Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Schrunservieh wird das Montafoner Vieh
(s. d.) auch genannt, weil der Heimatbezirk
dieses Rindviehstammes, das Montafoner Thal
in Vorarlberg, von Bludenz nach Schruns sich
erstreckt und in letzterem Orte ein Haupt
handelsplatz für dieses Vieh sich befindet. Kh.
Schua, ein edler arabischer Pferde-
stamra. Anacker.
Schubaert Toers Diesbergen, Pro-
sector an der Thierarzneischule in Utrecht
und an der Universität daselbst, geb. 18. Fe
bruar 1805 in Harderwyk, gest. 4. October
1853 in Utrecht. Sein Vater war ein Deutscher,
aus Massenhausen in Waldeck herstammend,
welcher sich in Harderwyk niedergelassen
hatte und da mit Fräulein Diesbergen
verheiratet war. Schubaert zeigte schon in
seiner Jugend grosse Neigung zum Sammeln
und Präpariren von Objecten aus dem Thier
reiche. Dies war der Anlass, dass van Lidth
de Jeu de, derzeit Professor am Athenäum
in Harderwyk, ihn engagirte, um in seinem
Museum thätig zu sein. — Im Februar 1822
wurde er zum Prosector an der Thierarznei
schule in Utrecht ernannt, deren Director
van Lidth de Jeuda war. Im April 1842
ging er in dieser Eigenschaft an die Universität
in Utrecht über; er blieb jedoch an der Thier
arzneischule als Repetitor für Anatomie und
(Konservator am anatomisch-physiologischen
Museum. Schubaert zeichnete sich durch
Geübtheit im Verfertigen von Präparaten
und Injectionen, wie auch im Zeichnen, dem
Formen von Gypsgüssen und Bossiren in
Wachs aus. Zahlreich sind die Präparate an
der Thierarzneischule und der Universität in
Utrecht, die von ihm verfertigt wurden. 1841
gab er heraus eine „Tafel vanden ouder-
dom des paards“ (Tabelle vom Alter des
Pferdes) mit 35 colorirten Figuren, ferner
1848 in Utrecht einen „Atlas, bevatende
de anatomie des paards in 34 (meest
gekleurde) steendruckplaten“ (Atlas,
enthaltend die Anatomie des Pferdes in 34
[meist colorirten] Steindrucktafeln) in Folio,
nebst einer Beschreibung in Octav. Schu
baert war Mitglied der Gesellschaft für
Künste und Wissenschaften in der Provinz
Utrecht, der niederländischen entomologischen
Gesellschaft, honoräres Mitglied von Natura
Artis Magistra in Amsterdam etc. Seine Bio
graphie wurde 1854 in Utrecht von Dr. M.
C. Verloren herausgegeben. Schimmel.
Schubarth E. L., Dr. med. et chir., Pro
fessor an der Thierarzneischule in Berlin, gab
1820 eine neue Pharmakopöe für Thierärzte
und 1821 ein Handbuch der Chemie heraus. Sr.
Schubert’s patentirter Winterbeschlag mit
auswechselbaren Griffen. N. Schubert’s in
Augsburg auswechselbarer Grits ist ein S.teck-
gviff mit auf dem Querschnitt ovalem Zapfen,
der eine zur Aufnahme eines Sicherheits
nagels bestimmte Nute besitzt. Das eine
hakenförmige Ende des Sicherheitsnagels
greift in eine kleine Vertiefung, welche an
der Huffläche des Eisens und am Rande des
Griffloches sich befindet und das andere Ende
wird in eine am Griffkörper befindliche Ver

tiefung hineingedrückt. Diese Griffe sind in
verschiedenen Nummern und Grössen vor
handen, so dass nach einer Erweiterung des
Griffloches ein Griff mit einem etwas dickeren
Zapfen Anwendung findet. Lungwitz.
Schüpfer J. M.. Dr. med., gab 1825 ein
Buch heraus über die Entstehung und Ein-
theilung der Seuchen der Hausthiere. Sr.
Schürfwunden, s. Wunden.
Schürze heissen die langen Haare am
weiblichen Glied (Feuchtblatt) des Rehes. Air.
Schüssele J, Lehrer an der Thierarznei
schule zu Karlsruhe, gab 1842 und 1843 eine
Veterinärchirurgie in zwei Theilen heraus. Sr.
Schüttelfrost, horror validus s. horri-
pilatio (von horrere, schaudern, zittern;
validus, stark, kräftig; pilus, das Haar), ist
im Fieber vorhanden, wenn der Frost so
stark ist, dass der Körper krampfhaft sich
zusammenzieht und auf behaarten Hautstellen
sich die Haare aufsträuben, die stossweise
auftretenden Muskelzuckungen den ganzen
Körper erschüttern (s. Fieber). Anacker.
Schüttelmixtur, s. Mixtura.
Schule, auch hohe Schule, nennt man in
der Reitkunst die Ausführung aller künst
lichen Gänge, welche daher auch Schulgänge
heissen. Daneben bezeichnet man aber auch
jede einzelne hieher gehörige Uebung mit
Schule.
Die hohe Schule wird in allen Gang
arten, theils im Schritt, theils im Trab oder
im Galopp, auf dem Zirkel, der Acht, aber
zum Theil auch auf der geraden Linie, oder
ohne Boden zu gewinnen, geritten.
Durch die hohe Schule wird die Biegsam
keit und die Gleichgewichtserhaltung des
Pferdes, sowie die Folgsamkeit auf das Höchste
vervollkommt. Dasselbe lernt die leiseste
Hilfe des Reiters richtig verstehen und willig
befolgen. Das Pferd, dessen man sich zu
diesen Uebungen bedient, nennt man Schul
pferd (s. d.).
Die hohe Schule oder die Schulgänge
theilt man zunächst in:
1. Schule auf der Erde,
2. Schule über der Erde.
1. Die Schule auf der Erde zerfällt nun
wieder in:
1. die Uebungen des Schenkelweichens.
Zu diesen gehören: a) Changement oder
Wechseln, b) Schulterherein, c) Travers, d)
Renvers, e) Redop, f) Passade, g) Pirouette,
h) Terre k terre.
II. Spanischer Tritt oder Schritt, auch
Schulschritt oder Passage genannt.
III. Piaffe.
2. Für die Schule über der Erde unter
scheidet man wieder unter solchen Uebungen,
bei denen:
I. nur die Vorhand des Pferdes von der
Erde kommt.
Zu diesen werden gerechnet: a) Pesade,
b) Courbette, c) Mezair.
II. alle vier Füsse von der Erde erhoben
werden.
Zu dieser Classe gehören: a) Lanzade,
b) Croupade, c) Bailotade, d) Caprioie.

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