Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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geht ein weisser Streifen. In Osteuropa und
Sibirien verbreitet; b) 8. parryi, Steinziesel,
Körper 40 cm, Schwanz 12 cm lang. Oben
grau, unten röthlich; c) 8. mexicanus, mexi
kanisches Ziesel; gelbbraun mit sechs Reiben
weisser Flecken.
9. Arctomys marmota Schreb. Murmel
thier. Plumpe, grosse Thiere mit kurzen
Ohren, kurzem buschigen Schwanz, Daumen
nagel, verschiedener Grösse. Sie bewohnen
die Alpen, meist familienweise in Erdhöhlen
mit Seiteneingängen, selten in Bäumen und
geben einen anhaltenden, murmelnden Laut
von sich. Haarfarbe am Rücken schwärzlich,
in grau oder braun übergehend, am Bauche
gelbroth. Der Magen ist sackartig verlängert,
der Darmcanal gleichmässig weit, die Leber
lappt sich fünffach, die rechte Lunge vier
fach, während die linke ungetheilt bleibt.
Die Oberfläche des Gehirns zeigt statt der
Windungen feine Grübchen. Ihr (Winter-)
Schlaf dauert 5—6 Monate. Die Paarungszeit
fällt in den April; nach sechs Wochen werden
zwei bis vier Junge geboren, die bis nächstes
Frühjahr bei ihren Eltern bleiben. Des fetten
Fleisches und des in der Medicin verwend
baren Fettes wegen stellt man diesen Thieren
eifrig nach, aber es bedarf grosser Gewandt
heit der Jäger, sie zu erlegen, weil sie, wenn
Gefahr für sie droht, sehr schnell ihren Bau
aufsuchen. Eingefangen sind sie leicht zähm
bar, lassen sich auch abrichten. Eine Abart
ist der Bobak (A. bobac), welcher in grossen
Schaaren die Steppen von Südrussland, Sibirien
und der Mongolei bewohnt und dort seinen Bau
in hohen, weit sichtbaren Hügeln anlegt.
Das Fleisch ist geniessbar. Hervorzuheben
ist, dass die Leber, wie die rechte Lunge
dreilappig sind. Brümmer.
Sclera, Sclerotica, Tunica sclerotica, un
durchsichtige Hornhaut, weisse oder harte
Augenhaut, Sehnenhaut des Auges, bildet den
grössten Theil der Umhüllung des Augapfels
und verleiht diesem seine Form. Sie erscheint
weiss und derb, dient mit ihrer Aussen-
fläche zur Insertion der Augenmuskeln und
begrenzt mit dieser in Verbindung mit der
Tenon’schen Fascie oder Kapsel den Tenon-
schen Raum (s. Augenmuskeln).
Das Gewebe der Sclera besteht aus
fibrillärem Bindegewebe, dessen Bündel theils
äquatorial, theils meridional verlaufen, sich
somit unter rechten Winkeln kreuzen und
zeigt nicht überall die gleiche Stärke. Am
stärksten erscheint dieselbe in der hinteren
Hemisphäre des Bulbus, sowie in der Nähe
des Cornealrandes (Insertion der Mm. recti
und obliqui), am schwächsten in der Gegend
des Aequators des Augapfels.
Mit ihrer Innenfläche stösst die Sclera
an die mittlere Augenhaut, die Chorioidea
(Fig. 1816). Eine Lamelle derselben, die
Membrana suprachorioidea, bleibt bei der
Loslösung der Sclera theilweise mit dieser
in Verbindung und wurde früher als zu der
selben gehörig betrachtet und als Lamina
fusca beschrieben. Zwischen Sclera und
Chorioidea besteht der suprachorioideale

Lymphraum, der mit dem ausserhalb der
Sclera befindlichen Tenon’schen Raum (eben
falls ein Lymphraum) communicirt.
Die Sclera zeigt eine Anzahl von Oeff-
nungen zum Durchtritt von Nerven und Ge
lassen. An der hinteren Hemisphäre findet
sich lateralwärts und unterhalb des hinteren
Poles die Eintrittsstelle des N. opticus,
dessen Faserbündel einzeln die Sclera durch
bohren und dieser Stelle ein siebförmiges
Aussehen verleihen (daher Lamina cribrosa
genannt), während seine Scheide mit der
Sclera verschmilzt. In der Umgebung der

Fig. 1816. Bulbus mit theilweise losgelöster und zurück
gelegter Sclera. a Sclera, b Lamina fusca, c Aderhaut,
d Sehnerv, e Cornea, f f Ciliarnerven.

Sehnerveneintrittsstelle finden sich kleine
Oeffnungen für die Art. und Venae ciliares
posteriores longae et breves (s. Augenge-
fässe), sowie die Ciliarnerven, in der Nähe
des Aequators liegen die Austrittsstellen der
(meist 6) Ciliarvenen (Vasa vorticosa).
In der vorderen Hemisphäre geht die
Sclera am Cornealrande in die durchsichtige
Hornhaut über. Man hat den Raum, den die
Cornea in der äusseren Umhüllung des Aug
apfels ausfüllt, ebenfalls als Oeffhung in der
Sclera aufgefasst, die von der Cornea nach
Art eines Uhrglases geschlossen wird. Diese
Oeff'nung besitzt die Form eines querliegenden
Ovales, dessen stumpfes Ende nasalwärts ge
legen ist. Eichbaum.
Sclerantheae, Knäuelgewächse.Kleine,
perennirende Kräuter mit in Knäueln stehenden
Blüthen, hauptsächlich auf dürren Hügeln
und Sandfeldern bei uns vorkommend, werden
wie der jährige und ausdauernde Knäuel,
Scleranthus annuus und perennis
(Ersterer mit spitzem, schmalem, Letzterer
mit länglichem, stumpfem und sehr breitem
Perigonzipfel) besonders von den Schafen
gerne gefressen. Der Knäuel ist nicht zu
verwechseln mit der vorzüglichen Wiesen
pflanze, dem Knaulgras (s. d.), Dactylis
glomerata. Vogel.
Scleranthum (von oxX^pd?, hart; «vfio?,
Blume), ein mit der trockenen Fruchthülle
zusammenhängender Kern. Anacker.

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