Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Seifenbalsam. Linimentum saponato-cam-
phoratum, s. Sapo.
Seifenbaum, s. Sapindaceae.
Seifenemulsion. Die Mischung von Al
kalien mit Fetten oder Oelen, wodurch eine
Verseifung entsteht, wie z. B. bei dem flüch
tigen Liniment, einer Emulsion von 1 Am
moniak mit 4 Oliven- oder Mohnöl oder das
Emulgiren von Leberthran mit einer 0 - ä%igen
Sodalösung. Auch das Kreolin gehört hieher,
in welchem die in Wasser unlöslichen höheren
Phenole durch Harzseife und Natrium emul-
girbar gemacht worden sind. Vogel.
Seifenkraut, Seifenwurzel der Alten,
Caryophyllacee, s. Saponaria officinalis.
Seifenpflaster, Emplastrum sapona-
tum, besteht officinell aus 70 Bleipflaster,
10 Wachs, 3 Seifenpulver und 1 Campher.
Es dient zur Zertheilung von Geschwülsten,
indurirten Drüsen, sowie als Deckmittel be
sonders bei nässenden Exanthemen. Vogt/.
Seifenrinde, s. Quillaja japonica.
Seifensiedergrieben, s. Schlachtabfälle
(Fettgrieben).
Seifensiederlauge, s. Kalium carbonicum.
Seifenspiritus, Spiritus saponatus, siehe
Sapo.
Seifenwurzel, Seifenkraut, s. Saponaria
officinalis.
Seifenzäpfchen. Suppositorien (Bou-
gies) der einfachsten Art, wobei ein dem
Rectum entsprechend zugeschnittenes Stück
chen Hausseife zur Anregung der Darm
peristaltik in den Mastdarm gesteckt wird.
Die Seifenzäpfchen finden Anwendung bei
Kälbern, Lämmern, Schweinen,Hunden,Katzen
und dem Geflügel. Eine Verstärkung erfahren
sie durch Aufstreuen von Kochsalz. Vogel.
Seignettesalz, Natriumweinstein. Wein-
saures Natrokalium, Tartarus natronatus
oder Kalium Natrio tartaricnm (Sal Seignetti,
Rochellesalz). In der Hundepraxis löffelweise
als mildes, lösendes Abführmittel dienend,
sonst hauptsächlich für den Menschen be
stimmt. Vogel.
Seihen. Durchseihen, s. Coliren.
Seiler B. W., Dr. med. et Chirurg., geb.
1778 zu Erlangen, gest. 1843 zu Freiburg.
1815 war er zum Director der medicinisch-
chirurgischen Akademie und der Thierarznei
schule in Dresden ernannt. Unter seinen
Schriften sind bemerkenswert!!: Handbuch
der Anatomie des Menschen und der vorzüg
lichen Hausthiere für Künstler und Kunst
freunde 1820, dann die Geschichte der
chirurgischen Akademie und der mit ihr ver
einigten Thierarzneischule in Dresden. Abr.
Seisis s. seismus (von ost'stv, erschüttern),
die Erschütterung, das Anklopfen an die
Brust. Anacker.
Seitenwandknorpel, s. Nasenscheidewand.
Seitlinge werden in manchen Gegenden
die zum Aufrahmen der Milch verwendeten
Thongefässe (flache Schüsseln) genannt und
dürfte dieser Name von „Auf die Seite stellen
der Milch“ herrühren. Ableitner.
Seklani, eine edle arabische Pferd e-
rasse. Anacker.

Selbstaussaugen der Milch ist eine üble
Angewohnheit der Kühe, die den ganzen
Milchnutzen vereiteln kann, indem solche
Kühe ihre eigene Milch aus dem Euter sau
gen, weshalb man sie auch Milchtrinker
genannt hat. Am liebsten geschieht dies,
wenn Alles ruhig im Stalle ist und keine
Menschen zugegen sind, sie beugen alsdann
den Kopf zum Euter hin bei vorgestrecktem
Hinterfuss und erfassen mit dem Maule die
verschiedenen Zitzen, um aus ihnen die Milch
auszusaugen; letztere sieht man schäumend
zwischen den Lippen hervorquellen. Meistens
ist den Kühen die Untugend äusserst schwer
abzugewöhnen, sei es durch rechtzeitige
Strafe im Momente des Selbstaussaugens,
durch hohes Anbinden, Anlegen eines Maul
korbs oder eines hölzernen Halskragens, der
das Umbeugen des Halses verhindert, oder
durch das Anlegen eines mitStaeheln besetzten
Nasenriemens. Anacker.
Selbstdispensiren der Thierärzte. Von
jeher ist es Bedürfniss gewesen, dass auch
den Thierärzten ähnlich wie den Menscheu
ärzten das Recht zu Theil werde, die nöthig
sten Arzneimittel selbst halten und abgeben
zu dürfen, nicht nur, um sie möglichst rasch
zur Hand zu haben, sondern auch, um die
Gurkosten thunlichst zu beschränken. Das
Thier ist immer nur Waare und repräsentirt
ein gewisses Capital, um das es sich in erster
Linie handelt, wenn eine Krankheit dasselbe
bedroht. In diesem Falle entscheidet ein ein
facher Calcul, ob die Gurkosten, d h. die
Apothekerrechnung und der Arztlohn, sowie
das Entgehen von Arbeitsleistung und die
allenfallsige Werth Verminderung in Einklang
zu bringen sind mit dem Marktwerthe des
Thieres. Einen bedeutenden Theil dieser Kosten
machen nun gerade die Preise für die Medi-
camente aus und kommen sie dem Thier
besitzer häufig höher zu stehen, als für den
kranken Menschen, der viel kleinere Arznei
mengen bedarf. In den Apotheken kommen
nun die staatlich geregelten Taxen zur Be
rechnung, die verhältnissmässig sehr hoch
gestellt werden müssen, wenn geregelte Apo
theken bestehen sollen, die Thierärzte dagegen
sind im Stande, die Taxpreise bedeutend
niedriger zu halten und damit einen Zustand
zu schaffen, bei dem der Thiereigenthümer
nicht von vorneherein abgeschreckt wird, die
Hilfe eines Thierarztes in Anspruch zu nehmen,
abgesehen davon, dass die Thierärzte häufig
genug ihrer Aufgabe nur dadurch gerecht zu
werden vermögen, wenn sie die Medicamente
rasch genug zur Stelle haben, bezw. sie selbst
zu verabreichen im Stande sind. Der Staat,
das Publicum und ganz besonders der thier
ärztliche Stand können die pharmaceutischen
Anstalten nur für solche halten, welche für
die Bedürfnisse der Menschenheilkunde ein
gerichtet sind, denn die den Apotheken zu
gestandenen Privilegien stammen aus einer
Zeit, wo es noch gar keine Thierheilkunde
gab. Ausserdem nehmen die Thierärzte einen
anderen, hauptsächlich landwirtschaftlichen
Rayon ein und sind besonders da beschäftigt,

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