Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Sclererythrinum, ein amorpher, rothes
Pulver darstellender Farbstoff des Mutter
kornes, welcher ein bitteres Alkaloid, das
Picrosclerotin, sowie die gelbbraune Fusco-
sclerotinsäure enthält, s. Seeale cornutum.
Scleriasis s. scleria (von cxX-qpcäv, hart
sein), die Verhärtung. Anacker.
Scleritis (von axXrjpo's, hart; itis = Ent
zündung), die Entzündung der harten oder
undurchsichtigen Hornhaut. Anacker.
Sclerocataracta (von oxXiqpo's, hart;
y.aTocpdy.TY;;, grauer Star), der harte graue
Star. Anacker.
Scleroderma (von axXvjpo's, hart; Sspp.a,
Haut), die Hautverhärtung, die Harthäutigkeit,
der Hartbovist. Anacker.
Scleroma (von oxX-qpoüv, verhärten), die
verhärtete Geschwulst. Anacker.
Scleromeninx (von oxXnjpo's, hart; p^vtY?,
Haut), die harte Hirnhaut. Anacker.
Sclerosis, von cxX^pou), härten, Verhär
tung, Verdichtung der Gewebe kommt meist
infolge chronischer Entzündungen und Binde
gewebswucherungen zu Stande. Hautsclerosen
entwickeln sich bei chronischen Entzündun
gen der Haut und des subcutanen Bindege
webes, wobei die Haut sich stark verdickt,
hart und faltig wird und an den Extremi
täten den sog. Elephantenfuss, Straubfuss
oder Igelfuss hervorruft (s. d.). Knochen-
sclerosen entstehen durch chronische Kno
chenentzündungen (condensirende Ostitis,
Endostitis ossificans) mit Wucherung von
Knochensubstanz, Verengerung der Gefäss-
canälchen und Markräume. Die Knochen wer
den dabei schwer, compact, elfenbeinhart (s.
Knochenkrankheiten). Sclerose der Lungen,
Leber und Nieren ist ein Folgezustand chro
nischer interstitieller Entzündungen und
Bindegewebswucherungen. Durch die Con-
traction des neugebildeten Bindegewebes
werden die Lungenalveolen verengert und
theils ganz verschlossen; die Leberzellen und
die Harncanälchen atrophiren und schwinden
theilweise, das Gewebe der Organe wird
hart, fest, ihre Oberfläche uneben granulirt.
Im centralen Nervensystem entstehen Sclero-
sirungen durch Wucherung der Neuroglia,
die Consistenz des Gehirns und Rückenmarks
ist dabei stellenweise oder in toto härter und
fester als gewöhnlich (vgl. a. Hautsclerose
und Knochen Verdichtung). Semmer.
Sclerostomas. sclerostomum (von oxXvjpo's,
hart; otdpa, Mund), Hart- oder Hornmaul,
eine Gattung der Pallisadenwürmer. Anacker.
Sclerostomum armatum (von armare,
bewaffnen), der bewaffnete Pallisadenwurm.
Das bewaffnete Hornmaul, wird bei Pferden
am häufigsten in den sog. Wurmaneurysmen
der vorderen Gekrösarterie (vgl. „Pallisaden
würmer“ und „Kolik“), seltener in Neubildun
gen in der Nasenhöhle oder in der Hirnhöhle
im unreifen, geschlechtslosen Larvenzustande,
als reifer, geschlechtlich entwickelter Wurm
im Blind- und Grimmdarme angetroffen. In der
Hirnhöhle führt Leierost. arm. zur Gehirn
entzündung und zu Rasereianfällen, in den
Gekrösarterien zu Kolikanfällen. Auch will

man bei Füllen, welche an chronischem, hart
näckigen Durchfall litten, diese Parasiten in
bohnengrossen, submucösen Geschwülsten des
Dünndarms vorgefunden haben.
Sclerostomum dentatum (von dens,
der Zahn), der gezahnte Pallisadenwurm.
Sclerostomum equinum (von equus,
das Pferd), der Pferdepallisadenwurm.
Sclerostomum quadridentatum (von
quatuor, vier; dens, der Zahn), der vier
zahnige Pallisadenwurm.
Sclerostomum tetracanthum (von
Tstpd, vier; axavffa, Stachel), der vierstach
lige Pallisadenwurm. Anacker.
Sclerotica (von oxX^poöv, verhärten),
sc. tunica, die harte oder undurchsichtige
Hornhaut des Auges (s. Sclera). Anacker.
Scleroticonyxis s. scleronyxis (von
axXvjpumy.Y), undurchsichtige Hornhaut; vu£ic,
stechen), der Hornhautstich (bei der Star
operation). Anacker.
Sclerotinsäure von Dragendorff und
Podwyssotzky, identisch mit der Ergo-
tinsäure von Zweifel und der Ergotin-
säure von Wenzell, sollte angeblich den
wirksamen Bestandtheil des Mutterkornes
darstellen, hat aber nach den Untersuchungen
von Kobert weder als freie Säure, noch als
Natronsalz auf die schwangere oder nicht
schwangere Gebärmutter irgend einen Einfluss.
Die Ergotinsäure und ihre Salze sind im
Wasser leicht löslich, daher sind sie in allen
wässerigen Auszügen des Mutterkornes ent
halten. In reinem frischen Zustande sind sie
dyalisationsfähig. Dragendorff und Podwys
sotzky zeigten nun, dass es niemals gelingt,
aus dem wässerigen Mutterkornextract die
Gesammtmenge der Säure zu diffundiren und
nannten die nicht diffundirbare Substanz
Scleromucin und die diffundirende Sclero
tinsäure. Letztere ist in verdünntem Alkohol
löslich, durch absoluten Alkohol aber fällbar.
Die bei der Fällung mit ausfallenden anor
ganischen Salze entfernt man zum Theil,
wenn man den Niederschlag wieder in 40pro-
centigem Alkohol unter Zusatz von Salzsäure
löst und dann wieder fällt. Die Sclerotinsäure
ist nach Kobert ein Glycosid und zu 13—4 3
Procent im Mutterkorn enthalten. (S. auch
Ergotin.) Loebtsch.
Sclerotitis (von oxX-qpumxyj, undurch
sichtige Hornhaut; itis = Entzündung), die
Entzündung der undurchsichtigen Horn
haut. Anacker.
Sclerotium (von oxXy)po'?, trocken, hart),
der Knorpelpilz oder Fleischknopf.
Sclerotium clavus (von clavus, der
Nagel), das Mutterkorn.
Sclerotium erysiphe (von Ipofl-po'?,
roth), der Mehlthau.
Sclerotium stercorarium (vonstercus,
der Koth), der Kothknorpelpilz des Rindes. Anr.
Sclerotium, knollenförmiger Körper, aus
dem Mycelium der Kernpilze (Pyrenomyceten)
sich entwickelnd, dessen Zellen Reservenähr
stoffe (besonders fettes Oel) enthalten und
welcher einen Ruhezustand darstellt, d. h.

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