Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Scyllit,C 6 H ia 0 6 , eine in den Nieren und der
Leb er desRochenhaies und andererPlagiostomen
reich yorkommendeZuckerart, die demlnosit
(s. d.) isomer ist und sich von demselben
durch folgende Charaktere unterscheidet:
krystallisirt in monoklinen Prismen, hat kein
Krystallwasser und gibt nicht die Scherer’sche
Inositreaction. In Salpetersäure ist er ohne
Zersetzung löslich. Loebisch.
Scyphus s. Cyphus (von oxixpoov, bauchig
machen), der Becher, der Trichter. Anacker.
Scytechos (von oxoto?, Leder; Ton,
Laut), das Lederknarren oder Neuleder
geräusch, s. Lederknarren. Anacker.
Scytitis (von oxöto;, Leder, Haut; itis
— Entzündung), die Hautentzündung. Anr.
Scytodephium (von axoto?, Leder, Haut;
Sstpccv, gerben), der Gerbstoff, das Tannin. Anr.
Scyza (verwandt mit xo?, xuvo?, Hund),
die Brunst. Anacker.
Se., Zeichen für Selenium. Anacker.
Sea Breeze, eine englische Vollblutstute,
gezogen 1885 von Isonomy, gewann im
Jahre 1888 unter Jockey Robinson in einem
Sechserfelde dem Lord Calthorpe die engli
schen Oaks. Grassmann.
Sebacinsäure, C 10 H 18 0 4 , ist eine der Oxal
säurereihe zugehörige Säure mit der Consti-
tutionssorniel C 8 H 16 (COOH) a . Sie wird am
besten aus Ricinusöl gewonnen. Dieses wird mit
überschüssiger starker Natronlauge bei 40° C.
verseift; die feste Masse wird zerschlagen
und in einem eisernen Besässe so lange rasch
erhitzt, als noch Octylalkohol entweicht. Hie
bei wird die Ricinolsäure durch Natronlauge
in sebacinsaures Natron und Octylalkohol ge
spalten; hierauf wird die erkaltete Masse in
kaltes Wasser geschüttet und die Lösung
mit Salzsäure gefällt. Die Sebacinsäure kry
stallisirt in dünnen Blättchen, welche sich
in kaltem Wasser schwer, in kochendem
leichter lösen, in Alkohol und Aether jedoch
leicht löslich sind, und bei 126° C schmelzen.
Der Sebacinsäureäthylester dient zur Her
stellung von Fruchtäther. Die Sebacinsäure
wird den Paraffinkerzen zugesetzt, für welchen
Zweck sie durch ihren hohen Schmelzpunkt
geeignet ist. Loebisch.
Sebald, Stadt- und Landesthierarzt in
Ulm und Inspector der königlich bayrischen
Cavalleriepferde, schrieb eine Naturgeschichte
des Pferdes (herausgegeben 1812—1815 nach
seinem Tode von Ammon). Semmer.
Sebenbaum, Sevenbaum. Sadebaum,
das Sabinakvaut liefernd, s. Juniperus Sabina.
Seborrhoea (von sebum s. sevum s. sepum,
der Talg; peiv Hiessen), der Talgfluss oder
die vermehrte Absonderung des Hauttalgs.
Die Seborrhoe kommt besonders bei Schafen
vor, am liebsten auf der Haut des Halses,
des Rückens und des Schwanzes; hier fühlt
sich die Haut feucht und ölig an, die Wolle
ist stark von einem schmierigen, ölartigen
Talg durchsetzt, der, wenn das Olein daraus
verdunstet ist, fette, borkenartige, gelbe
Schuppen auf der Haut bildet. Die Schuppen
verursachen Jucken und Reiben, so dass die
Wolle flockig hervorsteht und in kleinen
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. IX. Bd.

Büscheln ausfällt; es kann hier an Räude
gedacht werden, indess ist eine Verwechslung
damit kaum möglich, wenn man sieht, dass
die Haut unter den Talgborken gesund ist,
nicht lädirt erscheint, die Borken zwischen
den Fingern erweichen und in ihnen keine
Milben nachzuweisen sind. Mastige Fütterung
begünstigt die Absonderung des Hauttalgs.
Als Heilmittel dienen Abwaschungen mit
Seifenwasser, Theerspiritus oder aqua phaga-
daenica. Anacker.
Sebum, Sevum, Talg. Die festere Fett
sorte, besonders durch Ausschmelzen des
Netzes der Wiederkäuer gewonnen (Unschlitt).
Während das gewöhnliche Fett (s. Adeps)
bei 40° schmilzt, geschieht dies bei dem
mehr consistenten Talg erst bei 45°, da dieser
fast zu % aus festen Fetten (dem Tristearin
und Tripalmitin) besteht und nur wenig
flüssiges Fett (Triolein) enthält. Der Talg
wird nur äusserlich gebraucht, um Salben
fester zu machen, sie weniger leicht von der
Haut ablaufen zu lassen, auch kann er für
sich und erwärmt zum Aufstreichen direct
verwendet werden. Am festesten ist der
Hirschtalg, Sebum cervinum, sowie der
Hammelstalg, Sebum ovillum oder ver-
vecinum; beide werden bald an der Luft
gelblich und ranzig, ebenso der Rindertalg,
Sebum bovinum oder taurinum, der
auch aus dem Nierenfett von Mastochsen ge
wonnen wird. Einen eigenthümlichen Bock
geruch besitzt der Ziegentalg, Sebum hir-
cinum, im Ganzen bleibt es sich aber gleich,
welche von den genannten Sorten pharmaceu
tisch gebraucht wird. Der Salicyltalg, Sebum
salicylatum, enthält 2% Salicylsäure
(Ph. G.). Vogel.
Seeale clavatum s. cornutum (von secare,
schneiden; secale, der Roggen, das Korn;
clavus, der Nagel, cornus, das Horn), das
Mutterkorn. Anacker.
Secale cornutum, Mutterkorn, Fungus
secalis. Das Dauermycelium (Sclerotium)
eines Kernpilzes aus der Familie der Pyre-
nomyceten, des Claviceps purpurea, dessen
Sporen, wenn sie zufällig in die Getreide
blüthen, besonders des Roggens (Secale
cereale) gelangen und den Fruchtknoten in
ein Pilzlager, in ein conidienbildendes Stroma,
das Hymenium (früher Sphacelia sege-
tum genannt) umwandeln, wodurch an der
Oberfläche eine süssliche Schleimflüssigkeit,
der sog. Honigthau abgesondert wird,
welcher unter Vermittlung von Insecten auf
andere Aehren übertragen wird. Der sich
weiter bildende Pilzkörper stellt nach der
Reife lange dreikantige Körner dar, welche
aussen blauschwarz, innen weiss oder leicht
röthlich aussehen und von derbfleischiger,
zuletzt horniger Consistenz sind. Mit dem
Wachsthum schieben sie sich hornähnlich aus
den Spelzen der Aehren hervor, heissen deswegen
auch Hahnensporen und sind an die
Stelle des nicht zur Entwicklung gelangten
Roggenkornes getreten. Aus diesem Pilz
parenchym, dem Mutterkorn, das die dicht
unter einander verflochtenen Hyphen über-
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