Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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7 Mecklenburg. Land
beschäler
3 Oldenburger Land
beschäler
12 ostfriesische Land
beschäler
10 belgische Landbe
schäler

achnitts*-
gewicht

Bandmass-

596 kg 1 67—1 78 m

625 „ 1 72-1 78 „

627 „ 1 66—1 76 „
692 5 „ 1-55—1-75

ln dieser Reihenfolge treten die ein
zelnen Schläge warmer und kaltblütiger
Pferde bis zu den äussersten Grenzen der Züch
tung einander gegenüber. Denn die grössten
Gegensätze sind wohl englisches Vollblut und
das massige belgische Arbeitspferd, welches
namentlich im Luxemburgischen, Lüttich’schen
und Umgegend zum Fortbewegen grosser
zweiräderiger Karren und Frachtwagen ge
züchtet wird und auf der sog. Schoberfuhr,
dem Hauptpferdemarkt des Grossherzogthums,
in den besten Exemplaren und zu Hunderten
zum Verkaufe kommt.
Die Körpergewichte der ganzen Reihen
folge nehmen, von oben angefangen, nach
und nach steigend bis zum Ende zu und sonach
besitzen die Vollblutpferde das geringste
Durchschnittsgewicht, die Kaltblütler das
grösste. Dazwischen liegen nach oben das
Halbblut und gleich hinterher die edlen deut
schen Gebrauchsschläge, nach unten folgen
Friesen und schliesslich Belgier Frachtpferde.

Die Bandmasse verhalten sich in keiner
Weise übereinstimmend damit und zeigen
eine ganz andere Bewegung, welche mit den
Zahlen der Körpergewichte keineswegs steigen
und sinken. Die einzelnen Schläge der Pferde
nehmen darin ihren eigenen Gang und eine
besondere Stellung ein.

Das Vollblut ist die im Durchschnitt
kleinere Species unter den edleren Gebrauchs
pferden, und es steigen unter diesen letzten
Schlägen bis zu den Hannoveranern heran
die Bandmasse mit dem Körpergewichte und
entsprechendem höheren Grade des tiefer
stehenden Blutes und damit zugleich mit
diesen Schlägen der weniger edlen Abkunft;
ob auch mit dem Temperamente, bleibt da
hingestellt.
Dann thut sich jedoch ein Intervall, eine
Wendung, in der rechtseitigen Zahlenreihe
der Bandmasse auf, während die Körper
gewichte gradatim aufsteigen; d. h. mit den
Hannoveranern nämlich sinken plötzlich die
Bandmassen und so fort bis zum Ende der
Zahlenquoten. Bei den belgischen Pferden
sind die Körpergewichte schliesslich die höch
sten neben den niedrigsten Bandmassen.
Ein Spiel des Zufalls sind diese Erschei
nungen nicht, weil das Steigen und dann das
Sinken dieser Reihe bis zu ihrem Ende nicht
ebenso stetig zunimmt, trotz des ununterbro
chenen Steigens der Körpergewichte auf der
linken. Die edlen Gebrauchspferde der Hanno
veraner stehen in der Züchtung augenschein
lich tiefer u. s. w.
Das absolute Körpergewicht an und für

sich, so zeigt die ganze Tafel, kann demnach
nicht wieder ein bedingendes Moment des
Zuchtwerthes oder der Körpergrösse der
Pferde sein. Im Gegentheil; auch ist ein
relativ hohes Körpergewicht aber bei relativ
niedrigem Bandmass die bloss äusserliche
Eigenschaft und das rein äusserliche Kenn
zeichen der weniger edlen Pferderassen, so
weit hier solche in Betracht kommen; über
orientalisches Vollblut liegen eben noch keine
Körpergewichte vor.
Ein etwaiger Zucht- und Nutzwerth der
Pferde und Rassen lässt sich aus diesen Ver
hältnissen in keiner Weise, wie doch amerika
nische Züchter thun, erbringen.
Ueber das Gewicht der Pferde theilte in
einem Vortrage der Franzose Lavalard der
„Sociötd nationale d’Agriculture“ im Jahre
1890 Folgendes mit, welches von Major a. D.
v. Berghaus im „Pferd“ theilweise wieder
gegeben und im Auszuge hier mitgetheilt wird.
Das Gewicht der Pferde variirt im All
gemeinen zwischen 300 und 700 Kilo; das
Gewicht der Ponies beträgt manchmal unter
200 Kilo. Im Jardin d’AccIimatation befinden
sich mehrere derartige Exemplare.
Die Luxuspferde und die der Reserve-
(d. i. schweren) (Kavallerie wiegen 500 bis
580 Kilo.
Das Gewicht der Omnibus-, Pferdebahn-
und Karrenpferde wechselt zwischen 500 und
700 Kilo; die zum Ziehen der Blockwagen,
Kohlenwagen und Rübenwagen verwendeten
Boulognaiser und Percheronpferde wiegen
selbst 800—900 Kilo.
Pferde von 1000 Kilo sind selten; die
Amerikaner geben diesen letzteren den Vorzug;
die Percheronzüchter lassen, um dieses Ge
wicht zu erzielen, die Thiere, ausser ihrer
gewöhnlichen Nahrung, täglich bis 501 Milch
saufen.
Das Durchschnittsgewicht der Coupd-
oder Victoriapferde, welche denen der Linien-
cavallerie gleichgestellt werden können,
wechselt zwischen 450 und 480 Kilo. Die
kleinen Pferde der leichten Cavallerie wiegen
zwischen 380 und 400 Kilo.
Sämmtliche angegebenen Gewichte be
ziehen sich auf das lebende Gewicht eines
ausgewachsenen Thieres.
Bei einem jungen Thiere genügt es nicht,
wie bei einem ausgewachsenen, durch pein
liches Abwiegen der Nahrungseinnahme gegen
den nothwendigen Verlust den Status quo zu
erhalten; man muss vielmehr dem Organismus
die Ernährungsgrundstoffe, welche nöthig
sind, die Unkosten der fortwährenden Ver
mehrung der Elemente des Körpers zu decken,
zuführen. Die im Verlaufe von mehreren
Jahren von Lavalard erreichten Resultate
sind folgende:
Die Versuche sind, um sich ein allge
meines Urtheil bilden zu können, mit schweren
und mit leichten, mit Vollblut-, Halbblut-
und Zugpferden angestellt worden.
Die Pferde von ausgezeichneten Rassen
erscheinen in den ersten Monaten nach ihrer
Geburt weniger stark; nach dem Absetzen

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