenz aller
vereinigt gewesen seien; der Ort musste
mithin kalt sein für die Eidergans und den
Polarfuchs und müsste Eisschollen im Meere
enthalten für die Robben und den weissen
Bären, musste aber auch gemässigt sein für
das Pferd und das Rind, heiss für die Giraffe
und den Elephanten oder den Löwen, der-
selbe musste Ströme für Lachs und Stör, und
grosse Meere, temperirt für den Schwert-

fisch und den Delphin, kalt aber für den
Wallfisch und den Seehund, musste Wüsten
für den Strauss und das Kameel, weide-
reiche Triften für die Heerden des Woll-
viehes umfassen u. s. w.

. Wollte man annehmen, dass die Thiere
von entfernten Orten dahin gewandert seien,
wo wir sie jetzt finden, indessen sie sonst
nirgends vorkommen, so würde dieses ein-
schliessen müssen erstens die. Möglich-
keit einer solchen Wanderung, welche durch
Sand- oder Meereswüsten nicht selten un-
möglich gemacht ist, ferner das vollständige
Vertilgen der Thiere an ihrem ursprüng-
lichen Geburts- und Aufenthaltsorte, der
doch wahrscheinlich die Bedingungen für
ihre Existenz am vollständigsten enthalten
musste, weil sonst diese Thiere nicht da ent-
standen sein würden, indessen sie jetzt weit
entfernt davon leben. Es ist ja auch die

Die allmälige Entwicklung des organischen Lebens auf der Erde in

graphischer Darstellung.

1 < J £ Cycadeen | l| s« o < ® -s O O eff li ii Mollusken 1 Gliederthiere | Amphibien und 1 Reptilien > | - ! Mensch Periode For- mation
\ I des Dominirens der Angiosper- men, der Warm- blütigen, Vor r. des Menschen Allu-. j
T des Dominirens der Angiosper- men und der Säugethiere,* dei erste Mensch Dilu- Tertiär
1 1 i j l des Maximums der Entwicklung der Coniseren, Cycad. und Reptilien; die ersten Vögel und Säugethiere Kreide, Trias
1 r r j 1 1 1 des Maximums der Eütwickluhg der Gefässkryptog.; die ersten Amphi- bien und Reptilien Dyas, kano- nische Forma- tion
des Dominirens der wirbellosen Thiere, ziemlich zahln Fische (Pan- zerganoiden); dei ersten häufigeren Ge fässpflanzen • Devo- nische tibn
der Algen und wir- bellosen Thiere, der ersten verein- zelten Fische und Gefäs8pflanzen Siluri- sche Forma-
die ersten noch zweifelhaften Spuren organi- schen Lebens Forma- Laurent

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66