Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Ein grosser Theil wird stets wegen mangeln
der Körpergrösse zurückgewiesen.
An der Spitze des Depöt steht ein Offleier
als Director. Derselbe ist dem Remonte-
inspector, dessen Geschäftskreis einen Theil
des Kriegsministeriums bildet, unterstellt. Gn.
Scoriae (von cy.oopise, Schlacke), der
Hammerschlag, die Eisenschlacken.
Scoriae cutaneae (von cutis, die
Haut), die Hautschlacken nach unterdrückter
Hautausdünstung. Anacker.
Scorodosma fötidüm. Stinkendes
Steckenkraut, Eerula Scorodosma, Um-
bellifere Persiens, ein graubraunes Gummi
harz in der Wurzel enthaltend, welches unter
dem Namen Teufelsdreck oder Stinkasant
bekannt ist, s. Eerula Asa fötida.
Scorpio (von oxopicf^siv, sc. tov io’v, Gift
ausstreuen), der Skorpion. Anacker.
Scorpionstiche, s. Insectenstiche.
Scorzonera hispanica. Spanische
Hafer würz, eine gelbblühende, hohe,
saftige Wiesenpflanze, besonders Süddeutsch
lands, wegen ihres Gehaltes an Schleim und
Zucker bei allen Thieren besonders beliebt
(Aggregate L. XIX), besitzt ausserdem eine
fingerdicke Wurzel, welche innen weiss, aussen
schwarz aussieht und als Schwarzwurz ein
beliebtes, in Gärten cultivirtes Gemüse dar
stellt. Eine andere, ebenfalls Schwarzwurzel
genannte Pflanze ist die Asperifolie Symphytum
officinale (s. d.), welche wie die Eibischwurzel
Anwendung findet. Vogel.
Scotti L. starb in Wien 1806. Er war
Hofpferdearzt und wurde von der österrei
chischen Regierung 1764 und 1763 nach
Lyon geschickt, um daselbst die Thierheil
kunde zu studiren. Nach seiner Rückkehr
hielt er 1767 noch lange vor Errichtung der
Thierarzneischule Vorlesungen für Fahnen
schmiede über Operationen, kranke Hufe etc.
Er soll ein geschickter Operateur und ein
durch viele Reisen gebildeter Mann gewe
sen sein. Ableitner.
Scottish Chief, ein in England von
Mr. Merry im Jahre 1861 gezogener Vollblut
hengst v. Lord of the Isles (v. Touchstone
a. d. Fair Helen v. Pantaloon a. d. Rebecca)
a. d. Miss Ann v. The Little Known (v. Muley
a. d. Lacerta) a. d. Ray Missy v. Ray Middleton
a. d. Camilla. Als Zweijähriger gewann Scot
tish Chief seinem Züchter gleich das erste
Rennen, zu dem er gesattelt wurde, die
Biennial Stakes zu Ascot, unterlag darauf in
den July Stakes zu Ascot vor Cambuscan
und Midnight Mass, machte diese Niederlage
aber noch in demselben Meeting in den
Chesterfield Stakes mit einem Siege wieder
gut. Darauf versuchte er sich in diesem
Jahre noch einmal in den Molecomb Stakes
zu Goodwood, in denen er aber hinter Fjlle
de l’Air endigte. Im folgenden Jahre wurde
er zuerst für das Epsom-Derby herausgebracht,
das Rlair Athol gewann und in dem er sich
mit dem dritten Platz begnügen musste, da
General Peel vor ihm zunächst dem Sieger
durch das Ziel ging. Alsdann gewann er zu
Ascot an einem Tage die Riennial Stakes und

das Gold Cup. Schon im nächsten Jahre
wurde Scottish Chief zur Zucht verwendet
und deckte in dem East Acten Stud Farm
zu Middlesex. Später ging der Hengst, der
in seiner langen Gestütcarriere viele gute
Pferde geliefert hat, in Mr. Rurton’s Resitz
über. Grassmann.
Scotus M., geb. 1214 in Schottland,
gest. 1291 in England, soll das Ruch des
Aristoteles von den Thieren nicht aus dem
Griechischen, sondern aus dem Arabischen
ins Lateinische übersetzt haben. Er soll auch
der Verfasser oder Rearbeiter des Werkes
über die Krankheiten der Vögel sein, welches
man dem Kaiser Friedrich II. zuschreibt. Abr.
Scrapall, ein englischer Vollbluthengst,
Fuchs, 1'67 m, gezogen 1812 von Lake in
England, v. Granicus a. e. Stute v. Y. Whiskey
a. d. Aladin’s Mutter v. Walnut-Javelin. Der
selbe kam 1818 als Hauptbeschäler in das
königlich preussische Hauptgestüt Trakehnen,
wo er in den Jahren 1818 — 1820 und 1822 bis
1830 für das Reitgestüt in Trakehnen und
Rajohrgallen vortheilhafte Verwendung fand.
Er war ein besonders gut fundamentirterHengst
von regelmässigem, schönem Körperbau, der
durch eine ausgezeichnete Halsung geschmückt
wurde. — Auch auf die Entwicklung der ost-
preussischen Privatgestüte war Scrapall von
Einfluss, so z. R. in Szirgupönen, wo er einer
der ersten englischen Vollblüter war, der dort
umfänglich in Anspruch genommen wurde. Gn.
Screatus (von screare, sich räuspern),
das Prusten. Anacker.
Scriptulus s. scripulum s. scripulus (von
scribere, schreiben), der Skrupel, ein kleiner,
mit einem Buchstaben bezeichneter, als Ge
wicht benützter Stein, den 288. Theil eines
medicinischen Pfundes betragend; das Zeichen
dafür ist Z. Anacker.
Scrobiculum s. scrobiculus (von scrobs,
die Grube), das Grübchen.
Scrobiculum cordis (von cor, das
Herz), die Herzgrube. Anacker.
Scrofula s. scrophula (von scrofa, das
Schwein, die Sau), die Skrofel, die verhärtete
Drüse. Anacker.
Scrofula equina (von equus, das Pferd),
die Druse der Pferde.
Scrofula farciminosa (von farcimen,
die Wurmkrankheit der Pferde), der Wurm
oder Hantrotz.
Scrofula mesaraica (von mesaraeum,
das Gekröse), die Gekrös- oder Rauch
skrofeln. Anacker.
Scrofulosis (von scrofula, die Skrofel),
die Skrofelsncht.
Scrofulosis vitulorum (von vitulus,
das Kalb), die Skrofelsucht der Kälber, die
Kälberlähme (s. Scrophulosis). Anacker.
Scropheln sind Drüsengeschwülste, die
zum käsigen Zerfall hinneigen. Die scro-
phulöse Drüse erscheint auf dem Durch
schnitte gleichmässig weiss oder grauröthlich,
markig, sie ist anfangs durchfeuchtet und
weich, seltener fleischig oder sehnenartig,
u. zw. dann, wenn in ihr das Bindegewebe
stark vertreten ist. Mit der Zeit treten in

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