Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Luzern, Wallis und Tessin ist das Braunvieh
in überwiegender Zahl vertreten.
Das Kloster Einsiedeln soll im Besitz
einer besonders schönen Heerde des Schwyzer
Schlages sein; es kommen diese Thiere zu
weilen unter dem Namen „Bigi-Vieh“ in den
Handel und gehen dann vielfach ins Ausland.
Nach Professor Anderegg besitzt das Ein
siedlervieh eine sehr hübsche Haarfarbe und
schön ausgeprägte Bassenmerkmale. Die
Schwyzer Binder sind fast ausnahmslos dunkel
graubraun, mit hellem Bückenstreifen; in der
Begel besitzen sie auch einen hellen Augen
ring und hellgefärbtes Euter; das schiefer
farbige Flotzmaul ist von hellgrauen Haaren
eingefasst und ebenso auch häufig der Ohren
rand hellgrau gefärbt.
Ihr Kopf, mit kurzen, nach vorn aufwärts
gerichteten Hörnern ausgestattet, ist ziemlich
kurz und breit, der kräftige Hals von massiger
Länge und stets mit einer faltigen Wamme
(Triel oder Lempen) versehen. Die Brust ist
tief und von genügender Breite, der Widerrist
nicht scharf, der Bippenkorb gut gewölbt,
der Bücken gerade, die Lenden sind kräftig
entwickelt; es macht das ganze Hintertheil
einen gefälligen Eindruck. Gewöhnlich ist
das Kreuz gerade und der ziemlich lange,
unten stark bequastete Schwanz nicht zu
hoch angesetzt. In früherer Zeit fiel das Kreuz
bei manchen Thieren dieses Schlages nach
hinten mehr oder weniger stark ab, ein Fehler,
der durch sorgfältige Auswahl der Zuchtthiere
in der Neuzeit fast ganz beseitigt wurde.
Die Gliedmassen sind kurz und stämmig,
die Hinterbeine jedoch zuweilen in den Sprung
gelenken etwas zu gerade gestellt und die
Schenkel (Hosen) nicht immer genügend voll,
musculös. Haut und Haare sind fein, und
letztere werden am Kopfe hin und wieder
kraus, besonders bei den männlichen Exem
plaren zwischen den Hörnern und vor der
Stirn.
Die Ohren sind im Innern mit ziemlich
langen Haaren dicht bewachsen. Euter und
Milchzeichen sind in der Begel gut entwickelt,
und sehr oft trifft man bei den Kühen dieses
Schlages einen schönen, breiten Milchspiegel.
Nach den unter amtlicher Controle vor
genommenen Messungen an prämiirten Stieren
beträgt die Stabhöhe des Widerristes durch
schnittlich 130, der Umfang hinter den Schul
tern 192, die Länge vom Hinterhaupt bis zur
Schwanzwurzel 196 cm; bei Kühen ist das
Höhenmass 132, das Schultormass 123, das
Längenmass 201 cm. Das Lebendgewicht der
letzteren schwankt zwischen 600 und 700 kg,
und nur selten kommen 800kg schwere Exem
plare vor. Durchschnittlich liefern diese Kühe
täglich 71 Milch von bester Qualität; ganz
besonders schöne Kühe sollen sogar täglich
8—101 geben, d. h. während der Sommerszeit
bei schöner Weide oder bestem Stallfutter.
Im Zuge leisten die Schwyzer Ochsen nicht
so viel wie die Simmenthaler. Als eigentliches
Mastvieh ist der fragliche Schlag nicht anzu
sprechen, weil dessen Fleisch in der Begel
keine besonders feine Faser besitzt und die

Mästung der Thiere oft grössere Zeit erfor
dert als das Niederungsvieh. Prof. Anderegg
glaubt zwar, dass die Viehmast in der ganzen
Schweiz sehr grosse Vortheile bringen würde,
wenn man selbige mit Umsicht und Fleiss
betreiben wolle. Freylag.
Scientia (von scire, wissen), die Wissen
schaft. Anacker.
SeillaTn ist das hauptsächlich wirksame
Glycosid der Meerzwiebel, s. Urginea.
Scilla maritima. Meerzwiebel, Liliacee
des Mittelmeergebietes, Herzmittel und Diure-
ticum, s. Urginea maritima.
Scillitin. Unwesentlicher Bestandtheil
neben Sinistrin in der Meerzwiebel, Scilla
maritima enthalten, s. die Liliacee Urginea
maritima.
Scincus, der Skink, zu den Schuppen
echsen (Eidechsen) gehörig. Anacker.
Scirpus. Binse, zu den sauren, unechten
oder Scheingräsern, Cyperaceae L. III. 1 ge
hörend und in Gemeinschaft mit anderen
sauren Gräsern, namentlich den Juncaceen
(Simsengewächsen, Binsengras), Equitaceen
(Schachtelhalmen), mit Garex, Bumex, Ga-
lium u. dgl. auf sandigen, feuchten, schlecht
gedüngten Wiesen, an Wassergräben, Fluss-
und Teichufern wachsend, kommt in mehreren
Arten vor, hauptsächlich als borstliche Binse,
Scirpus setaceus; Seebinse, Sc. lacustris;
Waldbinse, Sc. silvaticus, und verdirbt bei
reichlichem Auftreten das Wiesenheu, indem
auff die Verfütterung desselben ein allmäliger
Bück gang der Ernährung, Störung der Ver
dauung und Milchsecretion beobachtet wird.
Im Uebrigen hat man die schlimmen Wir
kungen, wie Entstehung von Osteomalacie,
Blutharnen, Abortus u. dgl. übertrieben, in
kleinen Mengen vorkommend, kann jedenfalls
von schädlichen Folgen nicht die Bede sein.
Im Uebrigen werden die Scirpusarten, beson
ders die Seebinse, zum Flechten von Körben,
Sieben oder zum Dachdecken verwendet. Die
Scirpeen besitzen Zwitterblüthen mit drei
Staubgefässen und häufig haar- oder borsten
förmigem Perigon, die Spelzen der Aehrchen
sind mehrzellig dachig. Vogel.
Scirrhocele (von ouppo?, Krebsknoten;
Bruch), der bösartige oder Fleisch
bruch. Anacker.
Scirrhoma (von av.'.ppoöv, verhärten), der
Krebsknoten. Anacker.
Scirrhosis (von axippoüv, verhärten), die
Bildung eines Krebsknotens. Anacker.
Scirrhus (von ext^oüv, verhärten), der
harte oder Faserkrebs. Anacker.
Scitamineae (von scitamen, der Lecker
bissen), sc. plantae, die Familie der Gewürz
lilien oder der Bananengewächse. Anacker.
Die Gewürzlilien der Tropen sind
stattliche Kräuter mit colossalen Blättern,
aromatischem Knollenstock und schön gefärbten
Blumenkronen. Von den sechs Staubfäden ist
meist nur ein einziger ausgebildet und nicht
mit dem Griffel verwachsen. Hieher gehören
die Bananen, Pisanggewächse (Musaceen,
die grössten aller Krautpflanzen mit köst
lichen gurkenähnlichen Nährfrüchten), die

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