Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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SCHWEIFSCHONER. — SCHWEIN.

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Schweifrübe durch die der dorsalen und ven-
tralen Fläche der Schweiswirbel anliegenden
Muskeln (Heber und Niederzieher des Schwei-
fes, s. Muskeln), Hie mit der Redaction der
Schweifwirbel von oben nach abwärts eben-
falls an Volumen abnehmen und hiedurch die
rübenförmige Gestalt dieser Region bedingen.
Es lassen sich namentlich eine dorsale, ven-
trale und zwei Seitenflächen an der Schweif-
rübe unterscheiden. Die Haut der Schweif-
rübe ist mit langen Schutzhaaren, den Schweif-
haaren besetzt; nur in der oberen, in der
Nähe des Afters gelegenen Abtheilung der
ventralen Fläche ist dieselbe vollkommen
haarlos. Eichbaum.

Schweifschoner oder Schweiffutteral ist
eine von Leder meist mit wollenem Futter
hergestellte Umhüllung für den Pferdeschweif,
welche zum Schutz, bezw. Erhaltung des
Schweifes dient. Diese Umhüllung wird in
der Weise angelegt, dass sie wenigstens den

Schwein, Sus (Naturgeschichte). Die
Familie der Schweine gehört zur Gruppe
der höckerzähnigen Paarhufer (Artiodactyla
bunodonta). Die Schweine sind plump ge-
baute Thiere mit fast kegelförmigem, im Ge-
sichtstheil verlängertem und zugespitztem
Kopf, kurzem Hals, seitlich zusammenge-
drücktem Rumpf, nach hinten abfallender
Kruppe, kurzem, häufig geringeltem Schwanz
und verhältnissmässig niedrigen Beinen. Die
Oberlippe ist zum Rüssel verbreitert, der die
Nasenlöcher trägt. Die Augen sind klein und
die Augenhöhle ist von der Oberschläfen-
grube durch eine Knochenwand nicht getrennt.

Die Wirbelsäule (Fig. 1791) besteht aus

7 Halswirbeln, 14—17 Brustwirbeln mit 7 bis

8 wahren und 7—9 falschen Rippen, aus 6
bis 8 Lendenwirbeln, 4 Kreuzwirbeln, 20—26
Schwanzwirbeln. Der Widerrist ist flach, die
Brusthöhle keilförmig, in der Höhenachse
meistens mehr ausgedehnt als in der Quer-

Fig. 1791. Skelet des Schweines, c Halswirbel, d Rückenwirbel, e Lendenwirbel, f Kreuzbein, g Schweifwirbel.

oberen Theil der Schweifrübe bedeckt und
damit sie sich von diesem nicht herabstreift,
durch einen Schweifriemen, der an dem
Deckengurt befestigt ist, gehalten. Man
wendet den Schweifschoner besonders beim
Transport werthvoller Pferde oder im Stall
bei solchen Pferden an, die sich den Schweif
durch Scheuern zu beschädigen pflegen. Gn.

Sehweifstutzen, s. Amputation und Cou-
piren.

Schweifwedeln nennt man das in steter
Unruhe Hin- und Herbewegen des Schwanzes
eines Pferdes. Diese Bewegung geschieht meist
nach Art der Windmühlenflügel und kann nur
als eine Unart des betreibenden Pferdes be-
zeichnet werden, die demselben indessen schwer
abzugewöhnen ist. Besonders neigen kitzliche
Stuten zu dieser üblen Gewohnheit, die um
so lästiger werden kann, als dieselben dabei
zeitweilig, z. B. beim Empfinden des Sporns,
harnen und sich dadurch nicht nur den
Schweif verunreinigen, sondern auch die Um-
gebung und den Reiter mit Harn bespritzen.

Grassmann.

Schweifwirbel, s. Knochenskelett.

Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. IX. 13d.

achse. Der Bauch ist etwas aufgezogen und
die Weiche sehr lang.

Am Vordergliede steht das Schulter-
blatt steil. Die Speiche und das Ellenbogen-
bein des Unterarms verlaufen getrennt und
beide liegen fast nebeneinander. Die Fuss-
wurzel besteht in der oberen und unteren
Reihe aus je 4 Knochen. Der erste (innere)
Mittelhandknochen, wie auch die erste Zehe,
fehlt. Der zweite und fünfte Mittelhand-
knochen sind ungefähr von gleicher Grösse
und kaum halb so gross wie der dritte und
vierte. Von letzteren ist der dritte etwas
stärker als der vierte; jener bildet die Haupt-
stütze des Vorderfusses und er ist durch die
Verbindung mit drei Fusswurzelknochen selbst
am besten gestützt. Die unteren Gelenkflächen
des dritten und vierten Mittelhandknochen
tragen von vorn nach hinten verlaufende
(sagittale) Rollen, während sie an den beiden
seitlichen Mittelhandknochen glatt sind. Die
letzteren sind mit kurzen Zehen versehen,
deren Klauenglied den Boden nicht, oder —
bei starkem Niederfallstoss — nur mit der
Spitze berührt. Die Schweine treten also nur

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